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Gewerbesteuer freiberuflicher Unternehmensberater


| 12.06.2007 08:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Seit 1990 bin ich als freiberuflicher Unternehmensberater (ohne Angestellte) tätig, ztw. nebenberuflich, ztw. hauptberuflich - ohne einen Abschluss als Dipl. Volks- oder Betriebswirt zu haben. Zeitgleich war und/oder bin ich als angestellter Manager in großen Unternehmen und/oder auch als Geschäftsführer in eigenen GmbHs tätig.

Nach einer umfassenden Steuerprüfung (bis in alle privaten Steuern hinein) hat das Finanzamt 2004 begonnen, meine als Einzelfirma erbrachte freiberufliche Unternehmensberatung zur Gewerbesteuer zu veranlagen.

Eine besondere Spezialisierung meinerseits liegt nicht vor (ich habe bspw. keine Werbeagentur). Meine Versuche, dem Finanzamt das "Selbststudium" und/oder die "in der Praxis erworbenen Kenntnisse" durch geeignetes Material wie Literaturlisten etc. nachzuweisen, verliefen (aus für mich und meinen Steuerberater nicht nachvollziehbaren Gründen) bisher erfolglos.

Zuletzt haben wir (Steuerberater und ich) dem Finanzamt angeboten, meine freiberufliche Tätigkeit durch ein Gutachten zu belegen. Allerdings hat das Finanzamt unsere Frage, welchen Gutachter sie denn akzeptieren würden, schlichtweg nicht beantwortet, sondern erneut den Hinweis gegeben, dass es von Veranlagung zur Gewerbesteuer nicht abrücken würde.

Nun überlege ich, einen Rechtsstreit mit dem Finanzamt zu beginnen (Ziel: Abwendung der Veranlagung zur Gewerbesteuer, ggf. auch rückwirkend für 2004 und 2005) und würde mich daher um einen geeigneten Rat bezgl. der Kostenrisiken (zur Orientierung: voraussichtliche Gewerbesteuer 2006 bspw. i.d.H.v. 25 k€) und Erfolgsaussichten freuen.

Meine Fragen:

- Rechtsgrundlage / Erfolgsaussicht
- Vorgehensweise
- Kostenrisiken

Sehr hilfreich wären auch vergleichbare Fälle aus Ihrer Praxis.
Sehr geehrte(r) Frangende(r),

zunächst ist ein Einspruchsverfahren auszuschöpfen. Sofern über den Einspruch nicht entschieden oder nicht entsprochen wird, steht der Klageweg offen.

Es kommt bei einer Klage darauf an, dass Sie nachweisen können, dass bzw. inwieweit Sie ausreichende Kenntnisse in sämtlichen Hauptbereichen der BW (Führung, Fertigung, Materialwirtschaft etc.) erworben haben. Dies ist z.B. anhand von praktischen Arbeiten darzulegen. Die Tätigkeit muss anspruchsvoll und nicht nur in der Tiefe sondern auch in der Breite nach dem Wissen des Kernbereiches eines Fachstudiums des BW entsprechen (so BFH v. 14.3.1991, 13.12.1999, FG München v. 19.12.2005).

Ein freiberuflich tätiger Unternehmensberater ist auch von der Zahlung der Gewerbesteuer nur insoweit befreit, als er typische Beratungsleistungen erbringt. Eine gewerbliche Tätigkeit liegt bei weitergehender Spezialisierung vor. Hierzu gehören nach einem Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf z.B. die Einkünfte für die Vermittlung von Personal, die Werbeberatung (laut Handelskammer Hamburg, anders: reines Coaching). Für diese Einkunftsart ist Gewerbesteuer zu entrichten
Urteil des FG Düsseldorf
7 K 7550

Die zu erwartenden Kosten hängen vom Gegenstandswert, also der festzusetzenden Gewerbesteuer, ab: Bei ca. 25.000 EUR müssen Sie bei einer Klage mit etwa 1960,-- EUR rechnen, mit Einspruchsverfahren gesamt ca. 2.674,61 EUR.

Dieses gilt für den Fall des vollen Unterliegens. Im Falle eines Teilsieges wird der Betrag gequotelt, im Falle des Obsiegens trägt das Finanzamt die Kosten.

Gleichwohl möchte ich darauf hinweisen, dass die steuerliche Gesamtbelastung durch die Gewerbesteuer aufgrund der Anrechnung auf die Einkommensteuer, die durch die Unternehmensssteuerreform zum 1.1.2008 noch weiter angehoben werden soll, deutlich abgeschwächt wird. Ob es sich vor diesem Hintergrund lohnt, ist daher im Eizelfall zu prüfen.

Sie können mich gerne per E-Mail oder Telefon kontaktieren, falls Sie ein weiteres Vorgehen wünschen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

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