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Gewährleistungs-/Schadenersatzpflicht bei einer Übersetzung


| 26.11.2006 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich habe bei einer von mir angefertigten, bereits abgelieferten, vom Kunden abgenommenen und bezahlten Übersetzung noch einen Fehler entdeckt und überlege nun, ob und in welcher Form der Kunde darüber in Kenntnis gesetzt werden sollte. Es handelt sich m. E. um keinen gravierenden Fehler, doch es besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass er bei der weiteren Verwendung der Übersetzung auffällt, und es wäre mir generell lieber, wenn er korrigiert würde.

Wenn ich meinen Kunden über den Fehler in Kenntnis setze, handelt es sich wohl um eine "freiwillige" Nachbesserung meinerseits. Durch die Korrektur des Fehlers würde meinem Kunden ein eigener Aufwand entstehen, und voraussichtlich Folgekosten in Form von Rechnungen Dritter, da die Übersetzung zwischenzeitlich weiterverwendet wurde.

Bei einer Internet-Recherche zu dem Thema stieß ich ferner auf zahlreiche AGBs von Übersetzungsbüros, die für die Geltendmachung von Mängeln an einer Übersetzung eine bestimmte Frist setzten und ferner die Bestimmung enthielten, dass der Kunde, sofern er nicht binnen dieser Frist Mängel anmeldet, auf alle weiteren Gewährleistungsansprüche verzichtet. Andere AGBs beschränkten eine Schadenersatzpflicht auf den Auftragswert bzw. auf die Deckungssumme einer vorhandenen Haftpflichtversicherung. Oft wurde auch eine Unterscheidung in dem Sinne getroffen, dass der Übersetzer nur für Fehler haftet, bei denen grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz unterstellt werden kann, nicht aber bei leichter Fahrlässigkeit. Öfters wurden auch Forderungen seitens Dritter ausgeschlossen.

Meine Fragen sind daher:

Meines Wissens beträgt die Gewährleistungsfrist auch bei Übersetzungen i. d. R. 2 Jahre. Ist das korrekt? Bei Werkverträgen wird in anderen Bereichen eine Unterscheidung zwischen offensichtlichen und verdeckten Mängeln getroffen, wobei meines Wissens der Hersteller nach der Abnahme des Produkts nur noch für verdeckte Mängel haftet. Kann eine solche Regelung auch auf Übersetzungen angewendet werden?

Ich gehe davon aus, dass es im Hinblick auf die Haftung keinen Unterschied macht, ob ich selbst auf den Fehler hinweise, oder ggf. der Kunde den Fehler findet. Nachbessern könnte ich nur in dem Sinne, dass ich den Fehler korrigiere. In welchem Umfang könnte der Kunde darüber hinaus von mir Schadenersatz in Form des Ersatzes von Aufwendungen für die Korrektur des Fehlers verlangen? Erstreckt sich eine solche Schadenersatzpflicht auch auf Forderungen Dritter?

Und schließlich: Sind solche Einschränkungen der Gewährleistungs- und Schadenersatzpflichten in den AGB wie die oben geschilderten rechtlich zulässig bzw. im Streitfall durchsetzbar?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

die Gewährleistungspflicht beträgt in der Tat zwei Jahre. Die Frage nach "verdeckten Mängeln" stellt sich nur, wenn Sie arglistig gehandelt hätte, kommt hier also nicht zum Tragen.

Es macht keinen Unterschied, ob Sie den Kunden auf einen Fehler hinweisen, oder er ihn findet. Sofern Forderungen Dritter auf dem Mangel der Übersetzung beruhen, haften Sie auch; daher sollten Sie SCHNELL den Fehler dem Kunden mitteilen, damit dieser die fehlerhafte Übersetzung nicht weiter verwendet.


Man kann durch AGBs die Haftung ausschließen oder begrenzen. Hierzu sollten dann AGBs erstellt werden; dieses können wir gerne für Sie machen, wobei wir dann in der nächsten Woche miteinander einmal telefonieren sollten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 26.11.2006 | 16:04

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

Ich möchte mich noch einmal rückversichern. Wenn ich Ihre Antwort richtig verstanden habe, hafte ich, sofern ich nicht entsprechende Beschränkungen in meine AGB aufgenommen habe, 24 Monate lang für jeden Fehler in einer Übersetzung, auch wenn die Übersetzung vom Kunden überprüft und abgenommen wurde, der Kunde den Fehler zu diesem Zeitpunkt übersehen hat, und er erst später auffällt. Die Schadenersatzpflicht erstreckt sich dabei auch auf Forderungen Dritter, die direkt auf dem Fehler beruhen. Einstweilen vielen Dank für Ihre rasche Antwort - das hilft mir schon einmal weiter. Wegen der AGB setze ich mich ggf. nochmals mit Ihnen in Verbindung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.11.2006 | 17:03

Sehr geehrte Ratsuchende,

ja, das haben Sie so (leider) richtig verstanden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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