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Gibt es Möglichkeiten, meine Abfindung zu erhöhen?

| 19.10.2011 16:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


10:19
Heute vormittag habe ich einen Anruf erhalten und in das Büro der Personalchefin gebeten. Dort traf ich auf die Personalchefin als auch meine Vorgesetzte.

Ich wurde damit konfrontiert, dass meine Arbeit nicht gut sei und ich im Unternehmen wohl immer für Chaos und Stress sorgen würde. In meiner Position bin ich verantwortlich gewesen, die Abteilungen untereinander zu koordinieren und Projekte zu steuern. Die Position wurde Brandmanger benannt.

Als weitere Argumente wurde hervorgebracht, dass ich Farbenblind sei - und auch nach meiner Korrektur, dass es sich um eine Farbsehschwäche handelt, welche jedoch bereits bei Einstellung bekannt war (leider existiert darüber nichts schriftliches) wurde dies lapidar als Farbenblindheit abgewertet.

Letztendlich wurde mir gekündigt. Die Kündigungskonditionen beschreiben:
- Freistellung ab dem 01. November zwecks Einhaltung der Kündigungsfrist
- "Entschädigung" von 1/2 Gehalt Urlaubsgeld plus 1/2 Gehalt Abfindung (also 1 Monatsgehalt)

Vor dem Kündigungsgespräch gab es weder ein Personalgespräch noch eine Abmahnung. Die Kündigung kam für mich vollkommen überraschend!

Durch Gespräche mit Kollegen am heutigen Tag wurde mir bestätigt, dass die Vorwürfe, die Arbeit hätte nicht funktioniert, nicht stimmt.

Letztendlich handelt es sich um die alleinige Entscheidung meiner Vorgesetzten, welche durch persönliche Differenzen mit mir gerade in dem Moment einer Umstrukturierung diese Entscheidung getroffen hat. Ihre ehemalige Assistentin wird aus dem Mutterschutz zurückkehren und ihre jetzige Assistentin meine Position übernehmen.

Es gibt leider keine Gewerkschaft. Die Kündigung habe ich gegengezeichnet.

Die Kündigung war jedoch im Nachhinein betrachtet so nicht durchführbar. Es handelte sich um einen unbefristeten Vertrag, der mir gekündigt wurde.

Gibt es Möglichkeiten, meine Abfindung zu erhöhen? Ich war 1 Jahr, 1 Monat in diesem Unternehmen beschäftigt.

Ich freue mich sehr über Ihre Antworten!
19.10.2011 | 17:33

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Web: https://kanzlei-kirli-ippolito.de/impressum/
E-Mail:

Sehr geehrter Frageseteller,

gerne benatworte ich Ihre Anfarge auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt:

Zunächst einmal ist klarzustellen, dass die Gegenzeichnung (wahrscheinlich) des Begleitschreibens zur Kündigung, den Zugang der Kündigung nachweist. Der Zeitpunkt des Zugangs ist wichtig für die Fristenwahrung im Rahmen einer Kündigungsschutzklage.

Spätestens drei Wochen nach Zugang der Kündigung, müsste eine Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht erhoben werden.

Grundsätzlich gibt es einen Abfindungsanspruch nur im Rahmen einer betriebsbedingten Kündigung. Da ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht von einer betriebsbedingten Kündigung ausgehe, ist die einzige Möglichkeit die Abfindung gegebenenfalls zu erhöhen, die Erhebung einer Kündigungsschutzklage. Voraussetzung für eine Erfolgsaussicht ist die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG). Dies setzt voraus, dass in Ihrem Betrieb i.d.R. mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Jedoch ist zu beachten, dass die Kündigungsschutzklage keine Klage auf Abfindung, sondern auf Wiedereinstellung / Weiterbeschäftigung ist. D.h., sollte die Kündigung wirksam sein, bekommen Sie keine Abfindung. Ist die Kündigung unwirksam, muss der Arbeitgeber Sie wieder einstellen. Will er dies vermeiden, wird er Ihnen ein angemessenes Angebot zur Abfindung machen müssen. Ob die Kündigung wirksam ist vermag ich anhand ihrer Schilderung nicht abschliessend zu sagen, da weiterführende Informationen und gegebenfalls Studium des Arbeitsvertrages oder vorhandener Tarifverträge nötig sein könnten. Jedoch sind die von Ihnen aufgezählten Gründe wie Farbschwäche und das angebliche Verbreiten von Chaos m.E. keine ausreichenden Gründe für eine verhaltens- bzw. personenbedingte Kündigung.

Im Hinblick auf eine Verhaltensbedingte Kündigung (wie z.B wegen Schlechtarbeit) ist eine vorherige Abmahnung erforderlich.

Die Sehschäche könnte zwar theoretische eine personenbedingte Kündigung rechtfrertigen, hierzu müsste jedoch die Sehschwäche Sie an Ihrer Arbeit hindern und es dürfte keine anderweitige Beschäftigungsmöglichkeit in dem Unternehmen geben. Da es bisher keine Beanstandungen gab und Sie die Sehschwäche nachweislich schon länger haben, dürfte es nicht so einfach sein, hierauf eine personenbedingte Kündigung zu stützen.

Sollten in Ihrem Betrieb mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigt sein (§ 23 Abs. 1 KSchG), rate ich Ihnen an, einen Kollegen vor Ort zu konsultieren.


Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen nicht ersetzen. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

Nachfrage vom Fragesteller 19.10.2011 | 20:33

Sehr geehrter Herr Kirli,

vielen Dank für Ihre schnelle und informative Rückmeldung.

Eine Rückfrage: Würde aufgrund der festgestellten Tatsache ein weiteres Gespräch mit der Personalabteilung, mit Hinweis auf die Klageeinreichung sinnvoll sein? Oder sollte ich gleich diesen Schritt gehen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.10.2011 | 10:19

Sehr geehrter Fragesteller,

eine pauschalisierte Antwort wäre hier nicht zutreffend, da ich weder die Personen in der Personalabteilung kenne, noch Ihre Verhältnis zu denselben. Doch rein theoretisch ist es natürlich einen Versuch Wert, auf diese Weise zu versuchen, die Abfindung noch höher ansetzen zu lassen. Hierbei sollten Sie auch klarstellen, dass Sie nicht nur bluffen. Wenn man Ihnen nicht entgegen kommt, können Sie sich ja immer noch an einen Anwaltskollegen wenden. Halten Sie jedoch die dreiwöchige Klagefrist vor Augen.

Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 23.10.2011 | 09:49

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