Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewährleistung oder Rückabwicklung Gebrauchtwagen

02.10.2014 10:01 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Ich (Privatperson) habe einen 13 Jahre altes KFZ von einem Händler gekauft. Es hatte aber nur 106.000 km. Es wurde von einem Händler im Internet angeboten, kein Hinweis auf Schäden etc. Kaufpreis € 3.500.
Bei Besichtigung wurden Schäden zugegeben und im Kaufvertrag vermerkt: Schiebedach defekt, Schlüssel funktioniert ab und zu nicht, TÜV AU fällig, "Bastler fzg". Letzteres war nie die Rede und habe ich bei Unterschrift auch übersehen. Zusätzlich: Unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung, gekauft wie besehen und probegefahren.
Beim TÜV stellten sich nun gravierende Mängel heraus, u.a.:
Bremsen inkl. Scheiben verschlissen, Scheinwerfer matt, Tragegelenk/Führungsgelenk Vorderachse beschädigt, alle 4 Reifen nicht zulässig (Größe), Kraftstoffleitung korridiert, etc.
Ich habe mit dem Verkäufer Kontakt aufgenommen wegen Gewährleistung. Die Werkstatt hat Kosten von 1000-1500 € geschätzt.
Der Verkäufer ist zu nichts bereit allerdings mit Rückgabe und Zahlung des Kaufpreises einverstanden.
Muss ich dieses Angebot annehmen, kann ich meine Kosten (TÜV, 2 mal Fahrtkosten) ca € 200,00 zusätzlich verlangen.
Oder kann ich auf die Gewährleistung beharren und Nachbesserung oder Schadenersatz verlangen?
Persönlich würde ich KFZ gerne behalten, die Gewährleistung (ggf. zum Teil) in Anspruch nehmen.
Eine Rückführung des KFZ wäre wieder ein grosser Aufwand, weil ich eine 2. Person bräuchte, die mich zurückbringt. Auch zeitlich schwierig, da 150 km.

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Bei dem Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs von einer Privatperson hat diese die Möglichkeit durch einen Zusatz (z.B. "unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft") die Sachmängelgewährleistung auszuschließen. Nur wenn der private Verkäufer die Haftung nicht ausdrücklich ausschließt haftet er für die Mängel die bei der Übergabe des Fahrzeugs bereits vorhanden waren, mit Ausnhme von Abnutzungs- und Verschleißschäden.

Auf die Formulierung "gekauft wie gesehen" kommt es insoweit nicht mehr an. Damit wäre üblicherweise nur die die Haftung für solche Mängel ausgeschlossen, welche Sie ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen hätten feststellen können.

Gleichwohl haftet ein Verkäufer, wenn er für gewissen Fahrzeugeigenschaften eine Garantie übernommen hat. Das ist in Ihrem Fall jedoch nicht ersichtlich.

Zusätzlich haftet der Verkäufer, wenn er Sie arglistig getäuscht hat, also wesentliche, den Wert des Fahrzeugs mindernde Faktoren unerwähnt ließ, obwohl er von deren Vorhandensein wusste oder hätte wissen müssen. In diesem Fall müssen Sie jedoch den Nachweis führen, dass der Verkäufer einen nicht genannten Mangel kannte, was sich in der Praxis oft sehr schwierig gestaltet.

Die Ihnen entstandenen Kosten könnten sie lediglich als Schaden in Folge der Mangelhaftigkeit des Fahrzeugs geltend machen. Voraussetzung dafür ist jedoch wieder das Vorliegen eines Gewährleistungsrechts.

