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Gewährleistungsrecht beim Gebrauchtwagenkauf

11.09.2008 09:07 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Ich habe eine Frage zur gesetzlichen Gewährleistung bei Gebraucht-Fahrzeugen.
Wir haben vor 11 Monaten ein gebrauchtes Fahrzeug bei einem Händler für 9.300 € gekauft. Das Fahrzeug war bei Kauf ca. 4 Jahre alt und wies einen KM-Stand von ca. 110.000 KM auf.
Der Händler versicherte uns, das bei 91.000 KM eine große Inspektion inkl. Wechsel des Steuerzahnriemen gemacht wurde.
Eine zusätzliche Garantie für Gebrauchtwagen wurde nicht abgeschlossen.

Nun ist bei KM 151.000 der Steuerzahnriemen defekt und hierdurch ist eine kapitaler Motorschaden entstanden. Eine Reparatur, bzw. ein Austausch des Motors würde ca. 4-5.000 € kosten.
Der Händler bietet nun die Rücknahme des Fahrzeuges an bei Erstattung von 4.000 €, für die wir uns ein anderes Fahrzeug aus seinem Bestand aussuchen können.....

Nun meine Fragen hierzu.
1. Wie lang ist die gesetzliche Gewährleistung für ein gebrauchtes Fahrzeug ?

2. Fällt ein defekter Zahnriemen nun unter die Gewährleistung des Händlers, zumal er behauptet hat, das dieses Teil bei 91.000 KM getauscht wurde ?
Die Werkstatt hat hier nun festgestellt, das der Zahnriemen noch der erste Originalriemen ist und nicht wie behauptet getauscht wurde.

3. Ist der Händler zur Übernahme der Kosten verpflichtet, oder darf er selber nachbessern ?
Der Händler ist ca. 300 KM entfernt von uns.

4. Wie würde man bei einer event. Rückgabe an den Händler einen Minderwert für die 11 Monate Nutzung und die ca. 40.000 gefahrenen Kilometer ermitteln ?


Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen sowie Ihres Einsatzes erlaube ich mir, Ihre Frage wie folgt zu beantworten:

1. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt für alle Fahrzeuge grundsätzlich zwei Jahre, egal ob neu oder gebraucht. Allerdings besteht für den Verkäufer bei gebrauchten Fahrzeugen die Möglichkeit, diese gesetzlich vorgesehene Gewährleistungszeit vertraglich ausschließen oder abzukürzen, wovon in der Regel auch Gebrauch gemacht wird (sie werden aller Voraussicht nach eine entsprechende Passage in Ihrem Kaufvertrag finden). Gegenüber Verbrauchern allerdings ist diese Gestaltungsmöglichkeit begrenzt und lediglich eine Reduzierung auf mindestens ein Jahr möglich. In Ihrem Fall ist somit davon auszugehen, dass der Wagen noch der Gewährleistung unterliegt.

2. Der defekte Zahnriemen unterliegt, ebenso wie das gesamte Fahrzeug, der gesetzlichen Gewährleistung. Sollte sich tatsächlich bestätigen, dass dieses Teil entgegen der ausdrücklichen Zusicherung des Verkäufers zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht neuwertig war, so stellt dies ein arglistiges Verhalten und damit eine Vertragsverletzung seitens des Verkäufers dar. Neben weiteren (im Einzelnen konkret zu prüfenden), Ansprüchen Ihrerseits kann sich der Käufer als Konsequenz hiervon nicht auf eine verkürzte Gewährleistungsfrist berufen.

3. Grundsätzlich muss dem Händler zunächst die Gelegenheit gegeben werden, die Mängel selbst zu beseitigen. Allerdings ist hierzu zu beachten, dass er sämtliche zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen zu tragen hat. Dies umfasst neben den eigentlichen Widerherstellungskosten auch Transport- und Wegekosten. Ohne Ihrem Händler aber diese Gelegenheit gegeben zu haben, sollten Sie den Wagen nicht einfach in einer anderen Werkstatt reparieren lassen.

4. Zur Berechnung des Nutzungswertes sind zwischen 0,4 und 0,67 % des Kaufpreises pro tausend Kilometer anzusetzen, was Ihrem Fall in einem Betrag zwischen etwa 1.500,00 EUR und 2.500,00 EUR resultierte.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben.

Bitte beachten sie jedoch, dass es sich hierbei lediglich um eine erste Einschätzung handeln kann und bereits geringe Sachverhaltsabweichungen zu einer anderen Beurteilung führen können.


Mit freundlichen Grüßen


Christian Grema
Rechtsanwalt

_____________
Christian Grema
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal

Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
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