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Gewährleistungsanspruch nach privatem Autokauf

01.10.2015 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, da ich nach einem privaten Autokauf mit diversen Problemen des Autos zu kämpfen habe. Um den Sachverhalt zu erläutern, starte ich am besten chronologisch. Es ist eine längere Vorgeschichte, die ich aber auch detailliert aufführen möchte, bis ich zu meinen Fragen komme.

03.08.2015

Autokauf eines BMW 320D Touring, Baujahr 09/2007, Kaufpreis 9.800 EUR

Ich selbst komme aus der Nähe von Hannover, das Auto wurde aber in Ludwigsburg privat gekauft. Es war im Angebot ersichtlich, dass der Wagen einen Austauschmotor bekam, welcher erst 5.000km gefahren war. Austauschmotor bedeutete, dass der der komplette Rumpfmotor, also der untere Teil des Motors ausgetauscht wurde. Nach einer längeren Probefahrt des Verkäufers nach dem Wechsel des Motors wurde mir versichert das der Wagen und der Motor in Ordnung seien. Auch ich hatte sowohl bei der Probefahrt, als auch auf dem Heimweg und auch 1.000km weiter ein gutes Gefühl und keine Probleme gehabt.

13.08.2015

Bis dahin war alles in Ordnung, ich war zufrieden mit dem Wagen. Bei normaler Fahrt hat der Motor aber plötzlich einen nicht ersichtlichen Leistungsverlust. Die Motorlampe zeigte an den nächsten Service aufzusuchen. Klopfgeräusche aus dem Motorblock waren unüberhörbar.

14.08.2015

Die nachfolgende erste Untersuchung in einer BMW Vertragswerkstatt lieferte keine konkrete Diagnose. Anhand der Klopfgeräusche wurde auf einen Lagerschaden getippt. Nach Rücksprache mit dem Verkäufer, welcher wiederum mit der Werkstatt seines Vertrauens (Carbox in Remseck am Neckar / nahe Ludwigsburg) sprach, sollte ich einen Test der Injektoren (Einspritzdüsen) bei der BMW Vertragswerkstatt durchführen lassen. Dies wurde anhand eines Laufruhetests von BMW gemacht, zeigte aber kein Fehlerbild. Die Kosten hierfür lagen bei 75,00 EUR, die ich trug.

18.08.2015

In der Zwischenzeit sprach der Verkäufer nochmals mit der Werkstatt seines Vertrauens. Jetzt wurde mir explizit erklärt, dass von BMW die Rücklaufmenge der Injektoren im Motor gemessen werden sollte. Dies hat die BMW Vertragswerkstatt auch durchgeführt, konnte aber auch hier kein Fehlerbild finden. Diese Untersuchung wurde kostenlos von BMW durchgeführt.

20.08.2015

Da kein Fehlerbild zu finden war und auch eine Fehlersuche über diese weite Entfernung unmöglich schien, einigten wir uns darauf das Auto nach Remseck am Nackar zu der Werkstatt Carbox bringen zu lassen und dort die Fehlersuche und Reparatur durchführen zu lassen.

24.08.2015

Nachdem ich zunächst eine Spedition finden musste, die einen solchen Transport übernimmt, wurde das Fahrzeug am 24.08.2015 bei mir zu Hause abgeholt und am 25.08.2015 in Remseck angeliefert. Die Kosten für den Transport lagen bei 399,00 EUR, welche ich trug.

14.09.2015

So lange dauerte die Fehlerfindung und Reparatur. Erst an diesem Tag konnte ich das Auto in Remseck wieder abholen. Ausgetauscht wurden etliche Teile, im Grunde der komplette obere Teil des Motors. Kolben, Zylinderkopfdichtung, Lagerschalensatz, ein Injektor, Ladeluftkühler, plus diverse weitere Teile. Inklusive Montagelohn kam eine Rechnung in Höhe von 3.800,54 EUR zusammen. Der Verkäufer des Autos beteiligte sich bei dieser Rechnung mit einer Höhe von 1.600,00 EUR, sodass mein Anteil 2.200,54 EUR betrug. Oben drauf kommt die nochmalige Zugfahrt nach Ludwigsburg, welche bei 118,00 EUR lag.

Als Fehlerursache wurde mir genannt, dass bei der Reparatur vor meinem Besitz, also als der Austauschmotor eingesetzt wurde, im oberen Teil des Motors sich offensichtlich noch Dreckpartikel bzw. Späne befanden, die nun zu diesem Fehler führten.

Zum Einen dauerte die Reparatur sehr lange, zum Anderen fühlte ich mich nicht verantwortlich für diesen Vorfall und sprach mit dem Verkäufer. Es handelte sich allerdings auch um einen Privatkauf, was die Situation für mich schwierig machte. Der Verkäufer hätte sich auch komplett abwenden können und ich hätte seinen Teil, welchen er zugesagt hatte, auch mit begleichen müssen. In diese Situation wollte ich nicht kommen.

