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Gewährleistung auf KFZ-Reparatur, Erstattungsanspruch Folgekosten

| 19.06.2011 18:43 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Monaten ließ ich an meinem PKW einen Stoßdämpfer ersetzen. Nach ca. drei Monaten löste sich der Stoßdämpfer von der Hinterachse. Um diesen wieder befestigen zu lassen, habe ich eine nahe gelegene andere Werkstatt aufsuchen müssen. Dort stellte sich heraus, dass das Gewinde zur Aufnahme der Schraube in der Hinterachse offenbar beschädigt ist, denn die betreffende Schraube lässt sich nicht fest anziehen. In der Folge muss die Hinterachse ersetzt werden.
Die Werkstatt, die die Ersetzung des Stoßdämpfers vorgenommen hatte, gibt an es sei ordnungsgemäß gearbeitet worden, die Beschädigung des Gewindes habe auch in der anderen Werkstatt während der provisorischen Befestigung des Dämpfers passieren können. Zweifelsfrei nachweisen lasse sich das wohl nicht (eine Einschätzung, die ich für zutreffend halte).
Nun meine Fragen: Müsste ich, um den Schaden komplett ersetzt zu bekommen, der ersten Werkstatt nachweisen, dass sie den Schaden am Gewinde verursacht hat? Oder ist sie nach dem Gewährleistungsrecht zweifelsfrei in der Pflicht, für alle Folgen aus der Lösung des Stoßdämpfers- wie auch immer das passieren konnte- aufzukommen?
Der Inhaber der ersten Werkstatt hat zur Vermeidung eines Rechtsstreits ohne Anerkenntnis irgendwelcher Pflichten angeboten, knapp 300,-EUR (ca. 30% der Reparaturkosten) zu erstatten. Sollte ich das Angebot annehmen oder einen Rechtsstreit ausfechten?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!
19.06.2011 | 19:23

Antwort

von


(458)
Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne darf ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

In einem Kfz-Reparaturvertrag handelt es sich grundsätzlich um einen Werkvertrag im Sinne des § 631 BGB .

Ist die Reparatur mangelhaft, so hat der Kunde daher die Rechte des § 634 BGB , d.h. er kann zunächst

- Nacherfüllung verlangen

- den Mangel nach § 637 BGB selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen

- vom Vertrag zurück treten oder die Vergütung mindern

- Schadensersatz verlangen

Zu beachten ist hierbei allerdings, dass der Kunde nach der Abnahme des Werkes beweispflichtig dafür ist, dass der Unternehmer mangelhaft gearbeitet hat. Eine Beweislastumkehr, wie sie § 476 BGB für den Verbrauchsgüterkauf bestimmt, fehlt im Werkvertragsrecht.

Auf der anderen Seite ist durch die Rechtssprechung anerkannt, dass der Beweis des ersten Anscheins für eine Verursachung des Schadens durch den Werkunternehmer sprechen kann, wenn sämtliche für den Eintritt des Schadens in Betracht kommenden Ursache alleine in den Verantwortungsbereich des Unternehmers fallen können. (OLG Düsseldorf , 23.09.2005, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I-23%20U%2016/05" target="_blank" class="djo_link" title="OLG Düsseldorf, 23.09.2005 - 23 U 16/05: Haftung des Werkunternehmers für entstehende Mangelfog...">I-23 U 16/05</a> , <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=23%20U%2016/05" target="_blank" class="djo_link" title="OLG Düsseldorf, 23.09.2005 - 23 U 16/05: Haftung des Werkunternehmers für entstehende Mangelfog...">23 U 16/05</a> ) Ob dies letztendlich der Fall ist, kann meist nur durch ein entsprechendes Sachverständigengutachten geklärt werden.

In Ihrem Fall spricht natürlich Einiges dafür, dass der Stoßdampfer in der ersten Werkstatt fehlerhaft montiert wurde. Ob dies jedoch alleine in den Verantwortungsbereich der Werkstatt fällt, wird sich jedoch nur mittels eines Sachverständigengutachtens zweifelsfrei klären lassen. Da dies mit erheblichen Kosten verbunden sein kann, wird eine rechtliche Auseinandersetzung aus meiner Sicht nur dann Sinn machen, wenn Sie die Kosten durch eine Rechtsschutzversicherung abdecken können. Ansonsten sollte eine außergerichtliche Einigung mit der Werkstatt im Vordergrund stehen, wobei eine hälftige Übernahme der Kosten sicherlich realisierbar erscheint.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Vogt

Bewertung des Fragestellers 19.06.2011 | 23:06

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