Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.567
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewerberaum ohne Stromzähler


20.10.2014 16:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen Gewerberaum ohne Stromzähler gemietet.
Vor Vertragsabschluss hatte mir die Vermieterin mündlich zugesichert, noch einen Stromzähler einzubauen. Daran kann sie sich nun nicht mehr erinnern.

Nach mehrfacher Nachfrage, wie der Strom denn abgerechnet werden würde, kam sie mit dem Vorschlag, den Hauptzählerstand minus alle anderen Stromzähler zu rechnen. Dagegen habe ich sofort Einspruch erhoben, da ich nicht auch noch für das Treppenhaus mitzahlen möchte.

Nun haben wir uns auf eine montaliche Pauschale von 35€ geeinigt.
Der Hauswart, welcher ebenfalls Mieter im Haus ist, hat jedoch sofort angekündigt, rechtliche Schritte dagegen einzuleiten. Er sieht Nachteile für die Hausgemeinschaft, sollte ich mehr Strom im Wert als 35€ verbrauchen.

Meine Frage: Ist diese Pauschale von35€ im Monat rechtlich unanfechtbar, oder kann ich am Ende vom Jahr von der Hausgemeinschaft belangt werden?
Und wenn ich auf einen Stromzähler bestehe, wer muss die Kosten tragen? Die Vermieterin oder ich?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit die Vermieterin Ihnen mündlich bei Vertragsschluss zugesichert hatte, einen Stromzähler einzubauen, ist sie an diese Zusage gebunden. Die Frage ist aber, ob Sie diese mündliche Zusage z. B. durch Zeugen beweisen könnten.

Da der Vermieter grundsätzlich nur den Zugang zur Stromversorgung stellen muss, der tatsächliche Strombezug ansonsten aber grundsätzlich Mietersache ist, könnten Sie ggf. auch selbst einen Zähler einbauen lassen. Wenn Sie selbst einen Stromzähler einbauen lassen, müssten Sie grundsätzlich die Kosten dafür tragen. Natürlich kann auch etwas Anderes vereinbart werden, wie z. B. eine Teilung der Kosten oder die vollständige Kostenübernahme durch den Vermieter. Sie sollten daher einen eigenen Einbau sowie die Kostenfrage mit dem Vermieter vorab besprechen und abklären.

Die vereinbarte monatliche Pauschale von 35,00 € könnte tatsächlich problematisch werden, wenn Ihre Stromkosten über dieser Pauschale liegen. Wegen der Pauschale wäre eine Nachforderung der Vermieterin wohl ausgeschlossen und die übrige Hausgemeinschaft würde dann indirekt Ihre Stromkosten, die über die Pauschale hinausgehen, zahlen. Dies wäre natürlich unbillig und würde zurecht Proteste und Einwendungen der übrigen Hausgemeinschaft hervorrufen. Die Einwendungen wären dann allerdings in erster Linie gegen die Vermieterin zu richten, die für eine ordnungsgemäße Abrechnung und Kostenverteilung zu sorgen hat.

Es wäre daher besser, falls Sie keinen Stromzähler installieren wollen, eine monatliche Vorauszahlung von 35,00 € mit der Vermieterin zu vereinbaren. Sollten Ihre Stromkosten dann höher liegen als die geleisteten Vorauszahlungen, könnte die Vermieterin eine Nachforderung geltend machen und die übrige Hausgemeinschaft würde nicht belastet. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr tatsächlicher Verbrauch über die schon vorhandenen Stromzähler zuverlässig und möglichst genau ermittelt werden kann.

Ein eigener Stromzähler wäre aber sicherlich die beste Lösung, Ihren Verbrauch und Ihre Kosten zu bestimmen und Unmut bei der Hausgemeinschaft zu vermeiden. Eine Verpflichtung zum Einbau des Zählers besteht aber grundsätzlich nicht, solange Ihr Verbrauch auch anders zuverlässig bestimmt werden kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort einen Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin




FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER