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Gesund laut Kasse - Krank laut Facharzt. Was gilt?

5. September 2013 12:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


13:31

Hallo,
ich wende mich an Sie mit folgendem Problem:

Meine Frau ist aufgrund von Depressionen und Burnout, die von einem massiven Arbeitsplatzkonflikt herrühren, schon seit Ende April krank geschrieben.
Ihre letzte Krankschreibung wurde vom Facharzt ausgestellt und läuft noch bis zum 19.09. Dann hat sie den nächsten Termin beim Arzt.

Sie hat nun von der Kasse den Bescheid bekommen, dass der MDK aufgrund der Aktenlage keinen Grund für eine Krankschreibung mehr sehe und ihn zum 05.09.13 wieder gesund schreibe. Das ist heute. Damit endet auch der Krankengeldbezug.

Ihr Dienst würde am 11.09. wieder beginnen, da sie im Bildungsbereich arbeitet und derzeit noch Sommerferien sind.

Gegen den Bescheid der Krankenkasse haben wir bereits Widerspruch eingelegt.

Dort wurde uns aber mitgeteilt, dass der Widerspruch keinerlei aufschiebende Wirkung habe:

§ 39 SGB X – Wirksamkeit des Verwaltungsaktes
(1) 1Ein Verwaltungsakt wird gegenüber demjenigen, für den er bestimmt ist oder der von ihm betroffen wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in dem er ihm bekannt gegeben wird. 2Der Verwaltungsakt wird mit dem Inhalt wirksam, mit dem er bekannt gegeben wird.
(2) Ein Verwaltungsakt bleibt wirksam, solange und soweit er nicht zurückgenommen, widerrufen, anderweitig aufgehoben oder durch Zeitablauf oder auf andere Weise erledigt ist.
(3) Ein nichtiger Verwaltungsakt ist unwirksam.

Nun meine Frage: Muss meine Frau am 11.09. am Arbeitsplatz erscheinen, wenn sie keine Kündigung riskieren will, oder gilt die Krankschreibung des Arztes als Entschuldigung für ihr Fernbleiben vom Arbeitsplatz?

- Dass sie derzeit kein Krankengeld erhält, bis dem Widerspruch gegebenenfalls stattgegeben wird, ist klar.

Sie ist derzeit am Arbeitsplatz so schlimmen Repressalien und Drangsalierungen ausgeliefert, dass sie dort unmöglich erscheinen kann, weil dies die Symptome verstärken würde.

Um schnellen und kompetenten Rat wäre ich sehr dankbar!

Ein völlig aufgelöster und fix- und fertiger Ratsuchender

-- Einsatz geändert am 05.09.2013 12:09:28

5. September 2013 | 12:58

Antwort

von


(2487)
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26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
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Sehr geehrte Ratsuchende,


grundsätzlich ist die Einschätzung des MDK vorrangig, kann aber von Ihrer Frau erschüttert werden.


Mit diesem Bescheid des MDK sollte sie SOFORT den behandelnen Arzt aufsuchen und eines schriftliche Stellungnahme anfordern.


Der Arzt kann dann einen begründeten Einspruch gegen die Einschätzung des MDK einlegten, die dann vorrang hätte, wenn der Arzt nicht nur bislang beaknnte Diagnosen wiederholt, die bei der MDK-Begutachtung gewesen sind, sondern eben seinen Einspruch auf die erneute Untersuchung und die dabei neu gewonnenen Erkenntnisse stützt.
Dann wird dieser Einspruch vorrangig zu behandeln sein und der MDK müsste dann (aber auch nur dann) eine Neubegutachtung einholen (BSG, Urt.v. 08.11.2005, Az.: B 1 KR 18/04 R ).


Da die Zeit drängt, sollte der Arztbesuch unverzüglich erfolgen.

Liegt der Einspruch vor, lassen sie sich bitte unbedingt eine Kopie vom Arzt geben und übersenden Sie diese Kopie dann ebenfalls dan den MDK.

Diese kann dann seine Entscheidung nicht ohne Neubegutachtung aufrecht erhalten.


Und nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung ist davon auszugehen, dass der Arzt diesen Einspruch erheben wird, da eine derzeitige Beschäftigung ja die Symptome und damit die Krankheit nur noch verstärken würde, was aber eben eher eine medizinische Frage ist, die letztlich nur der tatsächlich behandelnde Arzt dann abschließend beantworten kann.


Will der behandelnde Arzt hingegen diesen Einspruch nicht fertigen, gilt die Einschätzung des MDK (auch wenn sie fehlerhaft sein wird) und Ihre Frau müsste dann in der Tat zur Arbeit erscheinen, um keine rechtlichen Nachteile zu erleiden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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Rückfrage vom Fragesteller 5. September 2013 | 13:14

Der Einspruch ist bereits erfolgt, aber die Kasse behauptete,gestern, dass noch nichts vorliegt. Wir werden nun eine kopie des einspruches vom Arzt anfordern und dann dementsprechend handeln.

Aber: sollte am Montag der einspruch beim MDK vorliegen - muss sie dann zur Arbeit?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 5. September 2013 | 13:31

Sehr geehrte Ratsuchende,


sofern bis dahin noch keine anderslautende Entscheidung vorliegt, muss die Arbeitskraft angeboten werden; d.h. sie muss dann zur Arbeit.



Aber ich würde ihnen raten, den Einspruch beim Arzt direkt abzuholen, dem MDK zuzufaxen und darauf hinweisen, dass der MDK dann nicht allein nach Aktenlage ohne weitere Untersuchung entscheiden darf (LSG Hessen, Urt.v. 08.10.2007, Az.: L 8 KR 228/06 ).



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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Mit freundlichen Grüßen

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