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Gesetzlicher Pflichtanteil für Geschwister

29.10.2010 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Vater ist Anfang dieses Jahres mit 92 Jahren verstorben. Wir sind zusammen vier leibliche Kinder von ihm. Einer meiner beiden Brüder wurde von meinem Vater als Alleinerbe bestimmt. Dabei ging es vor allem um das Einfamilienhaus in welchem mein Vater bis zu seinem Tod gelebt hat. Dieses Einfamilienhaus hat mein Bruder (welcher Alleinerbe ist) nach dem Tod meines Vaters für 80.000 Euro verkauft. Sonstige Vermögenswerte sind nicht vorhanden. Et geht also nur um den o.g. Verkaufserlös des Einfamilienhauses von 80.000 Euro.

Mein Bruder hat dieses Haus für 80.000 Euro verkauft und wir drei anderen Geschwister haben von diesem Verkaufserlös keinen Euro bekommen und sind leer ausgegangen. Mein Bruder weigert sich auch weiter uns an dem Verkaufserlös zu beteiligen.

Meine Frage ist nun wie hoch der gesetzliche Pflichtanteil dieses Erbes für uns drei andere verbleibende Geschwister ist den mein Bruder uns auf jeden Fall zahlen müsste?

Und wie wäre die Vorgehensweise um eventuell an diesen Pflichtanteil heran zu kommen?

Wie hoch würden sich die evtl. Anwaltlichen Kosten ungefähr betragen wenn wir uns dazu entschließen unseren Pflichtanteil einzuklagen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundliche Grüßen,

Ratsuchender

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Ich gehe bei meinen folgenden Ausführungen davon aus, dass lediglich Sie und Ihre Geschwister am Erbe berechtigt sind und keine weiteren gesetzlichen Erben bestehen, die auch durch das Testament Ihres Vaters umgangen wurden.

Gemäß § 2303 Absatz 1 BGB besteht der Pflichtteil in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Gemäß § 1924 BGB sind Sie und Ihre Geschwister als Abkömmlinge die gesetzlichen Erben Ihres Vaters und würden ohne ein Testament Ihres Vaters jeweils ein Viertel des Vermögens erben. Danach hätte der gesetzliche Erbteil jeweils eine Höhe von 20.000 EUR. Der Pflichtteil, den Sie und Ihre Geschwister jeweils beanspruchen können, beträgt demnach 10.000 EUR.

Ich rate Ihnen, Ihren Bruder zu dieser Zahlung mit der o.g. Begründung ganz entschieden aufzufordern, eine angemessene Frist zu bestimmen und die Einschaltung eines Rechtsbeistandes anzukündigen, falls die Frist fruchtlos verstreicht.

Sollte Ihr Bruder kein Einsehen haben, bleibt Ihnen nur noch der Klageweg.

Das Prozesskostenrisiko (enthalten sind 2 x Rechtsanwalt, Gerichtskosten sowie 2 x Auslagenpauschale und Mehrwertsteuer) bei einem Streitwert von 10.000 EUR liegt bei ca. 3.500 EUR. Das sind die Kosten, die auf Sie zukommen würden, wenn Sie den Prozess verlieren sollten. Sollten Sie den Prozess gewinnen, sind die Kosten von Ihrem Bruder zu begleichen.

Wenn Sie als Geschwister gemeinsam gegen Ihren Bruder vorgehen, können Sie die Kostendegression ausnutzen. Die Prozesskosten steigen nämlich nicht linear zum Streitwert. Bei einem Streitwert von 30.000 EUR liegt das Prozesskostenrisiko „nur" noch bei ca. 5.600 EUR.

Eventuell muss es aber zu keinem Prozess kommen. Oftmals reicht im Vorfeld ein entschiedener Brief von einem Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, um den Gegner zur Zahlung zu motivieren. Hierfür entstehen grundsätzlich bei einem Streitwert von 10.000 EUR gesetzliche Gebühren in Höhe von ca. 800 EUR (einschließlich der Mehrwertsteuer). Auch diese Kosten können Sie von Ihrem Bruder erstattet verlangen, da dieser nicht freiwillig zur Herausgabe des Pflichtteils bereit ist.

Sollten Sie sich dazu entscheiden, sich rechtlich vertreten zu lassen, würde meine Kanzlei dieses Mandat gerne übernehmen. Insoweit könnte Ihr Einsatz auf die später entstehenden Kosten angerechnet werden. Gerne übersende ich Ihnen ein genaues, kostenloses und unverbindliches Angebot per E-Mail.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2010 | 11:31

Sehr geehrte Frau Haßelberg,

vielen Dank für ihre schnelle und ausführliche Antwort! Sie hat mir schon sehr weitergeholfen.

Anbei hätte ich aber nun noch folgende Nachfrage:

Wenn einer der Geschwister im Vorfeld von unserem Vater 2500 Euro bekommen und unterschrieben hat, dass er dann auf weitere Forderungen verzichtet, also keine Erbansprüche stellt, steht ihm der Pflichtanteil dann trotzdem zu?

Vielen Dank für ihre Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen,

Ratsuchender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2010 | 14:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

gem. § 2346 Abs. 1 BGB können Verwandte und Ehegatten des Erblassers mit diesem einen Vertrag schließen, nach welchem sie auf des gesetzliche Erbrecht verzichten. Wird ein solcher Vertrag geschlossen, so hat der Vertragspartner des Erblassers auch kein Pflichtteilsrecht.

Allerdings bedarf ein solcher Erbverzichtsvertrag der notariellen Beurkundung, § 2348 BGB.

Die Abrede des einen Kindes mit Ihrem Vater ist daher leider wegen Formmangels unwirksam. Dies hat zur Folge, dass das entsprechende Kind gesetzlicher Erbe wird und entsprechend Mitglied der Erbengemeinschaft wäre. Läge eine Enterbung dieses Kindes vor, so wäre dieses Kind jedoch pflichtteilsberechtigt.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage damit hinreichend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Gina Haßelberg

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