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Gilt Selbstnutzung gemäß §23 ESTG auch wenn kein Wohnsitz angemeldet wurde?

| 09.06.2016 17:48 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Spekulationssteuerfrei für mehrere selbstgenutzten Wohnungen

Guten Tag,
ich habe während der vergangenen fünf Jahre zwei Eigentumswohnungen in Berlin bewohnt, in derselben Straße und nur 20 Meter voneinander entfernt. In Wohnung A bin ich mit erstem Wohnsitz gemeldet, in Wohnung B bin ich nicht gemeldet. Wohnung A habe ich nun nach fünf Jahren veräußert, der Veräußerungsgewinn ist somit steuerfrei.
Meine Frage betrifft nun Wohnung B: diese möchte ich ebenfalls veräußern, sobald in wenigen Monaten die fünf Jahre Haltefrist verstrichen sind. Die Wohnung wurde ausschließlich von mir selbst genutzt zu Wohnzwecken. Nur: gemeldet war ich dort nie. Muss ich befürchten, dass das Finanzamt die Definition "Selbstnutzung" an eine offizielle Meldeadresse knüpft, sei es als Erst-/Zweit-/ oder Ferienwohnsitz?
Oder darf ich sicher davon ausgehen, dass bei oben genanntem Sachverhalt ein Veräußerungsgewinn steuerfrei erfolgen kann, da ja nie vermietet war und auch jede Menge Zeugen bestätigen könnten, dass ich dort selber (mit meiner Frau) wohnte?
PS: ich weiß, dass normalerweise 3 Jahre Selbstnutzung ausreichen, muss zusätzlich jedoch noch die 3-Objekt-Regel berücksichtigen, um keinen gewerblichen Immobilienhandel unterstellt zu bekommen. Daher fünf statt drei Jahre.
Vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie dürfen sicher davon ausgehen, dass bei Ihrem Sachverhalt ein Veräußerungsgewinn steuerfrei erfolgen kann, da das Objekt nie vermietet war und auch jede Menge Zeugen bestätigen könnten, dass Sie dort selber (mit meiner Frau) wohnten
1. Der Stpfl. kann mehrere Wohnungen selbst nutzen, sodass der zeitliche Umfang der Nutzung ohne Bedeutung ist. D.h., dass der Umstand, dass Sie gleichzeitig mehrere Wohnungen selbst genutzt haben, steht der Befreiungsvorschrift nicht entgegen.
2. Auch der Umstand, dass Sie in der 2. Wohnung nicht gemeldet schließt die Steuerbefreiung nicht aus. Durch andere Umstände können Sie die Selbstnutzung beweisen. Das Finanzgericht Münster hat in der Entscheidung, die Sie hier nachlesen können:
https://openjur.de/u/120582.html
ausgeführt, dass die "Nutzung zu eigenen Wohnzwecken" durch folgende Indizien festgestellt werden kann (ohne dass eine Anmeldung erfolgte): Strom-, Gas- und Wasserverbrauchsrechnungen, Telefonanschluss und (das Wichtigste) Zeugenaussagen der Nachbarn oder Mitbewohner (Ihrer Frau).
Grundsätzlich würden schon die Zeugenaussagen der Nachbarn und Ehefrau ausreichend. Sie können Sie in Schriftform beim FA einreichen. Alternativ kann die Ehefrau beim Notartermin eine Erklärung abgeben, die der den Kaufvertrag beurkundenden Notar zur Akte nimmt und an das FA übermittelt.

Weitere Informationen hier
https://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/frotschergeurts-estg-23-private-veraeusserungsgeschaefte-224-steuerbefreiung-fuer-eigengenutzte-wohnungen_idesk_PI10413_HI2094984.html





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 09.06.2016 | 18:59

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