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Gewährleistung defekte Steuerkette 2 Monate nach Kauf bei Gebrauchthändler

| 14.10.2020 21:51 |
Preis: 25,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben am 02.07.2020 einen Gebrauchtwagen (Skoda Octavia 1.2 TSI Family, Erstzulassung 04/2012, ca. 93.000 KM) bei einem Gebrauchtwagenhändler gekauft. Das Auto war/ist unfallfrei und hatte nur kleine Schäden wie Kratzer, Schrammen, Dellen, was im Vertrag auch festgehalten wurde.

Nachdem wir mit dem Fahrzeug aufgrund eines defekten Zündkabels liegen geblieben sind und dies durch eine von uns gewählte Werkstatt auf unsere Kosten repariert wurde, hatte uns die Werkstatt darauf hingewiesen, dass bei dem Fahrzeug ein leichtes Rasseln nach dem Kaltstart zu hören ist und dies darauf hindeutet, dass die Steuerkette kaputt ist. Wenn die Steuerkette reißt, wäre ein Motorschaden die Folge. Laut unserer Werkstatt würde das Wechseln der Steuerkette 600 Euro inkl. Arbeitszeit kosten.

Die Steuerkette ist laut Hersteller eigentlich wartungsfrei, sprich sie muss nicht nach einem vorgegebenen Intervall gewechselt werden. Es ist allerdings bekannt, dass der Hersteller zur damaligen Zeit Probleme mit der Steuerkette hatte und sich diese oftmals gelängt hat und ausgetauscht werden musste. Dies ist in der Regel nach einer sehr viel kürzeren Kilometerlaufleistung aufgetreten. Wir sind mittlerweile ca. 7.000 km mit dem Auto gefahren, d.h. das Auto hat jetzt ca. 100.000 KM.

Laut unserer Ansicht und auch nach der unserer Werkstatt ist das ein Fall für die Gewährleistung. Die Steuerkette gilt laut Hersteller als wartungsfrei, daher müsste nach unserem Ermessen der Mangel schon bei Kauf des Fahrzeugs vorgelegen haben. Wartungsfrei würde ja bedeuten, dass es sich nicht um ein Verschleißteil handelt. Zudem habe ich bei der Besichtigung des Fahrzeugs vor dem Kauf den Händler darauf angesprochen, dass diese Modellreihe für Probleme mit der Steuerkette bekannt ist, woraufhin er meinte, dass das nicht der Fall sei und dass es mit der Steuerkette sicherlich keine Probleme geben würde.

Das geschulte Mechaniker-Ohr erkennt das Rasseln, das nur nach einem Kaltstart auftritt. Laut unserer Werkstatt muss der Motor nur kurz gelaufen sein, nicht mal warm gelaufen sein, damit das Rasseln nicht mehr auftritt. Uns ist das Rasseln weder bei der Besichtigung/Probefahrt, noch danach aufgefallen.

Nachdem das Problem bekannt geworden war, haben wir uns mit unserem Händler in Verbindung gesetzt. Er bat darum, dass wir das Auto in seine Werkstatt bringen, damit er es überprüfen kann. Nach etwas zähen Gesprächen hat er ebenfalls zugestimmt, dass die Steuerkette gewechselt werden müsste. Zwar noch nicht unmittelbar, aber so gut wie sicher innerhalb der nächsten Monate. Daraufhin gab er bekannt, dass das bei ihm in der Werkstatt 900 Euro kosten würde und er uns aus Kulanz entgegen kommt und wir uns die Kosten teilen könnten, weil der Mangel bei Kauf und Übergabe des Fahrzeugs ja noch nicht vorgelegen hätte. Einen Beweis hat er nicht erbracht (bezugnehmend auf die Beweispflicht des Händlers in den ersten 6 Monaten nach Kauf). Die von uns gewählte Werkstatt von gleicher, wenn nicht besserer Qualität hat 600 Euro für die Reparatur veranschlagt.

Meinem Verständnis nach, wäre es ein Fall für die Gewährleistung. Deshalb würde ich dem Händler mündlich und schriftlich per Einschreiben eine angemessene Frist von ca. 2 Wochen für die Behebung des Mangels stellen und darauf hinweisen, dass ich andernfalls die Reparatur in der von mir gewählten Werkstatt durchführen lasse und ihm gegenüber dann die entstandenen Kosten geltend mache. Wenn notwendig mit rechtlichen Beistand samt zusätzlicher Kosten für diesen.

Meine Frage: Handelt es sich hier um einen eindeutigen Fall für die Gewährleistung? Entsprechen die von mir angedachten Schritte einem rechtlich sicheren Vorgehen? Falls nein, wie steht es um die Gewährleistungsansprüche und welches Vorgehen wäre anzuraten?

Ich wäre um eine kurze rechtliche Einordnung als Basis für mein Vorgehen und meine Formulierung des Schreibens an den Händler dankbar.

Ein paar Randnotizen:
1. Bei der Vertragsunterzeichnung wurde mir durch eine geschickte Gesprächsführung eine Formulierung im Vertrag untergejubelt, welche die Gewährleistung ausschließt: „Der Verkäufer verkauft das Kraftfahrzeug unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung" (mündlich wurde die Gewährleistung für Motor und Vertriebsstrang zugesichert). Meines Wissens nach sind solche Formulierung unwirksam, da sie geltenden Recht widersprechen.

2. Das Fahrzeug hatte in der kurzen Zeit schon öfters Reparaturbedarf (defektes Zündkabel, abgewetzte Kabel im Kabelbaum zur Fahrertür) was unserem Ermessen allerdings als Abnutzung einzustufen ist und nicht unter die Gewährleistung fällt.

3. Direkt nach dem Kauf ist uns aufgefallen, dass der Fensterheber vorne rechts nicht reibungslos funktioniert. Wir sind uns unsicher, ob dies bei der Probefahrt schon vorlag. Als wir den Händler um Behebung in den Tagen nach den Kauf gebeten haben, hat er sich durch Verzögerungen und Nichterreichbarkeit von der Reparatur gedrückt. Unserer Meinung nach wäre dies auch ein Fall für die Gewährleistung gewesen, aber uns hat die Geduld und Zeit gefehlt dem nachzugehen.

Besten Dank und viele Grüße
14.10.2020 | 22:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Der von Ihnen beschriebene Fall, ist ein Fall der Gewährleistung. Diese konnte vom gewerblichen Verkäufer nicht wirksam vertraglich ausgeschlossen werden. Ich gehe hierbei davon aus, dass Sie den Wagen privat und nicht gewerblich gekauft haben. Sollte dies nicht der Fall sein, korrigieren Sie mich bitte per Nachfragefunktion.

Insofern müsste der Händler beweisen, dass der Mangel nicht bereits bei Übergabe vorlag, was in der Regel nicht gelingen wird.

Insofern haben Sie hier Mängelrechte. Der Weg eines Schreibens mit Fristsetzung von mindestens zwei Wochen ist richtig, Sie sollten hier ein Einwurfeinschreiben verwenden und ein Datum nach dem Kalender als Fristende setzen.

Im Schreiben müssten Sie den Mangel benennen und die Gegenseite zur Beseitigung des Mangels auffordern. Nach Ablauf der Frist könnten Sie den Kaufpreis mindern oder vom Kaufvertrag zurücktreten, jedoch nicht die Sache auf Kosten der Gegenseite einfach von einem Dritten beseitigen lassen. Hier würde vielmehr die Gefahr bestehen, dass Sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Der Fensterheber wäre ebenfalls ein Fall für die Gewährleistung nach der oben skizzierten Beweissituation.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 23.10.2020 | 09:31

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