Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewährleistung bei PKW


02.08.2007 09:47 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Silke Terlinden



Hallo,

ich habe am 27.04.2007 einen Opel Corsa b von einem gewerblichen Händler abgekauft. Ich habe natürlich nach bestehenden Mängeln gefragt der Händler sicherte mir aber zu das keine Mängel bestehen. Am Montag den 30.07.2007 zeigte das Auto auf einmal ein Werkstattzeichen an und sprang dann nicht mehr an. Da eine Werkstatt direkt dort war wo das Auto nicht mehr angesprungen ist habe ich den Wagen dahin gebracht. Dort wurde eine Fehlerlesung vorgenommen und zwei Teile ausgetauscht (Kurbelwellsensor und Nockenwellensensor) Das Auto springt aber immernoch nicht an und die Werkstatt verwies mich an eine Vertragswerkstatt von Opel. Ich habe heute versucht mit dem Händler zu telefonieren er wimmelt alles ab. Er will sich das Auto nicht mal ansehen. Lt. der ersten Werkstatt ist das Steuergerät defekt, welches wohl kein Verschleißteil ist. Der Händler von dem ich das Auto habe weigert sich aber auch sollte es kein Verschleißteil sein in die Gewährleistung einzutreten. Was kann ich jetzt machen? Zur Vertragswerkstatt oder darauf bestehen das der Händler sich das Auto anguckt? Muss ich das Auto zu dem Händler schleppen lassen? Woran erkenne ich wann der Händler in die Gewährleistung treten muss? Ich habe das Gefühl der redet sich mit allem was an Schaden vorhanden ist mit den Worten dies sind Verschleißteile heraus.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte, wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, daß ohne Kenntnis des Wortlaut des schriftlichen Vertrags eine abschließende Bwertung nicht möglich ist:

Bei einem Verbrauchgüterkauf zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher darf die gesetzliche Gewährleistungsfrist bzw. den Eintritt der Verjährung bei gebrauchten Gegenständen gemäß § 475 BGB nicht auf unter ein Jahr verkürzt werden.
Für den Verbraucher streitet die Vermutung des § 476 BGB, nach der vermutet wird, daß ein Mangel, der sich innerhalb von sechs Monaten nach Übergabe zeigt, berits im Übergabezeitpunkt vorhanden war.

Im Bereich des Erwerbs eines Gebrauchtwagenfahrzeugs ist allerdings zu beachten, daß eine Gewährleistung nicht zwingend Verschleißteile umfaßt. Soweit sich demnach herausstellt, daß der Mangel an Ihrem Fahrzeug auf "normalen" Verschleiß zurückzuführen ist, wird eine Haftung des Verkäufers nicht bestehen. Eine "Haltbarkeitsgarantie" für Verschleißteile ist ebenfalls nicht ohne besondere Vereinbarung übernommen (BGH, Urteil vom 22. 11. 2006 - VIII ZR 72/06 (OLG Stuttgart)).

Soweit Sie darlegen und beweisen können, daß der Verkäufer Ihnen ausdrücklich Mangelfreiheit zugesichert hat und der aufgetretene Mangel nicht auf Verschleiß zurückzuführen ist, können Sie die Gwährleistungsrecht der §§ 437 ff BGB geltend machen.

Zunächst müssen Sie hierzu den Verkäufer unter Fristsetzung zur Beseitigung der Mängel auffordern und gleichzeitig androhen, daß Sie nach Ablauf der Frist die Mängel selbst beseitigen und die Kosten als Schadensersatz erstattet verlangen. Sie können bei gravierenden Mängeln auch unter Umständen vom Vertrag zurücktreten, dies bedarf indes einer weiteren Prüfung. Soweit der Verkäufer nicht reagiert können Sie nach Ablauf der Frist die Mängel beseitigen lassen und die Kosten vom Verkäufer zurückverlangen.
Zwar hat der Händler nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt die Gwährleistung bereits endgültig abgelehnt, hiehfür wären Sie aber ggfsl. beweispflichtig, weshalb ich die Fristsetzung empfehle.

Sie sollten aber ggfls. vorab in der Werkstatt nachfragen, ob der Mangel auf Verschleiß zurückzuführen sein könnte. Wenn Ihnen seitens eines Fachmannes bestätigt wird, es handele sich nicht um Verschleiß oder einen auf Verschleiß zurückzuführenden Mangel sind die Erfolgsaussichten m.E. recht gut.

Soweit Sie auf das Fahrzeug nicht angewiesen sind käme auch die Einleitung eines selbständigen Beweisverfahrens (gerichtliches Verfahren zur Feststellung der Mängel und deren Ursache durch einen Sachverständigen) in Betracht.


Ich hoffe Ihre Fragen im Rahmen der Erstberatung zufriedenstellend beantwortet zu haben. Eine abschließende Beurteilung der besten Vorgehensweise ist ohne Kenntnis des Vertrags nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Terlinden
Rechtsanwältin


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER