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Gewerbsmässige Hehlerei / Unschuldig verklagt?


| 30.07.2006 16:36 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich möchte zunächst den Sachverhalt schildern, in dem ein Unschuldiger in ein Ermittlungsverfahren gerät, das ihm den Ruf kostet, seinen Arbeitsplatz, seine Würde – und das, obwohl dieses Verfahren nicht einmal abgeschlossen ist!

· Mein Mann arbeitete als Kommissionierer im Zoll-Lager einer namhaften Fluggesellschaft, als er im Mai 2005 am Arbeitsplatz verhaftet wurde. Die Begründung hierfür war, dass sein Bruder (ebenfalls Mitarbeiter der Firma) via einem Internet-Auktionshaus Uhren verkauft habe, die mutmaßlich aus dem Bordverkaufssortiment der Fluggesellschaft stammten - und mein Mann, da Kommissionierer und verwandt, mutmaßlich der Beschaffer sei.
· Im Anschluss an die Verhaftung wurde unsere Wohnung durchsucht – bei offenen Türen, jedoch wurde bei uns nichts Belastendes gefunden
· Unsere Wohnung wurde in einem chaotischen Zustand verlassen – am schlimmsten wurde im Zimmer unserer Tochter gewütet und unter ihren im Keller befindlichen Spielsachen – glücklicherweise war das Kind zum Zeitpunkt der Durchsuchung in der Schule!
· Mein Mann wurde daraufhin vom Dienst suspendiert und zu einem Gespräch in die Personalabteilung der Firma beordert. Hier wurde ihm zunächst ein Aufhebungsvertrag angeboten, den er ablehnte, da er sicher war, dass es sich um ein Missverständnis handeln musste und betonte, dass er mit diesen Verkäufen schließlich nichts zu tun habe. Ihm wurde daraufhin gesagt, dass er sicher sein könne, dass man etwas finden würde, um diese Verbindung zu beweisen. Nach diesem Gespräch wurde mein Mann vorübergehend in eine andere Abteilung versetzt.
· Wir haben uns einen Anwalt genommen, der a) die Strafakte angefordert hat (=250,00,EUR), b) auf eine neuerliche Sicherheitsüberprüfung reagieren musste (=250,00 EUR) und uns c) mitteilte, dass der Arbeitgeber wahrscheinlich eine Verdachtskündigung aussprechen würde.
· Während unseres Urlaubs in Bayern schickte die Firma ein mehrseitiges Schriftstück zu uns nach Hause, in dem irgendwelche Uhrennummern und angebliche Beweise aufgeführt wurden, die nach Ansicht der Firma meinen Mann als Beschaffer der Uhren überführten. Von diesem Schreiben erhielten wir durch meine Schwägerin telefonisch Kenntnis.
· Mein Mann hat daraufhin die Personalabteilung seiner Firma angerufen.
Er solle sich sofort zu einem Gespräch einfinden – 600 km wären nichts im Vergleich zum drohenden Arbeitsplatzverlust – und das bisschen Hochwasser um uns herum interessierte dabei auch nicht. Mein Mann sagte, er würde seine Schwester bitten, das Schreiben seinem Anwalt zu geben. Hierauf kam dann die Antwort, Ja, er solle sich einen Anwalt nehmen, denn den würde er auch brauchen.
· Als wir aus dem Urlaub kamen, erhielt mein Mann die erste von insgesamt 3 Kündigungen in Folge. Verdachtskündigung – nach 14 Jahren sehr guter Arbeitsleistung ohne irgendwelche negativen Auffälligkeiten!
· Mein Schwager hatte nach eigenen Angaben mehrfach, sowohl der Polizei als auch der Firma gesagt, dass mein Mann nichts mit der Sache zu tun hat – aber von diesen hat sich keiner auch nur für den Namen desjenigen interessiert, von dem mein Schwager die Uhren erhalten hat.


Mittlerweile erhielt mein Mann auch Schreiben von den Käufern der Uhren, die von ihm Geld zurückerstattet haben möchten – dabei hat er keine Uhren verkauft, sondern sein Bruder – der außerdem glaubhaft versichert hat, dass er nicht wusste, das es sich um Uhren aus dem Bordverkaufsortiment der Firma handelte.

Ich kann nicht glauben, dass hier in diesem Fall wirklich nach dem Grundgesetz gehandelt wurde – mein Mann ist kein Verbrecher, sondern unschuldig und noch dazu lernbehindert, so dass die ganze Vorgehensweise der Firma und dieses Ermittlungsverfahrens, in das er nur durch die Verwandtschaft mit seinem Bruder hineingezogen wurde, denn diese Uhren wurden nicht alleine von meinem Mann kommissioniert!, noch grausamer zutage tritt:

· Arbeitsplatz verloren
· Vor den Kollegen und Familie als Dieb und Hehler hingestellt
· Die Nachbarn zeugen einer Wohnungsdurchsuchung
· Finanzieller Verlust, da man seine strafrechtliche Verteidigung selbst zahlen muss
· Probleme mit Arbeitsamt
· Beschlagnahmtes Eigentum – an unseren laufenden Krediten bestand bei der Wohnungsdurchsuchung dagegen kein Interesse
· Anschrift wird an völlig Fremde weitergegeben
· Psychische Probleme/Depressionen

Wir hatten angenommen, dass zumindest das Verfahren gegen meinen Mann eingestellt wird – aber nein, nun kam auch noch eine Anklageschrift.
Das macht einem Angst!

