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Geständnis zu einer Urkundenfälschung Rechnung und/oder Betrug

| 21.09.2010 14:19 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich heute mit einer etwas brisanten Situation an Sie, da ich eigentlich ein sehr redlicher Bürger bin, aber aus falschem Stolz, Rechthaberei oder was auch immer, mich zu folgender Tat hab hinreissen lasse.
Eine Firma hat meinen PKW beim rangieren beschädigt und ich habe für diese Beschädigung ein Gutachten erstellen lassen, um dieses reparieren zu lassen. Die Schadensverursachende Firma hat mir mitgeteilt, das diese den Schaden selber regulieren wollen, ohne Ihre Versicherung in Anspruch zu nehmen. Diese wollten aber nun eine Rechnung über den Schaden haben und ein Freund sagte mir, das ich die beschädigte Tür ohne weiteres auch selber austauschen könne, was wir wiederum sehr Recht war, da ich den Audi gerne schnell wieder "flott" haben wollte und nicht auf ein langes Hin und Her mit dem Schadensverursacher warten wollte.

Wie dem auch sei, habe ich aufgrund meiner kaufmännischen Kenntnisse selber eine Rechnung erstellt, mit Name und Anschrift einer Firma die es tatsächlich gibt und dachte somit, das es wohl kaum auffallen wird und ich somit meinen Schaden ersetzt bekomme. Es kam aber, wie es kommen musste und der Schadensverursacher hat Rücksprache mit der "vermeindlichen Reparaturfirma" genommen und nun habe ich natürlich eine Ermittlungsakte auf dem Tisch.
Meine Frage bezieht sich nun eigentlich mehr auf mein reuhmütiges Gewissen, da ich mich eigentlich nun selber stellen bzw. selber anzeigen möchte, um meine Straftat zu gestehen. Ist es ratsam, sich in diesem Fall zu stellen, bevor eine Anhörung der Polzei oder der Staatsanwaltschaft erfolgte ? Ich möchte einfach nur weitere Unannehmlichkeiten und weitere Ermittlungen vermeiden, da dieser Zeitraum mein Gewissen in dieser Geschichte sicherlich noch viel mehr belasten wird und ich denke das mein Geständnis mich zumindest teilweise besser schlafen lassen würde.

Würden Sie mir zu diesem Schritt raten, oder sollte ich lieber abwarten was passiert ?

Wird mir ein Geständnis evtl. Strafmildernd angerechnet und wenn ja, muß ich tatsächlich auch dann noch mit einer Freiheitsstrafe rechnen ? Ich hoffe das dieser Falle evtl. auch nur durch eine Geldstrafe verbüßt werden kann...

Abschließend bleibt für mich nur festzustellen, alle die diesen Beitrag im Forum lesen und nicht auf der Suche nach Ihrer Strafe sind für einen Fall den Sie bereits begangen haben... LEUTE LASST ES BLEIBEN !!! Das ist es absolut nicht wert. Man glaubt immer es sei nur eine Bagatelle was man da so treibt, aber Fakt ist, das das nicht nur sehr dünnes Eis ist, sondern nahezu ein Sommersee, ohne jede Eis-Schicht, was man aber nicht wahr haben möchte...

Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen !

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zunächst kann ich Ihnen nicht raten, bei einer Anhörung oder Vernehmung als Beschuldigter irgendwelche Angaben zur Sache zu machen, bevor nicht Akteneinsicht in die Ermittlungsakte genommen wurde. Sie sollten hierzu einen Verteidiger Ihres Vertrauens beauftragen, der dann nach Akteneinsicht das weitere Vorgehen mit Ihnen bespricht. Erst wenn die Akte vorliegt, ist klar, wegen welcher Tat(en) gegen Sie ermittelt wird und was genau man Ihnen vorwirft. Im Raum stehen Straftaten des (versuchten) Betrugs nach § 263 StGB und Urkundenfälschung nach § 267 StGB. Ob Sie sich dann zur Sache einlassen wollen oder nicht, ist eine Frage des Einzelfalls und auch der Verteidigungsstrategie. Sie sind jedenfalls nicht verpflichtet, sich selbst zu belasten.

Ein Geständnis wirkt sich grundsätzlich strafmildernd aus. Dieses kann aber immer noch nach Akteneinsicht abgegeben werden. Wenn Sie nicht vorbestraft sind, ist eher keine Freiheitsstrafe, sondern eine Geldstrafe zu erwarten. Sollte dennoch eine Freiheitsstrafe verhängt werden, wird diese sicherlich zur Bewährung ausgesetzt. Die Verhängung einer Freiheitsstrafe ohne Aussetzung zur Bewährung ist vorliegend sehr unwahrscheinlich, von daher kann ich Sie beruhigen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen zunächst weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Wenn Sie eine weitere Vertretung über die hier erteilte Erstberatung hinaus wünschen, bitte ich Sie, mich zunächst per E-Mail zu kontaktieren.

Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2010 | 15:00

Hallo nochmal und danke für die schnelle Antwort,

also grundsätzlich bin ich der gleichen Meinung wie Sie, aber unter diesen Umständen weiß ich nicht, ob mein Geständnis vielleicht besser wäre... Denn Fakt ist, das die Beweislage sehr deutlich ist und ich mich aus der Sache nur schwer herausreden kann und ob ich das überhaupt noch will, ist wiederum eine andere Frage.

Ich möchte aber auch vermeiden, das das passiert, was ich hier im Forum schon häufiger in solchen Fällen gelesen habe, denn dort war die Sprache von Wohnungsdurchsung und ähnlichem und das möchte ich meiner Familie natürlich ersparen. Mir ist die ganze Sache eh schon peinlich genug und ich möchte deswegen nicht auch noch eine Ehekrise heraufbeschwören.

Ich kann auch schlecht einschätzen, wie schwer oder minder schwer die Härte dieser Straftat ist und wie weit man gehen würde seitens der Behörden, um gegen mich zu ermitteln. Deshalb meine Überlegung hier evtl. ein Geständnis abzulegen.

Der konkrete Vorwurf lautet auf versuchten Betrug und Urkundenfälschung, soviel weiß ich, aber zurzeit wird halt noch ermittelt. Ich möchte gerne nur jede weitere "Maßnahme" vermeiden und nicht das Sie mich falsch verstehen, aber wer möchte schön eine Hausdurchsuchung haben oder Beschlgnahme des Rechners oder sonstiges... man hört und liest ja genug im Forum, was so alles passieren kann.

Bei einem ähnlichem Fall, wo es um einen versteigerten Fernseher bei ebay ging, hat der Eigentümer nur als Eigentumsnachweis seines eigenen Gerätes eine Quittung/Rechnung erstellt, da er seine ursprüngliche Rechnung nicht mehr auffinden konnte und trotzdessen das es sein Eigentum war und niemand zu Schaden kam, hat er nebst Hausdruchsung, Anhörung, Anklage etc. noch viele andere Unschönheiten erleben müssen...

Dies alles in eine Waagschale geworfen lässt mich natürlich schon überlegen, an dieser Stelle eine Selbstanzeige zu tätigen, nicht zuletzt auch, weil ich dadurch auch auf mildere Strafe hoffe...

Nun angenommen, das die Beweislast erdrückend schwer ist, würden Sie dennoch abraten, hier ein umfassendes Geständnis abzuliefern ?

Ich danke für Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.09.2010 | 15:16

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ein Geständnis in diesem frühen Stadium der Ermittlungen führt nicht zwangsläufig dazu, dass weitere Ermittlungen unterbleiben. Zudem muss die Staatsanwaltschaft damit rechnen, dass ein Geständnis auch widerrufen werden kann. Schon aus diesem Grund werden die Ermittlungen sicherlich fortgesetzt werden. Ob es dann zu einer Hausdurchsuchung kommt, lässt sich nicht vorhersagen, ganz unwahrscheinlich ist dies bei dem Verdacht der Urkundenfälschung aber nicht.

Um Missverständnisse auszuschließen, möchte ich noch einmal betonen, dass ich vorliegend nicht grundsätzlich von einem Geständnis abrate. Nur sollten Sie sich gut überlegen, ob ein solche jetzt bereits sinnvoll ist, ohne die Akte zu kennen.

Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, über einen Kollegen Akteneinsicht nehmen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin



Bewertung des Fragestellers 21.09.2010 | 15:29

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"Gemessen am Einsatz und der Zeit der Beantwortung der Frage in meinem Fall, hätte ich mir etwas ausführlichere Informationen gewünscht, vielleicht ein Fallbeispiel oder eine etwas genauere Einschätzung der Lage, da ich davon ausgehe, das jeder Anwalt in der praxis sicherlich den ein oder andere Fall schonmal vertreten hat. Alles in Allem bin ich leider eher unsicherer geworden, welchen Schritt ich nun genau wählen soll. Eine Zauberformel um den Fall ungeschehen zu machen, gibts natürlich nicht, aber dennoch hätte ich mir ein bißchen mehr Information erhofft und die ein oder andere Situation durchgespielt bekommen, um mir meiner Vorgehensweise etwas sicherer sein zu können. Die Anwältin hat leider keine ausführliche Begründung zu Ihrer vorgeschlagegen Verhaltensweise gemacht und daher bin nun etwas schlauer als zuvor, aber dennoch unsicher ! Danke trozdem für die schnelle Antwort "
FRAGESTELLER 21.09.2010 3,6/5,0
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