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Gestohlene Ware: Geld vom Verkäufer zurück?


19.01.2005 20:56 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



ch habe in 12/2001 ein professionelles Kameragehäuse Nikon F100 bei ebay ersteigert. Beigelegt war ein abgestempelter,handgeschriebener Kaufbeleg aus 9/01, Kamera war originalverpackt, mit unausgefülltem Garantieschein. Jetzt wollte ich die Kamera in Zahlung geben, habe auf anraten eine Händlers bei Nikon die Seriennummer prüfen lassen. Resultat: Kamera wurde 10/2001 auf dem Versandweg Japan-Spanien gestohlen gemeldet. Bin sofort zur Polizei: Kamera abgegeben, Strafantrag gestellt.

Nun will ich zivilrechtlich den Kaufpreis zurück. Der Verkäufer hat die Kamera angeblich für eine Freund versteigert, dieser wiederum hat die Kamera von einem Bekannten, der die Kamera damals in einem Geschäft (seit 3 Jahren insolvent) aus Abteilungsauflösung gekauft hat. Auf dem Kaufbeleg ist eine 10 stellige Nummer, vermutlich die Artikelnummer, jedoch nicht die individuelle 6-stellige Seriennummer angegeben. Differenz Kaufbeleg/eBay-Preis 30.-DM.

Ich habe eine Rechnung über 1030 Euro mit 14-tägigem Zahlungsziel gestellt. Der Verkäufer meine, er bezahle das Geld nicht, da ich nicht beweisen könne, dass es sich bei der gestohlenen Kamera um die von ihm gelieferte handele. Alles habe seine Richtigkeit gehabt und er zweifele daran, dass ich ihm nicht eine gestohlene Kamera "unterschieben" wolle.

Kaufpreis der Kamera war damals umgerechnet 1030 Euro, Zeitwert liegt jetzt bei ca. 700 Euro. Hat ein gerichtliches Mahnverfahren mit anschließender Amtsgerichtsverhandlung Aussicht auf Erfolg? Ich kann beeiden, dass dies die Kamera ist, die ich damals ersteigert habe. Es ist schon seltsam, dass die Kamera innert 8 Wochen zwei mal den Besitzer wechselt und dann bei eBay landet, oder nicht? Ich denke, dass der Kaufbeleg zu einer anderen Kamera gehörte, kann das natürlich aber nicht beweisen. Was raten Sie? Geld abschreiben oder Klageweg beschreiten?

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Guten Abend,

viele Dank für Ihre Anfrage.

In Ihrem Fall steht zunächst eindeutig fest, dass es sich bei dem durch Sie über Ebay erworbenen Kameragehäuses um Diebesgut handelt. Insofern haben Sie das Richtige getan, Strafanzeige erstattet und das Gehäuse an die Polizei übergeben.

Daraus ergibts sich, dass der Verkäufer seiner Pflicht aus dem Kaufvertrag zur Übereignung der Ware nicht nachgekommen ist und auch gar nicht nachkommen konnte.

Ihnen steht daher ein Erstattungsanspruch bzgl. des Kaufpreises zur Seite. Sollte der Verkäufer gewußt haben, dass es sich um gestohlene Ware gehandelt hat, hätte dieser sich strafbar gemacht und Sie hätten wiederum einen weitergehenden Schadenersatzanspruch z.B. wegen evt. Aufwendungen bzw. sonstiger Verluste, welche aus dem Kauf herrühren.

Für die Tatsache, dass es sich bei der gestohlenen Ware auch um die Ware handelt, welche Ihnen der Verkäufer zugesandt hat, wären Sie beweispflichtig. Vielleicht gibt es ja Zeugen, welche dies bestätigen können. Ansonsten würde als Indiz z.B. für die Identität sprechen, dass die erworbene Ware exakt der damals durch den Verkäufer angebotenen Ware entsprechen dürfte.
Sie sollten darüberhinaus als Geschädigter über einen Rechtsanwalt Akteneinsicht in betreffende Ermittlungsakte der Polizei/Staatsanwaltschaft beantragen. Ich denke, aus dem Ermittlungsergebnis der Polizei wird sich ergeben, wer für den Diebstahl verantwortlich ist und ob Ihr Verkäufer gutgläubig verkauft hat. Insbesondere wird sich ergeben, ob die von Ihnen der Polizei übergebene Ware mit der durch den Verkäufer angebotenen und übersendeten Ware identisch ist. Akteneinsicht können Sie z.B. über unseren Online-Service unter www.net-rechtsanwalt.de kostengünstig erhalten.

Ich rate:

1)
Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Sie haben das Rechts als Geschädigter, allerdings nur über einen RA.

2)
Sodann sollten Sie den Kaufpreis einklagen.


Ich hoffe Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de

Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2005 | 21:26

Reicht die Aussage meiner damaligen Freundin/jetzt Frau, dass es sich um ein und dieselbe Kamera handelt? Wie ist die Sachlage und die Aussicht auf Erfolg der Klage, wenn die Polizei nichts konkretes herausfinden kann und schließlich über die Identität der Kamera Aussage gegen Aussage steht. Reicht es, wenn der Weg der Kamera von 9/2001 bis 11/2001 "stinkt"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2005 | 21:34

Ihre jetzige Frau reicht als Zeugin vollkommen aus.
In einem Zivilverfahren würden Sie als Kläger und der Verkäufer als Beklagter nicht als Zeugen in Betracht kommen. Ihre Frau dagegen kann als Zeugin auftreten und für Sie die Herkunft der Kamera beweisen.
Sie wären demnach hinsichtlich der Beweismittellage bevorteilt.
Dass bereits vor dem Verkauf einige Ungereimtheiten aufgetreten sind, spricht ohnehin für Ihre Variante der Fallschilderung und kommt Ihnen im Verfahren zu Gute.

ich denke, Sie haben sehr gute Chancen einen gerichtlichen Titel gegen den Verkäufer zu erwirken.

Nochmals vielen Dank.

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