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Gestaltung eines Maklervertrages

06.02.2015 18:29 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Ich möchte einen Makler beauftragen, einen Mieter für meine Immobilie zu suchen. Als Entwurf liegt mir ein qualifizierter Alleinauftrag vor. Dort heißt es beispielsweise, dass ich alle Mietinteressenten, die sich direkt an mich wenden, an den Makler verweisen muss und dass, wenn ich eigenhändig anderweitig vermiete, selbst zur Courtagezahlung verpflichtet bin. Nun pflege ich mit einem besonderen, möglichen Mieter bereits schon länger intensiven Kontakt. Sollte es speziell mit diesem einem Mieter zu einem Abschluss kommen, soll ausnahmsweise keine Courtage anfallen. Wie formuliere ich die entsprechende Ausnahme? Kann ich Sie einfach handschriftlich ergänzen? Danke!

06.02.2015 | 20:03

Antwort

von


(310)
Marie-Juchacz-Straße 17
40470 Düsseldorf
Tel: 0211 911 872 43
Web: http://www.ra-mauritz.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Es bedarf hier keiner bestimmten Ausdrucksweise. Sie haben eine ausreichende Formulierung fast schon selbst formuliert. Diese kann z.B. lauten: "Kommt es zum Abschluss eines Mietvertrags direkt zwischen dem Auftraggeber und dem Mieter XY, so sind sich die Vertragsparteien darüber einig, dass keine Maklerprovision entsteht". Das können Sie auch handschriftlich ergänzen.

Bitte beachten Sie aber, dass gemäß ständiger Rechtsprechung derartige qualifizierte Alleinaufträge regelmäßig nur dann wirksam sind, wenn sie zwischen Auftraggeber und Makler individuell ausgehandelt werden. Bedient sich dagegen der Makler einseitig vorformulierter Vertragsbedingungen (AGB), sind solche Aufträge in der Regel unwirksam, weil sie den Aufftraggeber, also Sie, einseitig benachteiligen.

Die Verpflichtung, Mietinteressenten an den Makler zu verweisen und bei Verletzung dieser Verpflichtung pauschalierten Schadensersatz zu zahlen, weicht so weitgehend von dem Leitbild des Maklervertrages in § 652 BGB ab, dass eine solche Regelung nur durch eine Individualabrede vereinbart werden kann, vgl. BGH, Urteil vom 08.11.1984 - VII ZR 256/83 .

Es it also möglich, dass Sie durch einen handschriftlichen Zusatz einem ansonsten unwirksamen Vertrag erst zu seiner Wirksamkeit verhelfen, indem dann schon ein individuelles Aushandeln vorliegt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt



ANTWORT VON

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