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Gewährleistung und/oder Garantie bei Gebrauchtwagen

22.10.2014 14:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im September 2013 einen 9 Jahre alten Toyota
(95.885km-Stand) bei einem Automobilforum (Ford) gekauft, mit einer 5!jährigen Garantie auf die wichtigsten Baugruppen (Händlereigengarantie).
Bereits nach 1 Monat zeigten sich Probleme mit dem Multimode-Automatikgetriebe, im Stadtverkehr ist ständig der Leerlauf "eingesprungen"und man kam nicht mehr vom Fleck bzw. blieb an der nächsten Ampel gleich wieder stehen. Das Auto wurde dann zum Garantiegeber geschleppt, dort wurde dann die "Software aktualisiert" und das Problem war (vorerst) behoben. Dies geschah noch ohne Kosten für uns.

Am 30. August 2014 (11 Monate nach Kauf, 1 Monat vor der 1. fälligen Garantie-Inspektion) kam es dann ohne Vorwarnung zu einem kapitalen Motorschaden auf der Autobahn. Nach leidigem Hin und Her wurde ein "neuer" gebrauchter Motor eingebaut, von den Gesamtkosten mussten wir 60% (laut Garantieklausel für Fahrzeuge mit einem Km-Stand > 100.000) selbst aufbringen und haben 1.700 € bezahlt!! Diese Reparatur hat sich über 3 Wochen hingezogen, heißt wir standen auch noch so lange ohne Auto da! (Die Kosten für einen Mietwagen für 2 zwingend notwendige Tage hat das Autohaus auch nicht in seiner Verantwortung gesehen!)

Nachdem wir das Auto am 24.09. zurückbekommen haben (nach Motoreinbau und Inspektion), fuhr es gerade mal bis zum 8. Oktober. Dann zeigt sich wieder das o.g. Problem mit dem Getriebe und wir standen wieder. Das Auto also wieder zum Garantiegeber, der widerwillig das Auto zu Toyota gebracht hat, dort wurde dann "der Fehler ausgelesen und die Parameter angelernt", dies war wohl nötig wegen der "neuen" Motorteile. Fahren mit mulmigem Gefühl konnten wir dann bis zum 20. Oktober, da ging dann im Stadtverkehr gar nichts mehr, das Auto blieb an jeder Ampel stehen und musste wieder zum Verkäufer geschleppt werden.

Dort ist man jetzt der Ansicht, dass -im besten Fall- eine neue Kupplung eingebaut werden muss, Kostenpunkt ca. 1300,-€. Im schlimmsten Fall dann auch noch ein neues Steuergerät, Kostenpunkt 1800,-€ (hiervon müssten wir ggf. aber "nur" 60 % zahlen).

Da kann doch so alles nicht rechtens sein? Bei einem Auto, dass ich vor 1 Jahr gekauft habe und noch 2 Jahre abzahlen muss...Wenigstens haben wir jetzt erstmal -wenn auch höchst widerwillig- für eine Woche einen Leihwagen bekommen
Aber es kann doch nicht sein, dass ich solch hohe Kosten aufbringen muss!? Ich bin durch die Kosten für den Motor am absoluten Ende meiner finanziellen Möglichkeiten angelangt!
Wo ist denn hier auch nur irgendwo ein Verbraucherschutz hinsichtlich Gewährleistung/Garantie/Nachbesserung/Schadensersatz usw. gegeben bzw. geltend zu machen???
Ich hoffe sehr auf baldige Rückmeldung. Vielen Dank!!!

Sehr geehrter Fragesteller,

eingangs möchte ist festhalten, dass eine abschließende Beurteilung der Rechtslage ohne Einsicht in die gegenständlichen Verträge, insbesondere den Garantievertrag, nur schwer zu gewährleisten ist. Daher können Ihnen im Folgenden lediglich Grundsätzlichkeiten aufgezeigt werden, die Ihnen aber dennoch sicherlich weiterhelfen dürften.

Zunächst ist zwischen der gesetzlichen Gewährleistung (grundsätzlich 2 Jahre) und der freiwilligen Garantie zu unterscheiden. Ich gehe davon aus, dass der Händler die gesetzliche Gewährleistung für den gegenständlichen Gebrauchtwagen nicht auf ein Jahr (dies wäre bei Gebrauchtwagen zulässig) beschränkt hat, so dass Ihnen grundsätzlich neben der fünfjährigen Garantie auch noch Ansprüche aus Gewährleistung zustehen.

Was nun die Garantie im Hinblick auf die Ihrerseits geschilderten Kosten zur Mangelbehebung anbelangt, so richtet sich die zu gewährende Kostenübernahme des Händlers (Garantieleistung) ausschließlich an den Vereinbarungen aus dem Garantievertrag. Soweit die Garantieklausel 60 Prozent der Kosten Ihnen auferlegt, so haben Sie diese Kosten auch zu tragen. Die Garantie ist eine freiwillige Leistung des Händlers und damit gesetzlich nicht zwingend, § 443 Abs. 1 BGB.

Was demgegenüber die zweijährige gesetzliche Gewährleistung anbelangt, so haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Nachbesserung, §§ 437 Nr. 1, 439 Abs. 1 BGB. Allerdings stehen Sie dabei nun in der Beweislast, dass der gegenständliche Mangel bereits im Zeitpunkt der Übergabe – d.h. September 2013 – vorlag, vgl. § 434 Abs. 1 Satz 1 BGB. Einen Anspruch auf Nachbesserung – der käuferseits ohne eine eigene Kostenbeteiligung zu erfolgen hat – können Sie also nur unter dieser Voraussetzung geltend machen, es sei denn, diese Frage nach dem Vorliegen des Mangels bei Gefahrübergang bliebe unstreitig zwischen Ihnen und dem Händler. Inwieweit Sie diesen Beweis erbringen können, kann möglicherweise ein Kfz-Sachverständiger beurteilen.

Zusammenfassend bleibt also festzuhalten, dass Sie den Anspruch aus der Garantie nur gegen eine Kostenbeteiligung in Höhe von 60 Prozent haben. Mit dem Nachbesserungsanspruch aus der gesetzlichen Gewährleistung werden Sie nur Erfolg haben, wenn Sie im Streitfall auch beweisen können, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet und Ihnen weitergeholfen zu haben. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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