Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.435
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gesellschafterstruktur existierender GmbH steuergünstig ändern


30.10.2016 09:46 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



# Ausgangslage
Ich und drei weitere Gesellschafter sind zu je 25% an einer GmbH (A) beteiligt die vier Jahre als Software-Agentur tätig war. Alle Gesellschafter sind Geschäftsführer und nicht sozialversicherungspflichtig. Die GmbH hat seit diesem Jahr drei weitere Mitarbeiter. Der Umsatz/EBIT der letzten drei Jahre war: 300k/80k EUR (2014), 350k/40k EUR (2015) und voraussichtlich 450k/20k EUR (2016). Es gibt keine Verbindlichkeiten, die liquiden Mittel betragen heute ca. 110k EUR.

# Aktuelle Gesellschafterstruktur A-GmbH:
25% Person 1, GF
25% Person 2, GF
25% Person 3, GF
25% Person 4, GF

# Aktuelle Situation
Der Betrieb als Agentur soll nun eingestellt werden denn die Gesellschafter wollen sich jeweils zu zweit zwei Unternehmungen (B+C) zuwenden die aus der Agentur entstanden sind. Statt zwei neue Gesellschaften anzumelden und die bisherige A-GmbH abzumelden, steht zur Diskussion, die A-GmbH umzustrukturieren und für die neue Unternehmung B weiterzuverwenden. Dazu passt dass alle Arbeitsverträge, die Büromiete, die liquiden Mittel etc. ohnehin in die Unternehmung B wandern sollen.

# Die neue Gesellschafterstruktur der A-GmbH soll so aussehen:
30% Person 1 (+5%), bleibt GF
30% Person 2 (+5%), bleibt GF
7,5% Person 3 (-17,5%)
7,5% Person 4 (-17,5%)
15% Person 5 (Investor, soll Anteile zum Nennwert erwerben)
10% Person 6 (Investor, soll Anteile für 150k erwerben)

# Meine Fragen:
(1) Wie können 1+2 ihre Anteile möglichst steuergünstig zurückgeben oder übetragen?
(2) Was ist die günstigste Variante für einen Einstieg der Personen 5 und 6? Zwei Kapitalerhöhungen?
(3) Ist es möglich Person 5 Anteile zum Nennwert erwerben zu lassen? Grund dafür ist dass im letzten Jahr bereits 100k in Form von Rechnungen für die ursprüngliche Entwicklung gezahlt wurden.
(4) Ist es möglich Person 6 kurz danach Anteile zu einer Bewertung von 1,5M erwerben zu lassen? Alternativ wäre auch hier eine Zahlung über Rechnungen denkbar.
(5) Person 3 möchte die verbleibende Beteiligung von 7,5% wenn möglich vom Privatvermögen in das seiner eigenen Beteiligungsgesellschaft verlegen. Ist das steuerlich sinnvoll machbar?
(6) Ist es am Ende doch einfacher eine neue Gesellschaft zu gründen und alle Verträge zu ändern?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Laut Ihrer Frage sollen 1 und 2 Ihre Anteile erhöhen und nicht verkaufen. Demzufolge kann ich nicht nachvollziehen, wieso hier Anteile von 1 und 2 steuergünstig übertragen werden sollen. Vielleicht skizzieren Sie im Rahmen der Nachfragefunktion einmal die geplanten Übertragungsvorgänge.

Grundsätzlich würde ich jedoch empfehlen, dass die Gesellschaft selber die Anteile der aussteigenden Gesellschafter übernimmt und diese dann auch von der Gesellschaft and die Neugesellschafter wieder veräußert werden. Auf diesem Weg nämlich gelangt der "Aufpreis" des Investors direkt auf das Gesellschaftskonto.

