Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gettyimages.de


21.04.2007 16:30 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

vor kurzem habe ich einen Anruf von der Firma Gettyimages erhalten mit der Bitte um Zusendung von Foto-Lizensen. Hintergrund dafür ist, dasss unsere Internetseite über 30 urheberrechtlich geschützte Bilder aus Gettyimages enthält.

Mir ist bewusst, dass Gettyimages und auch anderer Firmen geschützte Foto-Werke über das Internet an Nutzer vertreiben und respektieren auch diese Urheberrechte.

Wenn man auf Gettyimages auf ein Bild klickt bzw. vergößert, dann erscheint - nach Anmeldung auf der Seite - das Original-Bild ohne ein Logo von Gettyimages. Dieses Foto kann man ohne weitere Sperre speichern. Unter dem Bild stehen Verkaufspreise für diverse Bildergröße, so dass der Nutzer in dem Glauben ist für größere Bilder in anderen Formaten zu zahlen. Es ergibt sich dadurch die Aufassung das Mini-Bild kostenlos und ohne weitere Beschränkungen zu nutzen ist, da dieses mit keinem Logo und keiner Sperre versehen ist. Zudem erscheint unter dem Bild ein Satz mit "Anweisung zum Herunterladen der Bildvorschau". Auch dieser Hinweis erscheint eher als Info wie man das Bild runterladen kann, also sprich Drücke rechte Maustaste, dann speichern usw...

Natürlich habe ich versucht die Sachlage am Telefon zu schildern, jedoch hieß es dass wir 10.000,00 € (Lizensgebühren) + 10.000,00 € (Strafgeld) sofort innerhalb 14 Tagen zu zahlen hätten. Bei Nicht-Zahlung wurde mir gedroht, dass die Angelegenheit den Anwälten übergeben werden würde, so das wir mit einem Strafgeld von 40.000€ zu rechnen hätten.
Die Summe sollte zudem nicht an die Gettyimages GmbH sondern an ein anderes Unternehmen in Dublin gezahlt werden, angeblich soll das die Muttergesellschaft sein (schlau gemacht, wir zahlen Steuern und die bringen ihre Gelder ins Ausland, wie auch immer!).

Bis dahin haben wir keinerlei Mahnung oder Rechnung erhalten. Die Kommunikation belief sich nur über das Telefon + Email.
Nach mehrmaligen Telefonaten hat die Mitarbeiterin dann uns gesagt, dass sie mit dem Gesamtpreis von 10.000€ uns entgegenkommt. Ich habe ihr vorgeschlagen, dass wir die 10.000€ innerhalb 10 Monaten als Ratenzahlung begleichen könnten.
Nach einigen Tagen jedoch kam dann Mitteilung dass wir das Geld sofort überweisen solldn, anderweitig würde die Angelegenheit den Rechtsanwälten übergeben. Zu erwähnen ist, dass wir eine Aktengesellschaft mit 50.000,00 Stammkapital sind. Die Mitarbeiterin meinte zudem, dass die Gettyimages die Informationen der Nutzung von frei zu speichernden Bildern in ihren AGBs erläutert.

Vor einpaar Tagen kam dann ein Anruf, dass wir bis spätestens 18.00 Uhr Zeit hätten das Geld zu überweisen. Da wir das Geld nicht haben, musste ich ablehnen. Die Mitarbeiterin versuchte uns dann weiterhin mit Drohungen unter Druck zu setzen.

Alles in allem kam mir die Geschäftspraxis der Gettyimages sehr unseriös vor. Nach dieser Angelegenheit habe ich mich dann auf anderen Foto-Portalen der Konkurrenz schlau gemacht und bin fündig geworden. Auf Seiten wie Imagedirekt.de erhält man als Non-Profi sofort klar und transparent unter dem Bild die Information, dass man das Bild nur für Präsentationszwecke verwenden darf, diese Info fehlt komplett bei der Getty (nur im Pop-Up wird es in den AGBs erwähnt). Nach meiner Aufassung reicht das nicht, da der Kunde im Nachteil ist und die Preise bzw. Nutzungsbedingungen nicht transparent gehalten werden.

Da ich davon ausgehe, dass Gettyimages die Seiten ihrer großen Konkurrenten kennt, frage ich mich wieseo die Gettyimages das nicht genauso macht. Es kommt mir eher so vor als ob man bewusst diese Info in den AGBs verschleiern möchte, damit man Kunden anlockt und zur Nutzung der Fotos animiert. Da die meißten User im Internet zu über 90% die AGBs sowieso nur überfliegen oder gar nicht lesen, mahnt man dann diese User ab und kassiert dick Geld.

Ich frage mich wieseo die Konkurrenz die Bestimmungen der Fotos transparent für Kunden darstellt und die Getty diese "verschleiert". Nach meiner Meinung ist das eine reine Abzocke! Aus diesem Grund bin ich mittlerweile zu der Ansicht gekommen nicht einmal 1Cent an diese Verbrecher zu zahlen!

Die Frage ist nun aber, müssen wir an Gettyimages was zahlen?
Wenn ja wieviel?

PS: Gestern habe ich zudem auch eine SPAM Werbe-Email von der Getty erhalten. Nach Auskunft wurde mir gesagt: "Es stand in den AGB" ... Das kann doch nicht wahrsein :-(

Vielen Dank, Gruß
Der Abgemahnte
24.04.2007 | 17:38

Antwort

von


2 Bewertungen
Georgstraße 56
30159 Hannover
Tel: (05 11) 89 82 23 0
Tel: (05 11) 22 80 04 18
Web: www.mediamandat.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich Ihnen auf Grundlage der mir dort anhand gegebenen Informationen wie folgt:

Da es sich um Lichtbildaufnahmen handelt, wie Sie es mitteilen, duerfte der fuer einen Urheberschutz erforderliche Werkcharacter der von Ihnen oeffentlich wiedergegebenen Bilder mit der gegebenen Schoepfungshoehe erreicht sein.

Um Schadensersatzansprueche geltend zu machen, muss der Urheber oder der Nutzungsberechtigte nicht notwendiger Weise darauf hinweisen, dass eine Nutzung der Werke ohne seine Zustimmung nicht gestattet ist. Der Verlockung des rechten Mausklicks sollte man daher ohne explizite Nutzungsberechtigung in jedem Falle wiederstehen.

Sollte es sich bei dem Unternehmen, welches nun die Ansprueche fuer Gettyimages gegen Sie geltend macht um einen Berechtigten handeln, so ist die Situation sehr ernst zu nehmen.

Erschwerend kommt hier hinzu, dass berechtigte Schadensersatzforderungen und Gegenstandswerte im Urheberrecht mit der Anzahl der unberechtigt wiedergegebenen Bilder steigen.

Hier scheint man den Schadensersatz im Wege der sogenannten Lizenzanalogie von Ihnen einfordern zu wollen, da ein 100%-iger Aufschlag berechnet wird.

Eine Einigung auf Grundlage der Berechnung der Lizenzanalogie und Zahlung der entsprechenden Summe ist in solchen Faellen nicht der schlechteste Weg. Ich empfehle Ihnen jedoch dringend, die Ansprueche vorher von einem RRechtsanwalt pruefen zu lassen, selbst, wenn Sie mit der Gegenseite auf eine zunaechst vorteilhaft erscheinende Einigung zusteuern sollten.

Dies gilt auch und insbesondere fuer den Fall, dass Ihnen bereits Fristen gesetzt worden sind.

Mit freundlichen Gruessen,

Werner
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Markus G. Werner, Dipl.-Jur.
Fachanwalt für Informationstechnologierecht

Nachfrage vom Fragesteller 25.04.2007 | 12:06

Hallo Herr Werner,

vielen Dank für Ihre Antwort. In diesem Zusammenhang stelle ich mir folgende Frage.

1. Ein Vergleich zu Getty Images (Szenario):
Kann ich morgen eine Internetseite mit eigene Musikproduktionen auf eine Internetseite frei zum Download zur Verfügung stellen und in den AGB reinschreiben, dass diese nur für 14 Tagen zu Testzwecken genutzt verwendet können (Die Musikdateien sind selbst aufgenommen, sind daher Urheberrechte von mir). Falls danach die Musik ohne Kauf der Musiklizens "kommerziell" verwendet wird, dann muss der User pro verwendete Musikdatei 500€ + Strafgeld zahlen. Ist das möglich? Wenn nein, wieso ist das dann mit Bildern erlaubt?

2. Die Konurrent der Getty Images wie Imagedirekt oder Avenue Image schreiben die Informationen zur Nutzung der Bilder transparent auf ihre Internetseite. Kann das nicht gegen die Getty Images verwendet werden? Und warum macht die Konkurrenz es überhaupt so?

3. Ist es nicht die Pflicht eines Urheber oder Nutzungsberechtigten Kunden über die Nutzung von Urheberrechtlichen Werken zu informieren? Wenn ja, reicht der Hinweis in den AGB?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2007 | 20:49

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Nachfrage auf Grundlage der ursprünglichen Fragestellung:

zu 1.: Nutzungsvereinbarungen können unterschiedlich ausgestaltet sein und grundsätzlich auch mittels Einbeziehung von AGB unter Geltung der engen Voraussetzungen des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen Vertragsbestandteil werden. Daneben ist grundsätzlich auch die Vereinbarung einer Vertragsstrafe möglich. Doch so liegt der Fall hier nicht, wie ich es Ihren obigen Schilderungen entnehmen konnte. Hier müssen Sie sich gesetzlichen Ansprüchen aus sogenannter "unerlaubter Handlung" gegenübergestellt sehen, nicht vertraglichen Ansprüchen.

zu 2.: Nutzungshinweise erfolgen dann auch bei den Mitbewerbern der Fa. Getty Images unabhängig vom Bestehen oder Nichtbestehen einer Rechteinhaberschaft, denn

zu 3.: eine Pflicht zur Aufklärung über das Urheberrecht besteht nicht. Es wird nach dem geltenden Urheberrecht das Wissenmüssen des Internetnutzers unterstellt, dass fremdes geistiges Eigentum auch ohne Verbotshinweise umfassend geschützt ist.

Die Angelegenheit ist daher durchaus ernst zu nehmen, zumal Ihnen hier weitere Konsequenzen neben dem Schadensersatz drohen könnten, wie z.B. die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung oder eine einstweilige Unterlassungsverfügung.

Lassen Sie es daher nicht zum Äußersten kommen sondern die Forderungen der Gegenseite dem Grunde und der Höhe nach dringend anwaltlich überprüfen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit eine erste Hilfestellung leisten konnte. Bitte beachten Sie, dass diese erste Orientierungshilfe eine umfassende rechtliche Beratung nach Prüfung aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Bislang mir vorenthaltene Informationen könnten bei Kenntnis zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Für eine weitergehende Beratung oder Vertretung in dieser Angelegenheit stehe ich nach Terminabsprache selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Werner
(Rechtsanwalt)

ANTWORT VON

2 Bewertungen

Georgstraße 56
30159 Hannover
Tel: (05 11) 89 82 23 0
Tel: (05 11) 22 80 04 18
Web: www.mediamandat.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Informationstechnologierecht, Wettbewerbsrecht, Internetrecht, Straßenverkehrsrecht, Urheberrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER