Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewinn aus Untervermietung


30.11.2005 13:02 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Mein Mann und ich haben ein Haus angemietet, das aus einem gewerblichen und einem privat zu nutzenden Teil besteht. Bisher wurden die Teile getrennt voneinander gemietet. Durch einen Wechsel in den Eigentumsverhältnissen des Vermieters soll nun ein neuer Vertrag ausgearbeitet werden, in dem das gesamte Gebäude an uns vermietet wird. Im Mietvertragsentwurf, der wegen des hohen Gewerbeanteils ein gewerblicher ist, sind diese Teile im Plan genau ausgewiesen und werden getrennt voneinander als Mietobjekt 1 und 2 aufgeführt. Die Gesamtmiete von 2.200 Euro netto ist im Vertrag gem. den Quadratmeterzahlen (Gewerblicher Teil 400 m², Wohnraum 100 m²) getrennt ausgewiesen, also 1776 Euro plus Mehrwertsteuer für das gewerbliche Teil und 444 Euro netto für das Wohnteil.

Wenn wir diesen Mietvertrag über das gesamte Gebäude so akzeptieren, möchten wir als Hauptmieter den gewerblichen Teil an die GmbH meines Mannes untervermieten. Die Genehmigung des Vermieters dazu liegt vor. Da wir in den Jahren zuvor auf eigene Kosten und durch viel Eigenarbeit das Haus, aber insbesondere diesen gewerblichen Teil ausgebaut haben (Einziehen von Fenstern und Büroräumen und vieles mehr), möchten wir vom Untermieter ca. 150 Euro mehr Miete verlangen, als wir selber dafür bezahlen. Die Verbrauchskosten für Heizung, Strom, etc. soll der Untermieter selbst tragen, die Betriebskosten von insgesamt 100 Euro für Grundsteuer und Wasser werden im Verhältnis 75:25% geteilt, Müllabfuhr zahlt jede Partei selbst.

Was würde bei einem solchen „Gewinn“ aus Untervermietung passieren? Sind da im Falle einer Steuerprüfung Probleme zu erwarten (Geldwerte Vorteile, Erlöse aus Untervermietung, Abrechnung der Nebenkosten o.ä.)und was muss berücksichtigt werden? Und wie würde das mit der Mehrwertsteuer gehen? Müssten wir als „private“ Mieter Mehrwertsteuer für das gewerbliche Teil bezahlen und als Untervermieter bei der GmbH Mehrwertsteuer berechnen und abführen?

Mit bestem Dank für eine beratende Antwort
Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Aufgrund ihrer Angaben möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Sie können als Mieter den gewerblichen Teil an die GmbH Ihres Mannes untervermieten. Den Mietzins den sie von der GmbH erhalten, haben Sie als Einnahmen in der Einkommensteuererklärung mit dem Formular für Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gegenüber dem Finanzamt erklären. Umgekehrt können Sie die Ausgaben, die Sie an den Vermieter für den gewerblichen Teil bezahlen, als Ausgabe im Formular VuV ansetzen.

Als Privatperson können Sie die Umsatzsteuer der GmbH nicht in Rechnung stellen, außer Sie sind Unternehmer. Andererseits können Sie auch die Umsatzsteuer, die Sie an Ihren Vermieter für den gewerblichen Teil bezahlen, nicht entrichten, außer Sie sind Unternehmer.

Bezüglich der Nebenkosten und anderer Ausgaben für den gewerblichen Teil können Sie bei der Untervermietung an die GmbH diese ebenfalls im Formular VuV ansetzen (Einnahmen wie auch Ausgaben für Nebenkosten etc.).

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Sanela Navrboc
Rechtsanwältin




Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2005 | 15:37

Vielen Dank für die Antwort.

Eine Frage habe ich noch: Kann das Finanzamt die höhere Miete der GmbH nicht z.B. als verdeckte Gewinnausschüttung werten oder sonstige Vorbehalte dagegen geltend machen? Wir sind nach einer Steuerprüfung, bei der uns Absichten der verdeckten Gewinnausschüttung unterstellt wurden (Tantiemenzahlung etc.), sehr vorsichtig geworden.

Danke schön!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2005 | 15:49

Sehr geehrte Fragesteller,

bezugnehmend auf Ihre Nachfrage kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Das Finanzamt kann die höhere Miete die GmbH als verdeckte Gewinnausschüttung werten, wenn hierfür Anzeichen vorhanden sind.

Bei einer Miete die lediglich um 100 € höher ist als die Miete die an den Vermieter zu bezahlen ist, dürfte solch eine Annahme vom Finanzamt nicht getroffen werden. Die höhere Miete kann dadurch begründet werden, dass Ihnen als Untervermieter durch die Abrechnung Aufwendungen entstehen.

Sollten Sie beabsichtigen die Miete monatlich um mehr als 100 € zu erhöhen, so müssen sie hierfür eine plausible Erklärung für das Finanzamt haben.

Ich kann Ihnen hier nicht abschließend zu sichern, dass das Finanzamt meiner Rechtsansicht folgt. um hier den Gefahren zu entgehen vom Finanzamt falsch eingestuft zu werden, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter beim Finanzamt oder ein Abschluss von zwei Mietverträgen mit den Vermieter.

Ich hoffe Ihre Frage hiermit beantwortet zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sanela Navrboc
Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER