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Gesellschaftsanteile - Überprüfung der Berechnung

16.01.2007 09:41 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Oktober 2005 habe ich zusammen mit einem weiteren Gesellschafter eine GmbH gegründet. Ich bin in dieser GmbH Gesellschafter-Geschäftsführer.

Bei Gründung der GmbH wurde meinerseits eine Sacheinlage eingebracht, da die inhaltliche Gründung des Unternehmens bei meinem vorherigen Arbeitgeber stattgefunden hat. Ich habe Namensrechte und Arbeitsergebnisse privat erworben und als Einlage in die GmbH eingebracht. Für diese Sacheinlage (3500 Euro) haben wir mit dem Notar vereinbart, dass die Rechte an den Mitgesellschaftter übergehen und ich hierfür eine Geschäftsanteilsabtretung erhalte.

Die Verhältbisse stellen sich heute wie folgt dar:

Gesellschafter 1
84 %

Gesellschafter 2 (ich)
2% Bareinlage und 14 % Geschäftanteilsabtretung = 16%

Die Anteile sind zu 50% einbezahlt.


Mein Mitgesellschafter bietet mir nun den Kauf von Anteilen an.

Grundsätzlich möchte ich die Situation erreichen, dass die Rechte am Namen zu je 50% (Gesellschafter 1 und 2) verteilt sind und ich meine Gesellschaftsanteile auf 49 % erhöhe.

Ist es richtig, dass ich nun :

1.
Für 50 % der Namensrechte 1750 Euro an Gesellschafter 1 zahlen muss
2.
dabei auch 7% der Geschäftanteilsabtretung zurückgebe
3.
für die Auftstockung auf 49% der Anteile (zunächst 16% minus 7% = 9%) nun 5000 Euro für 40 % an den Gesellschafter 2 bezahlen muss
4. und dann noch die GmbH Einlage bezahlen muss


Ich bitte um Ihren Rat und Empfehlung.
Freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

1. Da die Stammeinlage zu 50 % erbracht wurde, hat der Mitgesellschafter die Namensrechte erworben und Ihnen hierfür Geschäftsanteil von 14 % abgetreten. Für die verbleibende Einlage von 50 % haften die beiden Gesellschafter in Höhe Ihrer Beteiligung.

Da die Namensrechte ursprünglich als Sacheinlage gedacht und durch den Mitgesellschafter als Bareinlage ersetzt wurden, wäre der Veräußerer der Namensrechte nun der Mitgesellschafter.

Sicherlich kann für den Wert der Namensrechte € 3.500,- angesetzt werden, verpflichtet ist der Mitgesellschafter aber nicht Ihnen die Nutzung der Namensrechte zu 50 % zu einem Preis von € 1.750,- zu veräußern.

2. Eine Anteilsabtretung in Höhe von 7 % ist nicht erforderlich, soweit Sie sich mit dem Mitgesellschafter zu einem Preis von € 1.750,- einig sind und dieser auch fließt. Soll als Gegenleistung allerdings Gesellschafteranteile übertragen werden, wären dies in der Tat 7 %, wobei dies auch mit dem Mitgesellschafter entsprechend vereinbart werden müsste. Eine entsprechende Verpflichtung des Mitgesellschafters die Namensrechte für 7 % der Anteile zu übertragen, besteht nicht.

3. Der Preis für die verbliebenden Anteile hängt auch hier davon ab, inwieweit Sie sich mit dem Mitgesellschafter einigen. Soweit die ursprünglichen Werte als Basis genommen würden, wäre als Kaufpreis für die Anteile € 5.000,- zugrunde zu legen, soweit Sie 40 % übernehmen. Sollten es allerdings nur 33 % sein, da Sie die 50% igen Namensrechte erwerben und hierfür € 1.750,- zahlen, wären nur € 4.125,- an den Mitgesellschafter zu zahlen.

Ich bitte dabei zu beachten, dass die Punkte 1 bis 3 frei verhandelbar sind. Der Mitgesellschafter kann Ihrer Rechung folgen muß dies aber im Rahmen der Vertragsfreiheit nicht und kann u.U. für die Übertragung der Namensrechte und der GmbH-Anteile mehr fordern. Soweit aber ein prinzipielle Einigung mit dem Mitgesellschafter vorliegt, ist die dargestellte Vorgehensweise, so Sie den auch mit der Satzung konform geht, durchführbar.

4. Wenn Sie 49% der GmbH Anteile halten, haften Sie als Gesellschafter beschränkt für die Erbringung des restlichen Stammkapitals.

Hinsichtlich der Übertragung von Geschäftsanteilen sollte noch die Satzung geprüft werden, ob dies in der vorgesehenen Weise möglich ist und es eine Satzungsänderung bedarf.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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