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Gewährleistung undichtes Garagendach

| 21.06.2017 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


Guten Tag,

wir erhielten Mitte 2011 eine Fertig-Doppelgarage aus Beton geliefert. Diese bestand aus zwei Teilen, welche vom Hersteller auf ein bauseits gestelltes Fundament gesetzt und anschließend zusammen betoniert wurden. Das Dach ist ein Flachdach, welches mit einer rissüberbrückenden, flüssigen Schlämme auf Zementbasis abgedichtet wurde. Dies ist wohl der Standard der meisten Hersteller.

Bereits Mitte 2012 drang bei Regen Wasser durch einen Riss in der Decke ein. Der Hersteller besserte nach indem er die Dachbeschichtung im Bereich der Undichtigkeit ausbesserte. In 2013 drang an derselben Stelle wieder Wasser ein und wieder besserte der Hersteller nach. Dies hielt dann erneut nur ca. ein Jahr, so dass auch in 2014 nachgebessert werden musste. Wiederum an derselben Stelle mit derselben Methode, jedoch wurde zusätzlich der Riss wohl mit einer Art Harz verpresst.

Dies hielt nun auch etwas länger, nämlich bis vorletzte Woche. Letztlich tropft es aber wieder von der Decke, wiederum an derselben Stelle. Ich habe beim Hersteller angefragt und mitgeteilt bekommen, dass nach deren Meinung die Gewährleistung zwar abgelaufen sei, man aber aus Kulanz nachbessern wolle.

Verständlicherweise hat mein Vertrauen hier etwas gelitten.

Daher meine Fragen:

1. Ist die Gewährleistung abgelaufen oder nicht?
2. Die Dachabdichtung entspricht laut einem Gutachter nicht der sog. Flachdachrichtlinie. Laut Hersteller gelte diese aber nicht für Beton-Fertiggaragen. Wer hat recht?
3. Welches Vorgehen würden Sie mir empfehlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sofern man unterstellt, dass es jeweils um erkennbare und eingeräumte Nachbesserungen handelt, beginnt der Gewährleistungsanspruch auf diese Reparatur neu, so dass hier davon auszugehen ist, dass Ansprüche weiterhin bestehen.

2. Die Frage ist ohne Kenntnis aller Details nicht abschließend zu beantworten. Insbesondere deshalb, da es seit 2016 eine neue Flachdachrichtlinie gibt. Bei Ihnen galt wohl noch diese von 2008 (mit Modifizierung).
Damals galt die Flachdachrichtlinie nur für die Abdichtung von nicht genutzten Dächern (einschließlich extensiv begrünten Dachflächen) und genutzten Dach und Deckenflächen. Zu den Letzteren zählen auch Balkone, Terrassen sowie Flächen mit intensiver Begrünung. Explizit ausgenommen vom Anwendungsbereich der bisherigen Flachdachrichtlinie 2008 waren allerdings Parkdecks und vergleichbare befahrbare Flächen.
Insoweit spricht aber einiges dafür, dass auch bei Ihnen ein derartiges, erfasstes Dach vorliegt und der Handwerker irrt.

3. Grundsätzlich sollten Sie den Punkt 2 nochmals bei Sachverständigen klären und dann anwaltliche Vertretung vor Ort in Anspruch nehmen. Denn hier ergeben sich sicherlich noch weitergehende Möglichkeiten, die im Detail zu prüfen sind.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2017 | 12:23

Sehr geehrter Herr Steininger,

zunächst vielen Dank für Ihre sehr schnelle Antwort. Ohne Ihnen nahetreten zu wollen: eine etwas ausführlichere Antwort hatte ich mir schon erhofft. Daher meine Nachfragen wie folgt:

zu 1
Ich habe vom Hersteller keine Schreiben vorliegen in denen ausdrücklich die Gewährleistung anerkannt wird. Allerdings auch keine Schreiben, ich welchen die Nachbesserungen z. B. aus Kulanzgründen durchgeführt wurden. Kann man dann unterstellen, dass der Hersteller aufgrund seiner Gewährleistungsverpflichtung tätig war oder welche Voraussetzungen müssten dann erfüllt sein? Das der Hersteller im Übrigen überhaupt vor Ort nachgebessert hat könnte meine Frau bezeugen, sie ist auch nicht Vertragspartei.

zu 2
Eine in 2011 erstellte Garage kann nicht der Flachdachrichtlinie 2016 entsprechen, das ist ja wohl klar. Weiterhin schreiben Sie, die Frage nicht ohne Kenntnis aller Details beantworten zu können. Welche Details benötigen Sie denn noch? Die Spezifikationen (Betondecke mit Abdichtung) hatte ich beschrieben. Das Dach ist ungenutzt und nicht begrünt, ebenso wenig ist es befahrbar noch dient es als Parkdeck. Wenn ich Ihre Ausführungen dann richtig verstehe, müsste die Flachdachrichtlinie 2008 eindeutig anwendbar sein. Der Hersteller ist ein großer Fertiggaragen-Hersteller und beruft sich auf die "RICHTLINIE FÜR DIE TECHNISCHE AUSFÜHRUNG VON BETONFERTIGGARAGEN" der Fachvereinigung Betonfertiggaragen. Ein erfahrener Anwalt im Baurecht sollte doch wohl eine eindeutige Antwort geben können (hoffte ich zumindest).

zu 3
Was Sie schreiben ist offensichtlich und findet sich unter fast jeder Antwort hier auf der Seite. Das ist auch ein sinnvoller Rat aber es hat ja einen Grund, weshalb ich hier eine Frage eingestellt habe. Ich möchte natürlich gerne erfahren, wie ich zunächst ohne Anwalt weiterkomme. Wenn das dann nichts bringt werde ich natürlich einen Anwalt vor Ort aufsuchen.
Wie bereits beschrieben bietet der Hersteller nun an, auf Kulanz tätig zu werden. Ich könnte ja auch auf das Angebot eingehen. Würden Sie das empfehlen und falls nicht warum?

Danke für Ihr Verständnis.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.06.2017 | 10:45

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, zu der ich gerne wie folgt Stellung nehme:

1.) Nach Ihrer Schilderung würde ich davon ausgehen, dass man eine Gewährleistungs-Reparatur annehmen kann. Hierfür spricht auch, dass man jetzt (!) auf Kulanz verweist und nicht damals.

2.) Eine Bewertung ist immer von verschiedenen Faktoren abhängig, hierzu hat ja auch ein Sachverständiger schon Stellung genommen. Die zitierte "RICHTLINIE FÜR DIE TECHNISCHE AUSFÜHRUNG VON BETONFERTIGGARAGEN" ist ein Werk eines privaten Vereines und enthält keine verbindlichen Bauvorschriften ("in der Regel"-Formulierungen). Ohne genaue Kenntnis kann man aber sagen, dass auch diese Garage dicht sein muss. Wenn der Sachverständige einen Mangel annimmt, muss man davon ausgehen.

3.) Wenn Sie diese Ratschläge immer wieder finden, wird wohl etwas daran sein. Bei der konkreten Vorgehensweise kommt es auf Ihre Interessenlage und eine Risikobewertung an. Diese kann hier nicht derart vorgenommen werden, dass Sie zufrieden sein können.
Sie könnten ein selbständiges Beweisverfahren zum Mangel einleiten, Sie könnten auf Mängelbeseitigung klagen, Sie könnten evtl. Nachbesserung ablehnen und Schadenersatz geltend machen (wegen der Vielzahl der gescheiterten Nachbesserungen). Sie können sich auch mit dem Anbieter einigen, oder die Arbeiten mit dem Hinweis "Kulanz" durchführen lassen.
Zu konkreten Punkten kann ich Ihnen weder zu noch abraten, da ich nicht weiß, was Sie wollen und wie sich der Schaden (auch prognostisch) darstellt. Hierzu müsste man MINDESTENS das Gutachten kennen.

Bewertung des Fragestellers 22.06.2017 | 12:57

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Herr Steininger, hat m. M. letztlich nur die erste Frage ausreichend konkret beantwortet. Die zweite leider nicht, obwohl es sich um eine reine Rechtsfrage handelte. Schließlich wollte ich nicht wissen, ob die Dachabdichtung der Flachdachrichtlinie entspricht sondern ob diese Richtlinie für eine typische Betonfertiggarage Anwendung findet. Ein Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht hätte hier vielleicht Auskunft geben können. Nicht umsonst war die Frage ja in diesem Rechtsgebiet eingestellt und höher dotiert. Zur Antwort auf die dritte Frage: Sie könnten hier z. B. geschrieben haben, dass die Annahme einer Kulanzlösung nachteilig sein kann, da sich die Gewährleistungsfrist dann eben nicht verlängert, bzw. neu zu laufen beginnt und Sie daher davon abraten. Das schließe ich zumindest aus Ihrer Antwort zu 1 und es wäre eine hilfreiche konkrete Empfehlung. Ich will aber auch nicht ungerecht erscheinen denn möglicherweise eignet sich dieses Forum einfach nicht für derlei Fälle."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 22.06.2017 3,4/5,0
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