Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.959
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gesetzlicher Betreuer, Nachlassverwalter, Stiefkind


05.11.2007 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Hallo,
um die Zusammenhänge zu kennen, muss ich etwas ausführlich werden:
Also, vor ein paar Jahren hatte mein Nachbar einen Blechschaden Unfall, der den Verlust seines Führerscheins aus alters Gründen hatte. Da wir auf dem Land leben, ist ein Führerschein hier dringend erforderlich, also bat er mich ihn immer wieder mal zu fahren.
War auch alles kein Problem, man sprach sich ab und da ich im gleichen Haus wohne wie meine Eltern, sprang mein Vater ein wenn ich nicht konnte.
Das war vor ca. 4 Jahren.
Wir schlitterten in eine „Betreuten“ hinein, fuhren ihn zum Arzt, Einkaufen, Post, Bank und halfen wenn er Hilfe brauchte.
In diesem Jahr jedoch verschlimmerte sich sein Gesundheitszustand.
Alterdemenz!
Er war soweit ja noch entscheidungsfähig, allerdings konnte er sich nicht mehr selbst ohne Hilfe versorgen.
Wir erkundigten uns über ein Altersheim als auch um eine gesetzliche Betreuung. Die Betreuung sollte mein Vater übernehmen, es war der Wunsch des alten Mannes.
So wurde vom Gericht, mein Vater als auch die Stieftochter des alten Mannes, als Betreuer bestimmt.
Die Stieftochter wohnt ca. 600 km weit weg und war in den letzten 6 Monaten zwei Mal hier. Das erste Mal war sie bedingt durch die Suche nach einem Altenheim, ca. 8 Tage hier.
Nun hatte der alte Mann einen Schlaganfall, und auf unser Drängen hin, kam sie nun wieder für 3 Tage. Inzwischen ist der Mann jedoch verstorben.

Wie sieht das rechtlich nun aus:
Die Stieftochter, war das Kind der verstorbenen Ehefrau. Es gab weder eine Adoption, noch eine Namensgebung. Die Stieftochter ist über 60 Jahre (1943 geboren).
Der Nachbar hat ein Haus mit Grundstück.
Allerdings dürfen wir (meine Familie) die Arbeit machen.
Wir kümmerten uns um den Mann, mündlich wurde vor seiner Demenz eine Entlohnung vereinbart. Die jedoch bis zum heutigen Tage noch nicht eingehalten werden konnte, da der Mann verschiedene Rechnungen offen hatte (Erklärung hierzu folgt noch).
Die Wohnung sah aus wie bei einem Messi!!! Hier liegt Bildmaterial vor.
Ich habe, ungelogen, in einem ca. 3qm großem Klo, 4 Std. die Schei… vom Boden mit Chlorreiniger (eine Flasche und man hat immer noch kein Chlor gerochen) geschrubbt.
Auch hier liegt Bildmaterial vor.
Sein Grundstück war verwildert, auch hier liegen Bilder vor.
Die Stadt hatte ihm schon gedroht wegen der Tannenbäume und Hecken, diese zwangsweise zu beseitigen.
Hier haben wir ca. 70 Bäume gefällt. Bildmaterial liegt vor.
Wir machen im Garten Ordnung, räumen das Haus auf….eigentlich all das, was normal die Angehörigen bzw die Aufgabe der Stieftochter wäre.
Wir fuhren täglich ins Altenheim oder Krankenhaus.
Er war aus dem Bett gefallen und wir sorgten für Bettgitter, auch auf unser Drängen, durch das Gericht angeordnet.
Fütterten ihn und versorgten ihn mit Flüssigkeit, weil er vom austrocknen bedroht war.
Wir haben ihn ordentlich angezogen, weil er das alleine nicht konnte. Schickten ihn zum Frisör, Fuß und Nagelpflege usw. Eben alles was ein würdevolles Leben ermöglicht.
Wir übernahmen alle Tätigkeiten die normalerweise von Angehörigen buw der Stieftochter hätten erledigt werden müssen.

Es liegt ein handgeschriebenes Testament vor, in dem laut unserem Wissen, mein Vater als Nachlassverwalter eingesetzt wurde.
Die Stieftochter fängt jetzt schon an, unsere Arbeit zu bezweifeln, obwohl Bildmaterial vorliegt.
Obwohl es Zeugen gibt (Altenheim, Gericht usw.) das immer nur wir erschienen und uns um den Mann kümmern.


Der Mann war vorher in Spielgemeinschaften geraten, die wir dann nach und nach kündigten. Er verspielte so, Monat für Monat ca. 800 Euro ohne zu begreifen was da passierte.
Aus diesem Grund konnte er uns auch noch nicht bezahlen. Weil man aus diesen Spielgemeinschaften nicht so schnell raus kommt.
Der Mann ist uns auch für die Hilfe auf seine Art dankbar gewesen.

Wie gesagt, es besteht zwischen ihm und uns kein Verwandtschaftsverhältnis.
Aus reiner nachbarschaftlicher Hilfe und da sich um den Mann keiner gekümmert hat, hat sich mein Vater als Betreuer, gerichtlich bestellen lassen, damit wieder alles in geordneten Bahnen gebracht würde und der Mann ein würdevolles Leben weiterleben konnte.

Der Mann ist Witwer und seine verstorbene Frau brachte zwei jugendliche Kinder mit in die Ehe.
Es gab keine Adoption, keine Namensgebung.
Die eine Stieftochter will nichts mehr von ihm wissen, lehne bisher jeden Kontakt zu ihm ab.
Die andere Stieftochter wohnt ca. 600 km weit weg und kann sich gar nicht um den Mann kümmern und überlässt uns die ganzen Angelegenheiten.


Welche Rechte haben wir (gerichtlich bestellter Betreuer und ggf. Nachlassverwalter) nun, nach seinem Ableben?
Wie sieht das aus, mit den offen stehenden Rechnungen für die geleisteten Arbeiten (Baumfällungen usw.)?

Nutzen mir die Bilder was, sollte es zu einem Streit kommen (Nachweis über den geleisteten Arbeiten)?
Kann man damit wirklich etwas dokumentieren? Wird das im Härtefall anerkannt?
Werden Schenkungen die vor längerer Zeit erfolgten anerkannt? Z.B. ein Auto, bei dem der Brief und Schein zwar auf dem Namen des Mannes lauten, jedoch in unserem Besitz sind.
Wir verfügten zuerst über das Fahrzeug, weil wir den Mann überall hingefahren haben, um seine Geschäfte zu erledigen.
Welche Rechte hat die Stieftochter?
Laut unserem Wissen gibt es noch einen Neffen (hier gab es keinen Kontakt in der Zeit in der wir den Mann betreuten), der vor Jahren ausbezahlt wurde. Hat dieser dennoch irgendwelche Ansprüche?

Danke für die Hilfe

Mit lieben Gruß

Elli

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

leider sehe ich für eine Entlohnung Ihrer Tätigkeit keine Rechtsgrundlage, da dies von Ihnen und Ihrer Familie nicht rechtzeitig vereinbart worden war. Dies umsomehr, als Ihr Vater nach Ihren Angaben zum Betreuer bestellt worden war. Ich gehe davon aus, dass er dies unentgeltlich gemacht hat. Ansonsten wäre eine Betreuervergütung angefallen. Näheres hierzu können Sie beim Vormundschaftsgericht erfragen.

Die Betreuung endet mit dem Tod des Betreuten.
Sie und Ihre Familie haben daher keinerlei Rechte an dem Haus und Grundstück des Verstorbenen. Deshalb empfehle ich Ihnen dringend, dort nichts mehr zu unternehmen, bis die Nachlassfrage geklärt ist.

Der Erbe (wer auch immer das sein wird) wird Eigentümer von Haus und Grundstück werden und muss sich auch um die dort anfallenden Angelegenheiten (Putzen, Garten etc) kümmern.

Es wird nun vom Nachlassgericht zu klären sein, wer Erbe geworden ist.
Soweit ein Testament vorhanden ist, muss dieses beim Nachlassgericht abgeliefert werden. Das Gericht entscheidet dann darüber, ob ein Nachlassverwalter eingesetzt wird. Der Nachlassverwalter hat jedoch selbst keinen Anspruch auf Erhalt von Nachlassgegenständen, sondern verwaltet den Nachlass nur für den Erben, nicht für sich selbst. Solange das Gericht darüber nicht entschieden hat, darf Ihr Vater auch nicht als "Nachlassverwalter" tätig werden.

Sofern keine wirksame testamentarische Erbeinsetzung erfolgt ist, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung, d.h. das Nachlassgericht muss die nächsten Verwandten ermitteln. Das dürfte dann wohl der Neffe sein.
Wenn der Erbe feststeht, können Sie versuchen, Ihre Kosten für von Ihnen ausgeführte notwenige und unaufschiebbare (!) Angelegenheiten erstattet zu bekommen. Ob Ihnen ein solcher Anspruch dann auch tatsächlich zusteht, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Deshalb würde ich Ihnen dringend empfehlen, vorläufig nichts weiteres zu unternehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER