Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gesundheitsgefährdung durch Latexfarbe in Wohnr


15.04.2007 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrter Anwalt,

ich habe folgendes Anliegen:

wir sind vor etwa einem halben Jahr in eine wunderschöne helle und große Wohnung gezogen, die mir seitdem nur ein einziges Problem bereitet:

Ich muss alle zwei bis drei Stunden lüften, da die Räume innerhalb dieser Zeit anfangen zu müffeln.

Bisher dachte ich es läge an dem verwohnten Sissal-Boden, der in den meisten Räumen ausliegt, und bisweilen einen beissenden Geruch von sich gibt.

Als ich vor ein paar Tagen mein Schlafzimmer und andere Wohnräume streichen wollte, bemerkte ich, daß die gesamte Wohnung vom Vormieter komplett mit Latexfarbe gestrichen worden war. Der Vermieter hatte das nicht bemerkt, sodass es auch nicht in der Übergabeliste gestanden hatte.

Jetzt weiß ich aber, das Latexfarbe in Wohnräumen auf Dauer gesundheitsschädllich ist weil die Wände nicht "atmen" können, und so ein gesundes Raumklima nicht gewährleistet ist. Da ich regelmäßig an Atemwegserkrankungen leide, ist das für mich kein haltbarer Zustand

Die Latexfarbe müsste restlos entfernt, die halbe Wohnung (etwa 50qm) komplett neu tapezieren werden.

Kann ich den Vermieter in die Pflicht nehmen?

Oder gibt es in diesem Fall eine Kostenteilung?

Was ist mit dem Boden?

(Den würde ich auch gerne entfernen lassen. Dieser ist großflächig auf den Untergrund geklebt, obwohl das im Mietvertrag ausdrücklich untersagt wird.)

Ich hoffe auf Ihren Rat, vielen Dank
15.04.2007 | 17:56

Antwort

von


344 Bewertungen
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Wenn auf Grund des Latex eine erhebliche Gesundheitsgefährdung bestehen sollte, so steht Ihnen gemäß § 569 BGB die Möglichkeit zur fristlosen Kündigung offen. Nach allgemeiner Auffassung soll hierbei entscheidend sein, wie nachhaltig die Gefährdung ist. Ein bloßes Unbehagen des Mieters reicht nicht aus, um eine fristlose Kündigung des Mieters zu rechtfertigen.

Das Latex könnte außerdem gemäß § 536 a BGB einen Schadensersatzanspruch begründen, wenn der Anstrich als erheblicher Mangel die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch aufhebt.

Wenn ich Sie richtig verstehe wollen Sie zunächst nicht kündigen.

Sie sollten den/die M(a)ängel dem Vermieter unverzüglich anzeigen.

Hierbei sollten Sie die Problematik so konkret wie möglich beschreiben und den Vermieter auffordern, innerhalb einer angemessenen Frist Abhilfe zu schaffen.

Idealerweise richten Sie Ihr Anliegen an den Vermieter per Einschreiben mit Rückschein.

Spätestens wenn der Vermieter der Aufforderung nicht nachkommt, sollte ein Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragt werden. Idealerweise jedoch schon jetzt.

Käme es zum Rechtsstreit, so bestünde ein nicht zu unterschätzendes Prozess - und Kostenrisiko, wenn Sie nämlich darlegen und beweisen müssten, dass der Anstrich eine nachhaltige Gesundheitsgefährdung auslöst.

Hinsichtlich des Bodens sehe ich keine Anspruchsgrundlage, da Sie die Wohnung bereits in dem Zustand gemietet haben.

Anders wäre unter Umständen zu urteilen, wenn beim Verlegen des Bodens (unzulässige) Materialien verwendet wurden, die den unangenehmen Geruch verursachen und damit einen erheblichen Mangel an den Wohnräumen begründen.

Dem Umstand, was in Ihrem Mietvertrag hinsichtlich der Böden geregelt ist, kommt allerdings keine entscheidungserhebliche Rolle zu, da der Boden bereits bei Mietvertragsabschluss wie gesehen verlegt war.

Vielleicht können Sie sich zu Ihren Gunsten auf eine Teilung der Kosten 1/4 zu 3/4 einigen. Das hätte jedenfalls den Vorteil, dass das doch recht junge Mietverhältnis nicht durch Streitfragen belastet würde.

Inwieweit für Sie nach dem Mietrecht Ansprüche begründet sind, ist letztlich eine Frage der tatsächlichen Gegebenheiten, die im Streitfall unter Umständen durch relativ teure Sachverständigengutachten geklärt werden müssten.

Sollten Sie sich freiwillig an den Kosten beteiligen, so könnten Sie vorschlagen, dass Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses eine Summe X als Abschlagszahlung vom Vermieter ausbezahlt bekommen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Jur. M. Kohberger
Rechtsanwalt
--------------------------
Austr. 9 1/2
89 407 Dillingen a.d. Donau
Tel.: 09071 / 2658
eMail:kohberger@freenet.de
Info: www.anwaltkohberger.de

Anhang

§ 535 BGB. Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags. ( 1 ) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren. DER VERMIETER HAT DIE MIETSACHE DEM MIETER IN EINEM ZUM VERTZRAGSGEMÄßEN GEBRAUCH GEEIGNETEN ZUSTAND ZU ÜBERLASSEN UND SIE WÄHREND DER MIETZEIT IN DIESEM ZUSTAND ZU ERHALTEN. ...
( 2 )...


Rechtsanwalt Michael Kohberger

ANTWORT VON

344 Bewertungen

Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Mietrecht, Straßenverkehrsrecht, Strafrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER