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Gesundheitsfrage Berufsunfähigkeitsversicherung

18.01.2021 19:57 |
Preis: 40,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Hallo,

ich möchte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und muss dafür folgende Frage beantworten(Zitat):
"
Haben Sie derzeit oder hatten Sie in den letzten 24 Monaten vor dem Datum Ihrer Unterschrift mindestens eine
Krankheit oder Verletzung, wegen der Sie insgesamt länger als 6 Wochen ärztlich oder therapeutisch
(Heilpraktiker, Psychologen, Physio-, Psychotherapeuten) in Behandlung waren oder voraussichtlich sein werden?
Unter Behandlung verstehen wir auch die Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente außer Verhütungsmittel
sowie Nachsorgen bei Tumorerkrankungen.

Nicht angegeben werden müssen Behandlungen (auch medikamentös) wegen:
- Atemwegsallergien (z. B. Heuschnupfen) ohne Asthma
- Erkältungskrankheiten, die folgenlos ausheilten (z. B. Erkältungsschnupfen, Halsentzündung, Nasennebenhöhlen-entzündung, Kehlkopf- oder Luftröhrenentzündung, grippaler Infekt)
- Magen-, Darm- und Harnwegsinfekte, die folgenlos ausheilten
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Operationen ohne Komplikationen und Folgen an Blinddarm, Mandeln oder Nasenscheidewand
- Pilzerkrankungen (Nagelpilz, Fußpilz)
- Schwangerschaften, Maßnahmen in der Reproduktionsmedizin
- Sportverletzungen, die ohne Folgen ausgeheilt sind
- Über-/Unterfunktion der Schilddrüse
[ ] Ja [ ] Nein
"

Bei mir wurde durch einen Antikörpertest eine Erbkrankheit nachgewiesen. Aufgrund dessen gehe ich jährlich zur ärztlichen Kontrolle (es findet keine Behandlung statt).
Aus meiner Sich darf ich die oben genannte Frage trotzdem mit "Nein" beantworten, aufgrund folgender Überlegungen:

-> Aktuell sind, abgesehen von den Antikörpern, keine Symptome, Anomalien, Schädigungen, usw. nachweisbar. Ebenso ist nicht garantiert, ob es überhaupt zu Symptomen kommt und falls ja, wie dann die konkrete Therapie aussehen wird
-> Sollten sich tatsächlich Symptome einstellen, wird (am wahrscheinlichsten) eine medikamentös zu behandelnde Schilddrüsen-Unterfunktion eintreten. Die Erbkrankheit als solche kann nicht behandelt werden und hat im Normalfall keine anderweitig zu behandelnden Symptome. Behandlungen wegen einer Schilddrüsen-Unterfunktion müssen bei der oben genannten Frage nicht angegeben werden.

Ist meine Ansicht korrekt? Darf ich die Frage mit Nein beantworten? Bitte berücksichtigen Sie, dass die Frage nicht "vorsorglich" mit ja beantwortet werden kann, da dieses automatisch zur Ablehnung führt.

Vielen Dank



Einsatz editiert am 18.01.2021 21:32:37

Sehr geehrter Fragesteller,

leider muss ich Ihnen sagen daß ich Ihnen nicht empfehlen kann, diese Frage mit "Nein" zu beantworten.

Sie selbst benennen die bei Ihnen festgestellte Erbkrankheit als "Krankheit", auch wenn sich derzeit keine Symptome zeigen, die ärztlichen Untersuchungen lediglich Routinemaßnahmen sind, Sie keine Medikamente einnehmen und - wie Sie schreiben - selbst im ungünstigsten Fall (nur) wie eine Schilddrüsenunterfunktion zu therapieren wäre.

Beim Abschluss einer Versicherung ist immer die weitestmögliche Auslegung zu berücksichtigen, damit es später nicht zu Schwierigkeiten kommt. In Ihrem Fall wäre das die sofortige Kündigung bzw. Leistunfsverweigerung der Versicherung, wenn sich Ihre Erbkrankheit als solche manifestieren würde und die Versicherung feststellen würde, dass Sie bei der Anamnese diese Erbkrankheit nicht erwähnt hätten.

Diese sogenannten Gesundheitsfragen der Berufsunfähigkeitsversicherung klingen harmloser, als sie gemeint sind. Kann die Versicherung später nachweisen, dass Sie im Versicherungsantrag gesundheitliche Probleme im weitesten Sinne verschwiegen haben, muss sie im Ernstfall nicht zahlen, selbst wenn die Berufsunfähigkeit gar nichts mit einer verschwiegenen Krankheit zu tun hat.

Dies ergibt sich beispielsweise sehr deutlich aus einem Urteil des OLG Karlsruhe (Az. 12 U 391/04 ): Eine Frau, die im Antrag einen Herzklappenfehler unterschlug und später aufgrund eines Sturzes nicht mehr arbeiten konnte, verlor ihren Versicherungsschutz.

Daher kann ich Ihnen aus anwaltlicher Sicht nur empfehlen, möglichst wahrheitsgetreu zu antworten, und das heißt in diesem Zusammenhang letztlich auch etwas anzusprechen, von dem Sie nachvollziehbar meinen, dass es sich nicht unter den Wortlaut der Fragen subsumieren lässt.

Es ist ja nicht auszuschließen, dass sich Ihre Erbkrankheit manifestiert, und dass Sie wegen dieser festgestellten Krankheit regelmäßig zum Arzt gehen, wird sich ja nicht verheimlichen lassen, vor allem dann nicht, wenn es darauf ankommt. Denn der Versicherer prüft die gemachten Angaben in der Regel erst dann, wenn Sie Ihre monatliche Rente wegen Berufsunfähigkeit beantragen müssten. Stößt er dabei auf Ungereimtheiten zwischen Ihren Antworten und den Gesundheitsdaten Ihrer Ärzte, kann der Anbieter die Leistung - wie gesagt - verweigern.

Darauf sollten Sie es nicht ankommen lassen. Suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Berater, wenn Sie einen haben, oder rufen Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung an, um hier ganz sicher zu gehen. Vielleicht sollten Sie auch den Markt vergleichen, denn es gibt ja verschiedene Anbieter, die durchaus verschiedene Fragenkataloge haben.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können. Wenn noch etwas unklar geblieben oder nicht ausreichend erörtert worden ist, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 20.01.2021 | 11:30

Das bedeutet im Klartext ich kann keine BU abschließen, obwohl ich "gesund" bin und allerhöchstens eine nicht angabepflichtige Behandlung notwendig werden könnte?
Bitte beachten Sie dabei, dass explizit nach Behandlungen gefragt werden, in denen ich "voraussichtlich sein werde". Nach meinem Verständnis (und ärztlicher Aussage) ist voraussichtlich lediglich eine Behandlung der Schilddrüse notwendig (nicht angabepflichtig). Wo ist dort dann die Grenze? Selbst ein verstauchter Knöchel könnte unerwartete Spätfolgen haben.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.01.2021 | 12:36

Sehr geehrter Fragesteller,

ich habe ja vollstes Verständnis für Ihre absolut zutreffende kritische Nachfrage, aber als beratende Anwältin muss ich Ihnen natürlich das negativste Szenario aufzeigen, und das ist so, wie es sich in dem Urteil des OLG Karlsruhe darstellt, und insofern haben Sie Recht: Es könnte auch problematisch werden, wenn Sie einen lange zurückliegenden verstauchten Knöchel nicht angeben.

Das heißt aber nicht, dass Sie überhaupt keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, es heißt nur, dass Sie sich dahingehend absichern sollten. Das ist mein Rat: Sprechen Sie die Versicherungsgesellschaft direkt auf diese Problematik an, zumal es sich ja doch um einen seltenen Fall handelt.

Es ist natürlich auch schwierig zu beurteilen, wie eine Erbkrankheit, die keinerlei Auswirkungen hat, zu qualifizieren ist, denn die aufgeführten angabepflichtigen Erkrankungen bieten insofern keinen Raum. Leider muss man aber sagen, dass genau das die Falle ist, in die viele laufen, wenn sie insoweit dem Wortlaut eines Versicherungsvertrages folgen.

Es kann eben nicht ausgeschlossen werden - und darauf will und muss ich Sie hinweisen -, dass die Versicherung Ihnen genau aus dieser unterlassenen Angabe später "einen Strick dreht".

Was ich iIhnen also dringend ans Herz legen möchte, ist, sich noch einmal ganz konkret bei der Versicherungsgesellschaft zu erkundigen. Sie können auch einen Berater aufsuchen, der viele Versicherungsgesellschaften betreut und Ihnen vielleicht eine heraussuchen kann, die erfahrungsgemäß nicht so streng ist. Leider kann das aber ja immer erst im Nachhinein beurteilt werden, und dann lässt sich ein langwieriger Rechtsstreit mit der Versicherungsgesellschaft nicht vermeiden.

Der Vollständigkeit halber muss ich Sie aber auch darauf hinweisen, dass Sie zwar einerseits recht damit haben, dass Ihre Erbkrankheit laut ärztlicher Aussage "nur" eine Schilddrüsenerkrankung nach sich ziehen kann, die aktuell bei den Gesundheitsfragen nicht angegeben werden muss. Es ist aber nicht auszuschließen, dass nicht die milde Folge Ihrer Erbkrankheit in den Fokus rückt, sondern die Tatsache, dass Sie eine vorliegende Erkrankung, von der Sie positive Kenntnis hatten, nicht angegeben haben.

Dass die Gesundheitsfragen insofern keinen Raum lassen, weil sie nicht konkret danach fragen, heißt nicht, dass die Versicherung sich nicht später darauf berufen wird.

Insofern bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich Ihnen nur die schlimmstmöglichen Folgen aufzeigen möchte, womit ich nicht sage, dass es passiert. Ich rate Ihnen daher nochmals, diese Frage ganz konkret und individuell anzusprechen, damit es kein böses Erwachen gibt im Ernstfall.

Ich verbleibe nochmals mit freundlichen Grüßen!

EvD

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