Sie hätten auch die Möglichkeit den Kaufvertrag anzufechten, da Sie sich über die Eigenschaft des Fahrzeugs als Baslterobjekt getäuscht haben. Als Folge einer erfolgreichen Anfechtung wird das Geschäft jedoch rückabgewickelt. Die Kosten der Rückabwicklung tragen dabei Sie als Anfechtende.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Winter, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2014 | 14:02

Im ersten Satz meiner Anfrage steht, dass ich das KFZ von einem Händler gekauft habe.
Insofern bin ich mit der Antwort nicht zufrieden, geht sie ja davon aus, dass der Verkäufer eine Privatperson war.
Meine Frage, ob ich auf das Angebot des (gewerblichen) Verkäufers, den Kauf rückabzuwickeln, eingehen m u s s oder auf Gewährleistung bestehen kann, wurde ebenfalls nicht beantwortet.
Somit ist die gegebene Antwort kaum hilfreich. Bitte ergänzen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2014 | 14:59

Sehr geehrte Ratsuchende,

ganz offensichtlich ist mir ausversehen ein Fehler unterlaufen. Es tut mir Leid, dass ich diese Information derart überlesen habe.


Sofern Sie den Pkw bei einem gewerblichen Verkäufer gekauft haben stehen Ihnen selbstverständlich die Gewährleistungsrechte zu, soweit das Fahrzeug mangelhaft ist. Der Händler muss einem privaten Käufer laut Gesetz zwei Jahre lang für Sachmängel haften.

In diesem Zeitraum haftet der Verkäufer für alle Mängel, die bereits bei der Übergabe des Fahrzeugs vorlagen. Tritt ein Mangel innerhalb der ersten seche Monate auf, gilt zu Ihren Gunsten darüber hinaus die gesetzliche Vermutung, dass der Mangel bereits bei der Übergabe vorgelegen hat. Im Streitfall trifft somit den Verkäufer die Last zu beweisen, dass der streitgegenständliche Mangel erst nach Übergabe des Pkw aufgetreten ist.

Da ein Gebrauchtwagen seinem Alter entsprechende Gebrauchsspuren aufweisen kann, haftet der Verkäufer nicht für Mängel welche aus regulärem Verschleiß resultieren. Ob es sich um regulären Verschleiß handelt müssten Sie in einer Werkstatt oder bei einem Sachverständigen nachfragen.

Darüber hinaus haftet der Verkäufer nicht für Mängel, welche Ihnen bekannt waren.

Dass Ihnen das Fahrzeug als "Bastlerfahrzeug" verkauft wurde schließt die Gewährleistung für die Mangelfreiheit des verkauften Fahrzeugs hingegen nicht aus. Dies gilt zumindest dann, wenn Sie ein fahrbereites Auto zum gängigen Marktpreis erworben haben.

Soweit die Mängel also keinen regulären Verschleiß darstellen, gehen Sie wie folgt vor:

Zunächst haben Sie das Recht auf Nachbesserung. Sie müssen den Kaufvertrag nicht rückabwickeln. Bessert der Verkäufer nach, müssen diese Arbeiten für Sie kostenlos durchgeführt werden (von Fahrtkosten bis zu den Ersatzteilen). Verweigert der Verkäufer die Nacherfüllung oder glingt es ihm nach zwei Versuchen nicht die Mängel zu beseitigen, haben Sie die Wahl ob sie zurücktreten oder den Kaufpreis mindern möchten.

Zusätzlich zu den Sachmängelansprüchen sind auch Schadenersatzforderungen gegenüber dem Verkäufer möglich. In diesem Rahmen können Sie gegebenenfalls Ihre Fahrt- oder Mietwagenkosten geltend machen.

Ich hoffe Ihre Frage nunmehr zufriedenstellend beantwortet zu haben. Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, kontaktieren Sie mich bitte unter den auf dieser Plattform angegebenen Daten. In diesem Sinne erhalten Sie die Ihnen von mir genommene Nachfragefunktion zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Winter, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68199 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Fall schien ziemlich eindeutig zu liegen, sodass eine relativ kurze Antwort voll zufriedenstellend war und meinerseits auch keine Rückfragefunktion genutzt werden musste. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich denke meine Fragestellung war nicht so ganz einfach zu beantworten.Möglicherweise ging ich auch von einem unzutreffenden Sachverhalt aus (Beschluss Bundesverwaltungsgericht).In sofern bin ich mit der Beantwortung etc sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, Top service. ...
FRAGESTELLER