Der Verkäufer wollte sich nun aber auch mit der ersten Werkstatt, die den offensichtlichen Fehler verursachte, in Verbindung setzen und einen Teil, wenn nicht alles, an Reparaturkosten zurück fordern. Der er sich seit dem 16.08.2015 im Urlaub befindet, kenne ich den aktuellen Stand hierzu leider nicht.

Die Rückfahrt mit dem Auto war zunächst in Ordnung. Aufgrund neu eingebauter Kolben sollte ich niedertourig fahren, was ich auch tat. Doch etwa 20km vor meinem Wohnort gab es auf der Autobahn einen weiteren (sehr kurzen) Leistungsverlust. Im späteren Verlauf der 20km war aber keine Einschränkung mehr festzustellen.

15.09.2015

Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Auto zur Arbeit. Als ich an einer Ampelkreuzung anhalten musste, bemerkte ich ein starkes Ruckeln im Fahrzeug, was vom Motor herrührte. Es fühlte sich an, als ob draußen jemand an der Karosserie wackelte. Ich habe den Motor sofort ausgestellt. Ich probierte den Wagen wieder zu starten und er lief wieder ruhig und normal, allerdings hörte ich ein lauteres Pfeifen aus dem Motor. Ich rief dann sowohl den Verkäufer des Autos als auch die Werkstatt Carbox an. Die Werkstatt bat mich ein weiteres Mal die BMW Werkstatt aufzusuchen, um den Fehlerspeicher auszulesen, was ich am Nachmittag auch tat. Dieser zeigte, dass der Ladedruckregler defekt sei und wohl ausgetauscht werden müsste. BMW macht das aber nicht einzeln, sondern tauscht nur komplette Teile, also den kompletten Turbo, aus. Laut Kostenvoranschlag 1.900,00 EUR.

Der temporäre Verlust des Ladedruckreglers hätte aber keine Auswirkungen auf den Motor, lediglich würde weniger Leistung zu Verfügung stehen. Der Verkäufer des Autos gab mir daraufhin die Kontaktdaten eines bekannten Turboinstandsetzers in Ludwigsburg, mit dem ich mich wiederum in Verbindung setzte.

Ich sollte den Turbo ausbauen lassen und nach Ludwigsburg schicken, was grundsätzlich auch kein Problem war, allerdings sind meine finanziellen Mittel in der Zwischenzeit erheblich erschöpft, zudem hätte ich, da ich wieder einige Tage kein Auto gehabt hätte, keine Möglichkeit gehabt zur Arbeit zu kommen da meine Lebensgefährtin selbst nicht da war. Der Turbo sollte dort geprüft und der Ladedruckregler getauscht werden.

Zudem sollte es ja keine Auswirkungen auf den Motor haben, also entschließ ich mich mit dem Ausbau des Turbos bis diese Woche (KW40) zu warten, die geringere Leistung nahm ich in Kauf.

27.09.2015

Auf dem Rückweg am Abend, auf einer Schnellstraße aus Hannover kommend, leuchtete plötzlich die Motorlampe auf. Zudem gab es einen erheblichen Leistungsverlust. Bis zu einer Tankstelle bin ich noch gerollt und habe den ADAC rufen müssen. Der ADAC Mitarbeiter sagte mir nach Auslesen des Fehlerspeichers und einer Diagnose der Motorelektronik, dass der zweite Zylinder defekt sei und nicht mehr laufen würde. Das Auto wurde spät in der Nacht noch zur Werkstatt geschleppt. Seitdem steht das Auto wieder still.

30.09.2015

Nach erster Fehlerüberprüfung wurden die Injektoren getestet, diese sind in Ordnung. Es ist also tatsächlich der Zylinder, welcher defekt ist. Mir wurde geraten, mich an die Werkstatt zu wenden, die den Wagen vor kurzem reparierte und dort auf Mängelbeseitigung zu bestehen. Bevor ich das mache, wollte ich mich bezüglich des besten Weges und wie ich auch rechtlich abgesichert bin, mit Ihnen vorab in Verbindung setzen.

1. Setze ich mich am besten vorab telefonisch und zudem im Nachhinein schriftlich mit einem Schreiben „Nachbesserung bei einer mangelhaften Autoreparatur" mit der Werkstatt in Verbindung? Es gäbe hierzu einen Musterbrief vom ADAC.

2. Muss ich den Wagen nach Ludwigsburg bringen lassen oder muss die Werkstatt den Wagen selbst abholen?

3. Könnte ich in der Zwischenzeit einen Mietwagen leihen welcher von der Werkstatt übernommen werden muss?

4. Sind die bisher entstandenen Kosten überhaupt mir anzulasten oder ist der Verkäufer hier voll in der Pflicht?

5. Gibt es Wege komplett vom privaten Autokauf zurück zu treten und/oder auch die bisher entstandenen Kosten komplett zurück zu verlangen?

6. Momentan weiß ich nicht welcher Weg der sinnvollste ist, haben Sie einen Rat für mich?

7. Oder haben Sie eventuell noch eine ganz andere mögliche Vorgehensweise?

Vielen Dank schon mal vorab für Ihre Antwort(en).

Freundliche Grüße

01.10.2015 | 13:55

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1. Setze ich mich am besten vorab telefonisch und zudem im Nachhinein schriftlich mit einem Schreiben „Nachbesserung bei einer mangelhaften Autoreparatur" mit der Werkstatt in Verbindung? Es gäbe hierzu einen Musterbrief vom ADAC.

Das ist absolut die richtige Vorgehensweise. Telefonisch, um das Verfahren zu beschleunigen, und schriftlich, um es beweisen zu können und rechtssicher den Anspruch auf Mängelbeseitigung geltend zu machen. Setzen Sie hier eine Frist von zehn Tagen.


2. Muss ich den Wagen nach Ludwigsburg bringen lassen oder muss die Werkstatt den Wagen selbst abholen?

Im Falle der Nachbesserung muss sich die Werkstatt um den Transport kümmern, wobei Sie verpflichtet wären, den Transport auch zu organisieren, wenn es zuvor eine Kostenübernahmeerklärung gibt.


3. Könnte ich in der Zwischenzeit einen Mietwagen leihen welcher von der Werkstatt übernommen werden muss?

Nein, im Rahmen der Nacherfüllung erfolgt diesbezüglich kein Anspruch auf einen Mietwagen, es sei denn, dass der Werkstatt ein Verschulden nachzuweisen wäre, was ich derzeit nicht erkennen kann. Unabhängig davon hat die Werkstatt den Mangel allerdings nachzubessern.

4. Sind die bisher entstandenen Kosten überhaupt mir anzulasten oder ist der Verkäufer hier voll in der Pflicht?

Ich gehe davon aus, dass die Gewährleistung zwischen Ihnen und dem Verkäufer ausgeschlossen worden ist. Eine Haftung des Verkäufers kommt daher nur dann in Betracht, wenn er den Mangel kannte oder aber eine zusätzliche Garantie für die Funktionsfähigkeit des Motors übernommen hat. Davon gehe ich allerdings bislang nicht aus, da es nicht üblich wäre und explizit im Kaufvertrag hätte drinstehen müssen.


5. Gibt es Wege komplett vom privaten Autokauf zurück zu treten und/oder auch die bisher entstandenen Kosten komplett zurück zu verlangen?

Das geht nur dann, wenn Sie beweisen können, dass der Verkäufer von dem Mangel wusste und ihn Ihnen gegenüber verschwiegen hatte. Hier könnten Sie beispielsweise auch die TÜV-Berichte untersuchen und ggf. dort Auskünfte einholen, ob dieser Mangel ggf. im Wege der Hauptuntersuchung dem Verkäufer mitgeteilt worden war.

6. Momentan weiß ich nicht welcher Weg der sinnvollste ist, haben Sie einen Rat für mich?

Sie schreiben am Besten die Reparaturwerkstatt schriftlich an und setzen eine Frist zur Nacherfüllung (10 Tage; Einwurf-Einschreiben). Sie kündigen sich am Besten davor auch noch telefonisch an.

Falls diese nicht reagieren, können Sie das Fahrzeug anderweitig reparieren lassen und der Werkstatt die Kosten auferlegen.

7. Oder haben Sie eventuell noch eine ganz andere mögliche Vorgehensweise?

Ich würde hier die Fristsetzung gegenüber der Werkstatt formulieren und nebenher noch die TÜV-Berichte vorgehen und auch beim TÜV nachfragen, ob es noch weitere für dieses Fahrzeug gibt.

Eine andere Möglichkeit des Rücktritts wäre nur dann gegeben, wenn der Wagen als unfallfrei deklariert worden ist und sich nunmehr herausstellen sollte, dass das Fahrzeug bereits einen Unfall hatte (Lackdichte prüfen).

Hier könnten Sie dann ansetzen, allerdings müssten Sie dann 1) die Unfallfreiheit vereinbart haben, 2) durch den Lackdichtentest der Unfall nachgewiesen ist und 3) durch den vorherigen Verkäufer des Verkäufers oder durch eine Abfrage beim "HIS Schaden- http://www.gdv.de/his/" feststeht, dass Ihr Verkäufer von diesem Schaden wusste.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2015 | 12:37

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Eine Frage hätte ich noch zu Punkt 2 bezüglich des Transports. Sie schreiben das die Werkstatt für den Transport aufkommt, ist damit sowohl der Hin- als auch Rücktransport gemeint?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2015 | 13:08

Sehr geehrter Fragesteller,

damit sind die Transportkosten für die Hin- und Rückfahrt gemeint, sprich alle Kosten, die Sie im Rahmen der Nachbesserung aufwenden müssen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.


Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
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