Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewährleistung als privater Verkäufer (PKW)


| 27.04.2005 12:10 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geerte Damen und Herren,

ich habe vor kurzem meinen "alten" PKW privat verkauft. Ich war Erstbesitzer und bin den Wagen 6 Jahre und ca. 95.000 km gefahren. Im Kaufvertrag wurde explizit jegliche Gewährleistung, Garantie und auch eine Rücknahme ausgeschlossen. Auf Wunsch des Käufers wurde noch der Zusatz "Der Käufer wurde über alle Mängel oder Schäden informiert" hinzugefügt - eigentlich eine Sache die sich von allein versteht.

Nun wurde der Käufer unter anderem auf ein ab und zu vorhandenen leichtes Quietschen im hinteren Fahrzeugbereich, auch im Beisein eines TÜV Gutachters (der der Sache mangels vorhandener Technik leider in dem Moment nicht weiter nachgehen konnte), aufmerksam gemacht. Weder der TÜV noch ich oder oder der Käufer konnten dieses Quietschen jedoch zuordnen. In der Tat tritt dies nur sporadisch und dezent auf - ich habe mir als Laie nichts weiter dabei gedacht da ein 6 Jahre ales Fahrzeug nun auch ab und zu mal klappert oder quietscht. Fakt ist dass der Käufer hierüber vor dem Kauf informiert war und nach eigener Ausage vor hatte diesen Symptomen nach dem Kauf nachzugehen. Der Kauf wurde mit diesem Wissen somit dennoch abgeschlossen.

Nun zum Problem der Geschichte. Vor einer knappen Woche erreichte mich ein Einschreiben des Käufers. Hier erklärte er dass er das Quietschen hat untersuchen lassen und die Ursache laut seiner Werkstatt hierfür ein abgenutztes Differential sei. Er schrieb weiterhin dass er dieses Problem vor Ort reparieren lassen wird und mir die Rechnung mit der Forderung um Begleichung zusenden wird. Als Begründung wurde der Paragraph des "arglistigen Verschweigens", mir fällt gerade die genaue Nr. nicht ein, genannt. Er pocht somit darauf dass ich ihm diesen Umstand des defekten Differntials vor Kauf nicht mitgeteilt habe und unterstellt mir dass ich dass Fahrzeug mit Absicht und im Wissen um diesen Defekt verkauft habe um kommenden Reparaturen aus dem Weg zu gehen.

Nun ist es so dass ich wirklich keine Ahnung über die Ursache besagten Quietschens hatte. Wie denn auch als Laie wenn nicht einmal der TÜV Gutachter es vom blossen Hinhören erkennen konnte? Tatsache ist aber dass der Käufer über die Symptome (Quietschen) vor Kauf unter Beisein von zwei Zeugen informiert war. Die Ursache hierfür jedoch war zum Zeitpunkt des Kaufes nicht bekannt.

Wie sieht hier nun die Rechtslage aus? Bin ich als Verkäufer verpflichtet vor einem Privatverkauf mein Fahrzeug in einer Werkstatt untersuchen zu lassen (was ja nicht gerade billig ist) um über solche Dinge informiert zu sein? Welchhe Chance hat der Käufer die Kosten für die Raparatur bei mir einzufordern? Wie schon im ersten Absatz geschrieben habe ich jegliche Gewährleistung, Garantien und Rücknahme ausgeschlossen. Und verschwiegen habe ich nichts - er war über alle mir bekannten Mängel informiert. Ich wäre doch auch nicht extra zum TÜV mit dem Käufer gefahren wenn ich befürchten musste dass "verschwiegene Mängel" entdeckt würden.

Ich bin nun ziemlich verunsichert wie ein eventueller Rechtsstreit ausgehen würde und ob es nicht einfacher wäre seine Rechnung zu bezahlen um den grösseren Kosten eines Rechtsstreites aus dem Weg zu gehen. Aber dann findet sich vielleicht der nächste Mangel mit der gleichen Begründung und die Sache nimmt nie ein Ende. Die Kosten der Reparatur belaufen sich nach Aussage meiner Fachwerkstatt auf ca. 1.300€. Dies entspricht mehr als 10% des Verkaufspreises und ist eine Menge Geld für mich.

Ich bedanke mich schon einmal für Ihre Antwort!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Zunächst einmal ist beim Privatverkauf ein Gewährleistungsausschluss zulässig! Sie müssen also keine Gewährleistungsansprüche befriedigen.

Auch der Hinweis „gekauft wie gesehen“ wäre zulässig und beschränkt somit Ihre Haftung.

Aber dies scheint der Käufer ja auch gar nicht zu bestreiten.

Richtig ist nur, dass Sie sich dann nicht auf einen Ausschluss der Gewährleistung berufen könnten, wenn Sie den Mangel arglistig verschwiegen hätten. Zum einen haben Sie auf das Quietschen hingewiesen (gibt es Zeugen? Dies würde es absolut sicher machen) und zum anderen waren Sie beim TÜV. Wenn dort nichts festgestellt wurde, wie hätten Sie den Mangel positiv wissen sollen? Dies wäre jedoch Voraussetzung, um etwas arglistig zu verschweigen. Das arglistige Verschweigen müsste übrigens der Käufer beweisen. Dies scheint mir hier schier unmöglich. Zumal nach dem Besuch beim TÜV jeder Gutachter wohl sagen wird, dass die Schwere des Schadens nicht erkennbar war.

Daher kann ich Ihnen nur raten, die Forderung zurückzuweisen und nicht zu zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank - diese Aussage beruhigt mich ein wenig. Auch ohne das rechtliche Hintegrundwissen hätte ich es genauso gesehen. Zeugen gibt es ebenfalls und somit sieht es wohl doch nicht so schlimm aus wie ich es erst befürchtete. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60118 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für diese konkrete, ausführliche Antwort. So soll es sein, Sie haben wir definitiv weiter geholfen. Gerne wieder. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und relevante Beantwortung, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bin sehr zufrieden. Das Problem hat mich schon seit laengerem belastet und in meinen Handlungsmoeglichkeiten eingeschraenkt. Der Anwalt konnte mir mit seiner rechtlichen Einschaetzung des Sachverhalts aufzeigen, wie ich dieses ... ...
FRAGESTELLER