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Gewinn Einzelunternehmung / 1% Regelung Firmenauto - Wohnsitz im Ausland

21.04.2019 08:43 |
Preis: 98,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Anwendung der 1% Regelung bei Betriebsstätte in Deutschland und Wohnsitz in Österreich
Besteuerungsgrundsätze bei beschränkt Stpfl.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgende Konstellation. Ich besitze eine Einzelunternehmung in Deutschland (inkl. Umsatzsteuernummer). Die Einzelunternehmung ist in Deutschland als hauptberufliche Selbständigkeit eingetragen. Die Firmenadresse ist auch hier in Deutschland und jedes zweite Wochenende bin ich bei der deutschen Firmenadresse (3-4 Tage). Da sich die Adresse im Haus meiner Eltern befindet, kann auch jederzeit Post entgegengenommen werden.

Ich besitze auch ein Auto (Kauf 2017), welches auf mich zugelassen ist. Seit Dez 2018 wende ich die 1% Regelung an und rechne das Auto über mein Unternehmen ab.

Seit Februar (2019) bin ich nach Österreich gezogen und habe dort eine Tätigkeit als Angestellter angenommen. Dies läuft parallel zu meiner Einzelunternehmung in Deutschland.

Folgende Fragen stelle ich mir:

1) Durch meinen Wohnsitz in Österreich bin ich beschränkt steuerpflichtig in Deutschland. Wie viel Steuern muss auf meinen Gewinn von der Einzelunternehmung in Deutschland bezahlen (%) ? Muss ich noch etwas in Österreich versteuern ?

2) Kann ich mein "Firmenauto" weiter auf meiner deutschen Einzelunternehmung belassen ? Oder geht das nicht mehr, weil mein Wohnsitz derzeit in Österreich ist ?

3) Wie verfahre ich mit der 1% Regelung für mein deutsches Firmenauto wenn ich in Deutschland beschränkt steuerpflichtig bin, bzw. mein Wohnsitz derzeit in Österreich ist ? Ich bezahle ja daher keine deutsche Einkommenssteuer mehr (meine Vermutung).

4) Mein Gehalt in Österreich als Arbeitnehmer wird automatisch von meinem Arbeitgeber in Österreich versteuert. Das ganze läuft auch separat über ein Konto in Österreich. Benötigt das deutsche Finanzamt hier etwaige Informationen von meinem Gehalt in Österreich ?

5) In wie weit benötigt das Finanzamt in Österreich Informationen über meine Selbständigkeit in Deutschland ?

Über eine Beantwortung freue ich mich.

Vielen Dank und beste Grüße,


22.04.2019 | 09:32

Antwort

von


(58)
Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen und des Ersteinsatzes für eine Ersteinschätzung wie folgt beantworten:

1) Die Höhe der in Deutschland anfallenden Steuer hängt ausschließlich von der Höhe des in Deutschland zu versteuerenden Einkommens ab. Nach § 50 EStG werden persönliche Steuerermäßigungen bei beschränkt Stpfl. nicht berücksichtigt. Das ist Áufgabe des Wohnsitzstaates. Daher ist der Gewinn faktisch gleichzeitig das zu versteuernde Einkommen, das um den Grundfreibetrag zu erhöhen ist.
Da Sie in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig sind, sind Sie nach dem Einkommensteuerrecht von Österreich auch mit ausländischen Einkünften steuerpflichtig. Allerdings wäre hier das zwischen Österreich und Deutschland bestehende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zu beachten, das eine Doppelbesteuerung verhindert. Die ausländischen Einkünfte werden hiernach unter Anwendung des Progressionsvorbehalts von der österreichischen Besteuerung freigestellt.

2) + 3) Für Ermittlung des Gewinns aus Gewerbebetrieb gelten wie bei Inländern die Gewinnermittlungsvorschriften der §§ 4 , 5 EStG . Hierzu zählt auch die 1%-Regelung bei der Nutzung eines Firmen-PKW. Die gesetzlichen Vorschriften müssen natürlich - wie bisher - erfüllt sein.

4) Ihre EInkünfte aus nichtstelbständiger Tätigkeit sind für die Besteuerung in Deutschland irrelevant. Daher benötigt Deutschland hierüber keine Informationen

5) Das Besteuerungsrecht Österreichs als Wohnsitzstaats bezieht sich auch auf die ausländischen Einkünfte in Deutschland (s. o.) . Daher sind hierzu in der Steuererklärung Angaben zu machen.

Bei diesen Ausführungen gehe ich davon aus, dass Sie ausschließlich Ihren Wohnsitz in Österreich haben und die gesetzlichen Voraussetzungen der 1% Regelung vorliegen. Diese Punkte waren nicht Gegenstand Ihrer Anfrage, hätten aber auch den Gegenstand einer online-Ersteinschätzung überstiegen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht


Rechtsanwalt Franz Meyer

Nachfrage vom Fragesteller 22.04.2019 | 11:50

Hallo Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Der Punkt 2 ist für mich am wichtigsten - das ist mir noch nicht ganz klar. Ich besitze derzeit nur mein Firmenauto von der deutschen Einzelunternehmung. Diese wird nach dem deutschen Recht mit der 1% Regelung steuerlich berücksichtigt.

Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass der Gewinn der Einzelunternehmung in Deutschland versteuert wird, und zwar im Bezug auf das deutsche Einkommenssteuerrecht. Aus Ihrer Antwort geht mir noch nicht ganz hervor, wie es sich mit der 1% Regelung verhält. Wird diese genauso behandelt, wie als wenn ich in Deutschland wohnen würde ? (Ich benötige hier keine Ausführung, wie die 1% Regelung funktioniert).

Das heißt, auf den Gewinn / Einkommen in Deutschland wird dann der Betrag aus der 1% Regelung hinzugerechnet. In Deutschland erhöht sich mein versteuerndes Einkommen.

Auf Basis des Dopperbesteuerungsabkommen mit Österreich muss dieser Gewinn (inkl. 1% Betrag) auch in Österreich angegeben werden. Jedoch hat dies keine Auswirkungen auf meine zu bezahlende Steuer in Österreich.

Ist das richtig zusammengefasst ?

Vielen Dank und beste Grüße,



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.04.2019 | 21:11

Die 1% Regelung hängt nicht von Ihrem Wohnsitz in Deutschland ab. Also erhöht sie Ihren Gewinn in Deutschland.

Dieser Gewinn ist grundsätzlich in Österreich unter Progressionsvorbehalt freizustellen. Österreich ermittelt daher den Steuersatz unter Einbeziehung des in Deutschland erwirtschafteten Gewinns und wendet diesen erhöhten Steuersatz auf das ohne den deutschen Gewinn ermittelte zu versteuernde Einkommen in Österreich an.
Der in Deutschland erwirtschaftete Gewinn ist für Zwecke des Progressionsvorbehalt nach österreichischem Recht zu ermitteln. Hierdurch kann sich ein höherer oder niedrigerer Gewinn ergeben. Wenn es z. B. die 1% Regelung in Österreich nicht gibt, kann sie für Zwecke des Progressionsvorbehalt nicht angewendet werden. Allerdings wird die Privatnutzung eines Betriebs-PKW vermutlich auch in Österreich berücksichtigt, z. B. dadurch, dass im Umfange der Privatnutzung keine Betriebsausgaben des PKW angesetzt werden. Ein Steuerberater Ihres Vertrauens müßte daher den Gewinn den österreichischen Vorschriften anpassen. Das ist aber kein spezielles Problem der 1% Regelung, sondern ein grundsätzliches.

Viele Grüße
Franz Meyer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(58)

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