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Gilt Vorkaufsrecht bei Ausschlagung des Nachlass?

03.12.2004 14:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Die volljährigen 3 Kinder meines verstorbenen Bruders und alle anderen erbberechtigten Personen sowie auch ich als Bruder haben den Nachlass meines Bruders ausgeschlagen wegen erheblicher Überschuldung.
Meine Fragen sind nun:
Haben die volljährigen Kinder meines verstorbenen Bruders ein Vorkaufsrecht auf die hinterlassenen Immobilien, angeblich laut Grundbucheintrag ?
Bleibt dieses Vorkaufsrecht auf die Immobilien auch nach Ausschlagung des Nachlasses erhalten ? könnten die genannten Personen die Immobilien auf Grund eines Vorkaufsrechts ganz normal vom Nachlassverwalter kaufen ?
Oder muss erst das Nachlass-Insolvenz-Verfahren eröffnet werden und kann dann bei einer Nachlass-Insolvenz-Versteigerung das Vorkaufsrecht geltend gemacht werden ?

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Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

1.
Das Vorkaufsrecht ist von dem Nachlass zunächst unabhängig. Das Recht steht einer bestimmten Person zu, nicht jedoch den Erben.

2.
Welche Voraussetzungen in Ihrem konkreten Fall für das Bestehen des Vorkaufsrechtes vereinbart wurden bzw. ob dieses von irgendwelchen Bedingungen abhängt, kann nur überprüft werden, wenn der Vertrag bzw. die der Eintragung im Grundbuch zugrunde liegende Urkunde gelesen wird.

3.
Wenn danach ein Vorkaufsrecht besteht, kann der Berechtigte das Grundstück kaufen, wenn es verkauft wird. Ich möchte dabei jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass ein Vorkaufsrecht etwas anderes ist, als ein Ankaufsrecht. Bei einem Vorkaufsrecht hat der Berechtigte "nur" den Anspruch, in einen bestehenden Kaufvertrag anstelle des Käufers einzusteigen. Der Berechtigte hat jedoch keinen Anspruch darauf, dass überhaupt verkauft wird.

4.
Eine Verwertung im Wege der Zwangsversteigerung ist kein rechtsgeschäftlicher Verkauf. Das Vorkaufsrecht greift hier nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -


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