Diese Anklageschrift strotzt nur so von Fehlern:
· Mein Mann habe die deutsche und italienische Staatsbürgerschaft: Falsch – er ist deutscher Staatsbürger
· Die Einkünfte sind völlig falsch wiedergegeben
· Unsere Wohnung sei mit den neusten Geräten der Unterhaltungselektronik ausgestattet. Aber: Die Stereoanlage ist mindestens 10 Jahre alt, der Fernseher läuft auf Kredit (darauf habe ich bei der Haussuchung hingewiesen, aber das interessierte niemanden) – dass das Auto ebenfalls auf Kredit läuft interessierte auch nicht, das wir keine hochwertige und zudem zusammengestoppelte Einrichtung haben war egal, dass ich nur Discount-Kosmetik verwende interessierte ebenso wenig, wie dass wir keinerlei Markenbekleidung besitzen und ich nur wenige Stücke Modeschmuck habe.
Die waren gar nicht daran interessiert, auch die entlastenden Dinge zu sehen!
Dies soll beweisen, dass mein Mann das Eigentum der Firma entwendet oder die von einem noch unbekannten Dritten entwendeten weitergegeben habe wobei er gewerbsmässig handelte, um sich eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen.

Nun zu meiner Frage:
Mit was muss mein Mann rechnen, falls es tatsächlich zur Verhandlung kommt? Ist eine Verurteilung tatsächlich möglich?

Unser Anwalt ist eigentlich ein Fachanwalt für Arbeitsrecht

Danke im Voraus für eine Antwort.

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Sehr geehrte Ratsuchende,


falls es zu einer Verurteilung wegen der angeklagten Punkte kommen sollte (was ohne Kenntnis des Akteninhaltes und dem Gang der Hauptverhandlung nicht abschließend geklärt werden kann, ist das Strafmaß des § 260 StGB (nachzulesen über unsere homepage) von sechs Monate bis 10 Jahre festgelegt.

Hier sollten Sie einen kompetenten Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der Interessen beauftragen, da bisher offenbar weder im Ermittlungsverfahren noch im sogenannten Zwischenverfahren entsprechend vorgegangen worden ist.

Da nun die Anklageschrift wohl zugestellt worden ist, müssen Erhebungen im rechtlichen und tatsächlichen Sinne, sowie Beweisantritte nun schnell gestellt werden, um ggfs. die Eröffnung des Hauptverfahrens noch zu verhindern, bzw. die Wegen für eine Hauptverhandlung zu stellen.

Dieses ist bisher wohl nicht geschehen, so dass hier ggfs. die Einschaltung eines Strafverteidigers zwingend sein wird.

Denn zwar gilt nach dem Gesetz die Unschuldsvermutung; gleichwohl sollte Ihr Mann auch seinerseits die entlastenden Momente nochmlas deutlich machen.

Denn die Anklage wird ja schon tatsächlich "zusammenstürzen", wenn der Lebenswandel eben gar nicht so ist, wie seitens der STA dargestellt worden ist.

Auch sollte unbedingt der Zeuge genannt werden, von dem Ihr Schwager wohl die Uhren bezogen hat. Diese Angaben neben denen des Schwagers müssten -vorbehaltlich der Akteneinsicht- schon für einen Freispruch und vielleicht sogar für die Nichteröffnung des Hauptverfahrens sorgen.


Ich wünsche Ihnen alles Gute.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle



Nachfrage vom Fragesteller 30.07.2006 | 17:04

Kann ich denn so einfach den Anwalt wechseln?
Unser RA hat ja die Akte vorliegen - und ist ausgerechnet jetzt in Urlaub, hat aber über seine Sekretärin von uns einen Vorschuss von 600 EUR gefordert - weil er meint, dass es zur Verhandlung kommen wird (den ich noch nicht angewiesen habe, weil ich mit dem ganzen Verlauf sehr verunsichert und überfordert bin...)Wir haben eine Riesenangst und weil wir juristisch nunmal völlige Nullen sind - wissen wir auch nicht, ob unsere Interessen bislang korrekt verfolgt wurden...
Jedenfalls vielen Dank für die schnelle Reaktion.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2006 | 17:42

Der Anwalt kann (und sollte) ohne Probleme gewechselt werden. Setzen Sie sich mit einem Strafverteidiger in Verbindung; gleichzeitig sollte die Kündigung des bestehenden Mandates schriftlich erfolgen.

Nach den bisherigen Schilderungen sind die Interessen Ihres Mannes wohl nicht "optimal" vertreten worden.

Bewertung des Fragestellers |


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