Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gewährleistung - Gebrauchtwagen


13.06.2005 14:19 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Hallo,
ich habe mir am 14.04.ein gebrauchtes Fahrzeug einer namhaften Automobilmarke gekauft. Erstzulassung 1992/ Km-Stand beim Verkauf 78.300. Nach Angaben des Verkäufers wurde Fahrzeug als Sonntagsauto eines älteren Mannes gefahren. Dekra-Bericht lag bei. Auto würde partiell die Dekra Siegel Kriterien erfüllen. Habe das Auto ca. 1800 km seit dem Kauf gefahren, seit 27.05.2005 ist das Fahrzeug nicht mehr Fahrbereit da die Zylinderkopfdichtung kaputt ist.Habe dies dem Händler gemeldet, mit der Reaktion dass ihn dass nicht interessiere. Außerdem sei dass ein Verschleißteil und dafür zahle er nicht. Hab mich bei einem anderen Autohaus erkundigt und dort wurde mir gesagt dass die Zylinderkopfdichtung fest mit dem Motor verbunden sei und deshalb nicht als Verschleißteil gälte. Ebenso sei dass bei dieser Laufleistung unmöglich. Hier greife die Gewährleistung da bei einer Dekrauntersuchung die ZKD nicht überprüft werde, ob diese einen Schaden hat, erkennt man nur Anhand einer ASU-untersuchung. Habe ihm nun eine Frist von zwei Wochen zur Mängelbeseitigung schriftlich eingeräumt. Greift hier die Gewährleistung? Beweislastumkehr innerhalb der ersten 3 Monate? Zylinderkopfdichtung läuft laut Autohaus nicht unter Verschleißteil oder doch? Händler meinte er habe an meinem Vorfahrzeug (nahm er als Anzahlung für das neue Fahrzeug) Mängel/Schaden nicht ordnungsgemäß repariert, bemerkt und wir sollten uns doch ausser gerichtlich einigen. Er übernimmt Kosten des alten Autos und ich die meines neuen (Zylinderkopfdichtung 500- 1000 €). Kosten stehen in keinem Verhältnis, da er mir durch den Kratzer am alten Auto (Mängel) 300 € vom ursprünglichen Verkaufspreis abgezogen hat. Er hat altes auto besichtigt und so in Zahlung genommen. Über Vorschaden wurde er informiert, War auch noch zu sehen. Hat dies auch anhand eines Lackprüfers überprüft. Zeuge vorhanden. Warum will er mich dafür belangen? Wie stehen meine Chancen dass er mir den Schaden der Zylinderkopfdichtung zahlen muss? Wie soll ich vorgehen? Hab ich Anrecht auf Nutzungsausfall da ich seit 27.05.2005 ohne Auto zu recht kommen muss (wohne auf dem "Land" ohne S- und U-Bahn) ?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Sie befinden sich im Bereich des Verbrauchsgüterkaufes (§ 474 BGB). Hierbei kann der Händler eine Gewährleistung vertraglich nicht ausschließen.

Die Gewährleistungsfrist kann auf 1 Jahr begrenzt werden. Dies ist in Ihrem Fall unproblematisch.

Das Gesetzt sieht vor, dass innerhalb der ersten 6 Monate eine Beweislastumkehr vorgenommene wird, wenn ein Mangel auftritt. Danach wird vermutet, das der Mangel bereits bei Übergabe bestanden hat, es sei denn diese Vermutung ist mit der Art der Sache und dem Mangel unvereinbar.

Letztere Einschränkung ist insbesondere beim Kauf von gebrauchten KfZ zu berücksichtigen. Hierbei kommt es insbesondere darauf an, dass von vorneherein eine unterschiedliche Abnutzung anzunehmen ist.

Ob die Zylinderkopfdichtung nun hierunter fällt, wird ein KfZ-Sachverständiger beantworten müssen. Ich würde davon ausgehen, dass ein solcher Schaden durchaus in dem Bereich liegt, der hier als üblich anzusehen ist. Insbesondere ist zu berücksichtigen dass nach Ihren Aussagen eine Untersuchung bei der Dekra stattgefunden hat und hierbei offenbar nichts festgestellt wurde (typischer Ölverlust etc.).

Ich würde von einem typischen Schaden ausgehen, der nicht unter die Beweislastumkehr fällt – dann müssten Sie beweisen, das der Mangel bereits bei Übergabe vorgelegen hat.

Hinsichtlich des in Zahlung genommenen Fahrzeuges war der Lackschaden wohl offensichtlich. Hinzu kommt die Überprüfung durch den Sachverständigen. Ich sehe daher keinen Anspruch des Händlers, hier nachträglich von Ihnen etwas zu verlangen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2005 | 15:49

Vielen Dank für die Hilfe, im Dekra-Gutachten steht schon drin dass der Motor leicht öl-feucht ist und Getriebe und Achsen geringen Ölverlust aufweisen. Der Händler erklärte mir aber dass dies bei einem Fahrzeug diesen Alters ganz normal sei. Hilft mir das? Heißt dass ich sollte einen Anwalt einschalten und nicht auf sein Angebot eingehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.06.2005 | 15:56

Auch ich halte die beschriebenen Mängel für normal. Trotzdem scheint dort kein wesentlicher Schaden vorhanden gewesen zu sein.

An meiner Einstellung, dass es sich bei der Zylinderkopdichtung um einen Schaden habndelt, der typisch ist, ändert dies nichts.

Aber hierzu sollten Sie im Zweifel einen Sachverständigen befragen - hiervon hängt ab, ob die Beweislastumkehr greift.

Das "Angebot" ist nach meiner summarischen Prüfung genau die Rechtslage: keiner erhält von dem anderen etwas. Wenn man so den Streit beilegen kann wäre es um so besser.

Ob Sie einen Kollegen beauftragen, der den Vertrag prüfen und auch weitre Details in Erfahrungen bringen kann, ist mit Sicherheit eine Möglichkeit, wobei Sie für sich das Kostenrisiko bedenken sollten.

Momentan sehe ich keine überwiegenden Erfolgsaussichten auf Ihrer Seite.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER