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Gewerbe Anmeldung - Steuererklärung

20.01.2008 05:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Manfred A. Binder


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir ins Auge gefasst, mit meiner Internet-Seite etwas Geld nebenbei zu verdienen. Durch den Verkauf von Werbeflächen auf dieser Internet-Seite und durch einen Tshirt Shop. Ich gehe davon aus, dass ich dafür einen Gewerbeschein brauche? Wenn ich ein Gewerbe anmelde und ein extra Konto dafür eröffne, muss ich dann bei der Steuererklärung auch mein privates Konto offen legen? Ich muss doch eine Steuererklärung machen, oder? Wieviel Geld darf ich zu meinem Lohn (monatl. ca. 1000 € Netto) im Jahr dazu verdienen, ohne Steuerpflichtig zu sein? Soweit ich weiß brauche ich, wenn ich etwas dazu verdienen will auf jeden Fall einen Gewerbeschein oder?

Was wäre, wenn ich das alles aufbaue und dann nach 3 Monaten kein Geld mehr rein kommt, weil das mit der Idee nicht so klappt? Natürlich habe ich dann auch keine Ausgaben mehr, also es bleibt dann bei +/- 0 was würde man dann machen?

Ab wann ist man Mehrwertsteuerpflichtig? Kleinstunternehmen können auch ohne MWST Rechnungen schreiben, oder?

Muss mein Arbeitgeber darüber informiert werden, wenn ich nebenbei noch ein Gewerbe anmelden will?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Wie Sie schon vermutet haben, müssen Sie für Ihr Vorhaben ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anmelden und hierfür einen Gewerbeschein beantragen.

Da Sie mit Ihrer gewerblichen Tätigkeit aller Voraussicht nach unter die Kleingewerbetreibenden-Regelung fallen, werden sie Ihren Gewinn gemäß § 4 Abs. 3 EStG im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung zu ermitteln haben. Das heißt, dass Sie den Einnahmen aus dem Gewerbebetrieb die Ausgaben hierfür gegenüberstellen können. Ergibt sich ein Gewinn, so zählt dieser zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG). Da diese Tätigkeit nur eine nebenberufliche darstellt und Sie im Übrigen auch noch angestellt sind, ergeben sich zudem auch Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gemäß § 19 EStG. Für die Berechnung des zu versteuernden Einkommens werden alle Einkunftsarten addiert. Für das zu versteuernde Einkommen gilt ein Grundfreibetrag in Höhe von € 7664,00. Da der Grundfreibetrag schon aus den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit aufgezehrt wird, werden die Einnahmen aus dem Gewerbebetrieb voll zu versteuern sein.
Eine Einkommensteuererklärung ist gemäß § 25 EStG für den Veranlagungszeitraum abzugeben, es sei denn die Einnahmen aus anderen Einkommensarten übersteigen nicht den Betrag in Höhe von € 410,00.
Eine Verpflichtung, das private Konto bei der Einkommensteuererklärung offen zulegen besteht nicht. Allerdings kann das Finanzamt bei Prüfung die Vorlage von Kontoauszügen des privaten Kontos verlangen.
Wenn sich tatsächlich nach drei Monaten herausstellen sollte, dass der Gewerbebetrieb nicht rentabel läuft, dann sollten sie gleichwohl eine Einkommensteuererklärung abgeben, da sie möglicherweise eventuelle Verluste aus dem Gewerbebetrieb einkommensteuerlich geltend machen können.
Nach § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer auf die Umsätze von Kleinunternehmen erhoben. Voraussetzung hierfür ist, dass der Nettoumsatz im vergangenen Jahr nicht über € 17.500,00 lag und im laufenden Jahr € 50.000,00 voraussichtlich nicht übersteigen wird. Wird die Kleinunternehmerregelung angewandt, darf auf Rechnungen nicht die Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Im Gegenzug entfällt auch der Vorsteuerabzug.

Hinsichtlich Ihres Arbeitgebers besteht keine Informationspflicht über die Nebentätigkeit, es sei denn, eine Informationspflicht wurde vertraglich vereinbart oder wenn Interessen des Arbeitgebers bedroht sind.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte. Falls noch Unklarheiten bestehen sollten, dann nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragemöglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
- Rechtsanwalt -

Ich darf schließlich noch auf folgendes hinweisen:

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

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