2.
Die Frage des "günstigsten" Einstieges ist schwierig zu beantworten. Meinen Sie im Hinblick auf Transaktionskosten oder im Hinblick auf die veräußernden Gesellschafter? Ich verweise insofern wieder auf die Möglichkeit des Anteilstransfers auf die Gesellschaft. Im Hinblick auf Transaktionskosten dürften sich die Kapitalerhöhung und die direkte Übertagung kaum voneinander überschneiden. Im Rahmen der Kapitalerhöhung muss die Satzung geändert werden. Grundsätzlich wäre dies also eine gute Gelegenheit um zugleich die Satzung im Übrigen anzupassen.

3.
Dies ist möglich, ob das sinnvoll und steuerlich adäquat ist, kann ohne Kenntnis der Zahlen nicht beurteilt werden.

4.
Dies ist möglich, nicht jedoch über unbenannte "Rechnungen". Das wäre eine Steuerhinterziehung. Der Kaufpreis für Anteile ist eine relevante steuerliche Größe, die nicht verschleiert werden sollte.

5.
Dies ist machbar durch Kapitalerhöhung der Beteiligungsgesellschaft unter Einbringung der Anteile. Dies ist ein Standardverfahren.

6.
Eher nicht. Eine Liquidation stellt üblicherweise einen lästigen, verwaltungsintensiven Vorgang dar. Das Recycling der Gesellschaft halte ich für sinnvoller.

Ihre Fragen lassen erkennen, dass Ihnen die steuerlichen Aspekte und Auswirkungen von Anteilsübertragungen nicht ganz klar sind. Daher rate ich Ihnen, mit Ihren Mitgesellschaftern einmal den Steuerberater der Gesellschaft aufzusuchen und mit diesem die anstehenden Übertragungen zu skizzieren, konzeptionieren und vorbereiten zu lassen. Da Sie ohnehin weitere Berater benötigen, zumindest Notare, halte ich die Erstberatung durch den Steuerberater für absolut unerlässlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2016 | 13:00

(1) Ich habe einen Schreibfehler gemacht, 3+4 wollen ja von ihren 25% auf 7,5% runter, 1+2 sollen wird von Ihnen geschrieben erhöhen. Wenn ich Sie richtig verstehe empfehlen Sie dass 3+4 einfach den Großteil Ihrer Anteile an die Gesellschaft zurückgeben sodass der Anteil von 1+2 automatisch steigt. Lassen sich Anteile so einfach an die Gesellschaft zurück übertragen? Welche Ausgleichszahlung muss dafür fließen? Mit welchen Steuern ist zu rechnen?

(3) Ist es denn prinzipiell immer möglich Anteile zum Nennwert auszugeben wenn die Gesellschafter das beschließen? Könnte das Finanzamt etwas dagegen einwenden?

(5) Soweit klar, meine Frage bezieht sich darauf welche steuerlichen Folgen diese Übertragung hätte

"Ihre Fragen lassen erkennen, dass Ihnen die steuerlichen Aspekte und Auswirkungen von Anteilsübertragungen nicht ganz klar sind."

Ich stimme Ihnen zu, deswegen wollte ich mir hier vorab etwas Klarheit verschaffen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2016 | 14:18

1.
Im Grunde genommen haben Sie mich hier richtig verstanden. Die Anteile können regulär, wie unter Dritten an die Gesellschaft veräußert werden. Die Höhe des Kaufpreises ist mit dem Steuerberater zu besprechen. Wenn der Kaufpreis der Gesellschaft höher ist als die Anschaffungskosten der Gesellschafter, so fällt ein Veräußerungsgewinn an, der zu versteuern ist. Pauschal ist eine Bezifferung nicht möglich.

3. Ja, dies ist möglich. Das Finanzamt wird die Werte ggf nicht akzeptieren und andere Werte dagegen setzen und möglicherweise verdeckte Schenkungen annehmen. Damit dies nicht passiert, können Sie die Strukturierung nicht ohne Beratung durch einen Steuerberater vornehmen.

5.
Bei korrekter Durchführung hat dies keine steuerlichen Auswirkungen. Die Anteile können zum Nennwert eingebracht werden gegen die Gewährung von neuen Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung geliefert zu haben.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER