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Gewerbe - Wann muss ich genau ein Gewerbe anmelden?

| 07.04.2010 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Jochen Boehncke


Ich wollte gerne wissen, wenn ich jetzt meine Digitalbilder zum Beispiel bei einer Fotocommunity anbiete und ich erst nur geringe Einnahmen habe, die gerade meine Kosten decken und später erst Gewinne erziele, kann ich dann erst auch ein Gewerbe anmelden, wenn ich Gewinne mache , ich muss ja erstmal meine Kamera abbezahlen und meine Kosten für meine Ausrüstung hereinholen.

1) Wie ist die Rechtslage?
2) Wann muss ich genau ein Gewerbe anmelden?
3) Wie genau ist Liebhaberei und Gewerbe definiert? Mir ist klar, wenn man seine Kosten decken kann dann ist es Liebhaberei, aber was sind die Kosten ( Ausrüstungskosten? Anschaffungskosten der Kamera???)
4) Was ist wenn ich bereits Gewinne gemacht habe, wie kann ich sie nachträglich versteuern??

Sehr geehrter Herr Fragestller,

Sie werfen zwar insgesamt 4 Fragen auf, aber die Antworten ergeben sich rasch und recht klar aus der ersten Frage nach der "Rechtslage".

Diese bestimmt sich nach der Gewerbeordnung:

Die Definition, wer gewerblich tätig ist, lautet recht einfach: Jede mit Gwinnerzielung ausgeübte wirtschaftliche, auf eigene Rechnung erfolgende und dauerhafte Tätigkeit ist gewerblich. Es genügt die Absicht, Gewinne zu erzielen und die Absicht, einen Gewinnerzielungsvorgang zu wiederholen.

Wenn Sie also mehere Ihrer Bilder zum Verkauf anbieten und auch planen, das fortzusetzen, handeln Sie gewerblich. Sie müssen dieses beim Gewerbeamt anmelden, was nicht viel kostet- 20 bis 30 EURO Anmeldegebühr beim Ordnungsamt Ihrer Stadt.

Die Steuer tut auch nicht weh- Sie melden dort ein Einzelunternehmen an und haben nur die Pflicht, die Umsatzsteuer monatlich zu melden.

Sie haben keine Seuern zu entrichten, so lange die Kosten die Einnahmen übersteigen.

Als Gewerbetreibender werden Sie Ihre Rechnungen mit Umsatzsteuer stellen- das mag interessant für Kaufleute als Kunden sein.

Die von Ihnen angesprochene Liebhaberei trifft Menschen und Gesellschaften, die über lange Zeiträume als Gewerbetreibende keinen Gewinne erzielen, weil die Ausgaben die Einnahmen ständig übersteigen. Beispiel: Die angeblich gewerblich genutze Jacht, welche nur für wenge Tage vermietet wird, aber über das ganze Jahr Kosten verursacht.

Das hat jedoch- so lange Sie nicht ein Gewerbe betreiben- mit Ihrer Selbtsändigkeit nichts zu tun- also es geht bei Ihnen nicht deshalb nur um Liebhaberei, wenn Sie erste Bilder verkaufen (wollen) und mehr Kosten, als Ertrag haben.

Nur der Vollständigkeit halber:

Liebhaberei wird von der Finanzverwaltung angenommen, wenn der Steuerpflichtige eine Tätigkeit ohne Gewinnerzielungsabsicht ausübt. Eine gewerbliche Tätigkeit wird bei mangelnder Gewinnerzielungsabsicht als Liebhaberei gelten.

Burteilt die Finanzverwaltung eine Tätigkeit als Liebhaberei, wird die Tätigkeit der privaten Lebensführung zugeordnet. Damit können erzielte Verluste steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden.

Es ist ordnungswidrig, ein Gewerbe ohne Anmedlung zu betreiben- verspätete Versteuerung von Gewinnen führt a) zu einer Prdüfung Ihrer Unterlagen b) zu Säumniszuschlägen.

Mein Rat: Machen Sie sich die kleine Mühe und melden Sie Ihr Gewerbe an- dazu die Meldung beim Finanzamt und monatlich zum 10. die Umsatzsteuervoranmeldung.

Sie können dann alle Kosten, die für den Verkauf der Bilder anfallen, dagegen rechnen- und haben weitere Vorteile als Unternehmer.

Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2010 | 21:22

ich habe im Internet gelesen, man solle nur ein Gewerbe anmelden, wenn die Einnahmen die Ausgaben übersteigt!!

Stimmt das??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.04.2010 | 21:19

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

vielen Dank für Ihre freundliche Bewertung und die Nachfrage.

Diese von Ihnen genannte Internetinformation ist falsch. Das deutsche Steuerrecht kennt z. B. einen sog. Verlustvortrag. Es ist durchaus üblich, das neu gegründete Unternehmen in der Anfangszeit Verluste haben- diese können erheblich sein: Werbung ist zu finanzieren, Büro- und EDV sind anzuschaffen- Produkte sind weiter zu entwicklen etc.

Häufig finden sich dann auch nach und nach erst die Märkte und Kunden, die dauerhaft einen Erfolg versprechen.

Hier ist es sogar von Vorteil, diese Kosten des Aufbaus bereits im Gewerbeunternehmen zu haben- da Verluste mit Gewinnen unter Einhaltung bestimmter Grenzen verrechnet werden können.

Auch knüpft die Gewerbeordnung (GewO) gerade nicht an einem Erfolg, sondern der reinen Afnahme der gewinnorientierten Tätigkeit an. Wer dagegen verstößt, handelt jedenfalls ordnungswidrig.

Und schließlich haben Sie ohne Gewerbe gar keine Möglichkeit, z. B. die Anschaffungskosten für einen Fotoapparat steuerlich geltend zu machen.

Im Kern geht es doch für Sie um Folgendes: Wie viele Bilder dürften Sie in der Community vertreiben, so dass dies noch als privates Handeln (Hobby) gesehen wird und nicht als gewerbliche Tätigkeit.

Die Grenzen hierzu sind leider fließend & ich vermag Ihnen dazu keine abschließende, konkrete Zahl zu nennen.

Niemand wird Anstoss nehmen an einem Verkauf 1 x pro Kalendermonat. Das wäre dann vergleichbar wie eine e- Bay Versteigerung oder der Besuchb eines Flohmarktes, um etwas "los" zu werden.

Eine größere Stückzahl und entsprechende Präsenz würde jedoch rasch als auf Dauer ausgerichtete Tätigkeit verstanden.

Also: Niemand wird Ihnen Schweirigkeiten machen, wenn Sie einmal testen, ob und wie so ein Verkauf gelingen kann- bei Mehrfachauftritten in der Community wird dann die Schwelle überschritten und die geringfügigen Anforderungen an eine Gewerbeanmeldung ausgelöst.



Bewertung des Fragestellers 07.04.2010 | 21:24

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FRAGESTELLER 07.04.2010 4,4/5,0