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Gewalt im Straßenverkehr

08.11.2018 13:36 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

heute auf dem Weg zur Arbeit wurde ich von einem anderen Fahrer beleidigt und physikalisch angegriffen.
Der Fahrer hat dabei körperlichen Gewalt angewendet.

Der Vorfall verlief folgendermaßen:

Ich bin mit meinem Auto auf die Hauptstraße rechts abgebogen, während sich von der linken Seite(also auf der Hauptstraße in meine Richtung) ein anderes Fahrzeug näherte und kurz danach(ca. 20 Meter später) aufgrund einer mobilen Verkehrsampel wegen Baustelle, habe ich bei rot angehalten.

Allerdings als ich auf die Hauptstraße abgebogen bin, hat sich der Fahrer des sich nähernden Autos kräftig seine Lichthupe getätigt. Ich konnte das nicht nachvollziehen. Er hatte zwar Vorfahrt, jedoch bis zu meiner Höhe gab es min. 100 Meter Abstand als ich mit dem Abbiegemanöver begonnen hatte. Außerdem o.g. Ampel leuchtete ohnehin rot.

Ich gehe davon aus, dass er deswegen wütend war, weil ich ihm keine Vorfahrt, trotz der ausreichender Entfernung und rot leuchtete Ampel gewährt habe.

Da er aber so aggressiv war, wollte ich ihn auf die Ampel aufmerksam machen. deswegen habe ich meine Tür geöffnet und nach hinten laut gerufen(ohne Auszusteigen), was er von mir will und habe die Ampel gezeigt.

Daraufhin war er noch wütender. Er ist aus seinem Fahrzeug ausgestiegen und zu mir kommen. Als er neben meiner geschlossenen Tür stand, hat er ganz kräftig an meiner Scheibe gehauen und hat mich aufgefordert auszusteigen. Ich habe die Tür geöffnet und als ich meinen linken Fuss auf die Straße gesetzt habe, hat er die Tür ziemlich kräftig gegen gedrückt. Mein Bein ist zwar zwischen Tür und Auto geklemmt aber wurde es nicht verletzt.

Dann ist er einen Schritt zurückgegangen, sodass ich nun aussteigen konnte. Als ich ausgestiegen bin, hat er mich schreiend und beleidigend mit beiden Händen kräftig geschubst.

Kurz danach hat er sich schnell umgedreht und weiterhin beleidigend und murmelnd zu seinem Auto zurückgekehrt.

Während er zu seinem Fahrzeug lief, habe ich von Ihm, während er in sein Auto eingestiegen ist, Fotos gemacht. Als er das gesehen hat, hat er zynisch lächelnd laut brüllend gesagt, ob ich wisse, viele Zeugen in seinem Auto sitzen...

Ich glaube die Tatsache, dass er mehrere Zeuge in seinem Auto hatte, war seine Motivation für sei aggressives Verhalten.

Ich habe hingegen keine Zeugen.
Nur ein Dienstwagen, also ein Transporter mit 2-3 Insassen von einem lokalen Stromversorger hat das Ganze aus sehr nahen Entfernung, als er an uns ganz langsam und beobachtend mit offenen Fenstern vorbei gefahren ist gesehen.
Ich habe mir jedoch bei dem Stress das Kennzeichen nicht bemerkt.

Meine Fragen sind nun folgende:

1-) Wie wird dieses Verhalten von dem aggressiven Fahrer im juristischen Sinne eingestuft?

2-) Wenn ich diesen Fahrer anzeige, können die Insassen vom o.g. Transport als Zeuge ermittelt werden?(Anhand Fahrtenbücher des Stromversorgers etc)

3-) Können die Fingerabdrücke des Fahrers aus meinem Auto oder Jacke sichergestellt und als Beweismittel verwendet werden? denn diese wären nämlich konkrete Bestätigung seiner Aggressivität.

4-) kann ich Im Anzeigefall verhindern, dass meine Wohnanschrift dem Fahrer keinesfalls bekanntgegeben werden? Ich habe eine Familie und bei solchen dermaßen Aggressiven Menschen kann man leider alles erwarten...Nicht, dass er aus Wut und Rache gefährlichere Sachen anstellt.

Ich stelle diese Fragen, denn er hat tatsächlich Zeugen in seinem Auto gehabt.
Ich möchte nicht, dass er mithilfe seiner Zeugen das Ganze in meine Richtung dreht und mich ggf. Strafbar macht.

Vielen Dank im Voraus.

08.11.2018 | 16:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1-) Wie wird dieses Verhalten von dem aggressiven Fahrer im juristischen Sinne eingestuft?

Das Verhalten des Anderen kann als Beleidigung, Nötigung als auch Körperverletzung eingestuft werden.

2-) Wenn ich diesen Fahrer anzeige, können die Insassen vom o.g. Transport als Zeuge ermittelt werden?(Anhand Fahrtenbücher des Stromversorgers etc)

Ja oder Nein, die Ermittlung von Zeugen ist immer relativ schwieirg, sofern der Personenkreis nicht bekannt ist. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft diesen "Aufwand" betreiben wird. Sie können dem aber auch vorgreifen und den Stromversorger selbst anschreiben und dort anfragen, ob jemand den Vorfall mitbekommen hat, wenn Sie diesen zumindest zeitlich zuordnen können. Möglicherweise erleichtert dies dann die entsprechende Benennung der potentiellen Zeugen.

3-) Können die Fingerabdrücke des Fahrers aus meinem Auto oder Jacke sichergestellt und als Beweismittel verwendet werden? denn diese wären nämlich konkrete Bestätigung seiner Aggressivität.

Ob die Entnahme von Spuren und deren Sicherstellung in Frage kommt, kann nur die Polizei beurteilen. Auch dies ist wieder eine Frage des Aufwendes und mit Blick auf die Verwertbarkeit der Spuren, sprich ob diese angesichts des Wetters oder dem Material überhaupt aussagekräftig sichergestellt werden können. Für ein Strafverfahren ist dies nicht zwingend nötig, wenn die unter 2) in Frage kommenden Zeugen aufgefunden werden können.

4-) kann ich Im Anzeigefall verhindern, dass meine Wohnanschrift dem Fahrer keinesfalls bekanntgegeben werden? Ich habe eine Familie und bei solchen dermaßen Aggressiven Menschen kann man leider alles erwarten...Nicht, dass er aus Wut und Rache gefährlichere Sachen anstellt.

Da Sie verpflichtet sind bei Abgabe der Anzeige auch Ihre Personalien zu hinterlegen, kann ein eingeschalteter Rechtsbeistand auf der Gegenseite durch Akteneinsicht auch Ihre Anschrift ermitteln. Zwar darf er diese nicht an den Betroffenen der Tat ohne Weiteres weiterleiten, aber verhindern kann man dies nicht. Die Einzige Möglichkeit ist, dass man aus Opferschutzgründen die Veröffentlichung der Daten zurückstellt. Dafür muss man gesondert einen Antrag stellen, über welchen die Staatsanwaltschaft bzw. ein Gericht entscheiden muss.

Insgesamt ist festzuhalten, dass Sie ohne aussagekräftige Beweis, sprich Zeugen, eine schlechte Ausgangslage für eine Verurteilung des Täters haben, wenn auf dessen Seite Zeugen stehen, welche eine ihm wohlgefällige Aussage zukommen lassen werden. Sofern die Zeugen vor Gericht nicht generell unglaubwürdig seien, kann sich dies daher auf die Verurteilung nicht unerheblich auswirken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, sofern Sie Ergänzungen oder einzelne Erläuterungen wünschenbitte ich um entsprechende Rückmeldung durch die kostenlose Nachfrageoption. Im Übrigen bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Lembcke

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