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Gesellschafter haftet bei einer Liquidierung einer GmbH über Stammeinlage hinaus?


| 12.12.2016 18:32 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Keine Nachschusspflicht von GmbH Gesellschaftern, Kapitalerhöhung durch Gesellschafterbeschluss mit 3/4 Mehrheit.


Hallo,
folgende Situation:

Ich bin Gesellschafter einer GmbH mit insgesamt vier Gesellschaftern; die anderen jedoch waren zugleich Geschäftsführer dieser Gesellschaft. Das Stammkapital wurde gänzlich eingezahlt. Ich war normaler Angestellter, und wurde Mitte des Jahres durch diese gekündigt. Es ist zu erwähnen, dass diese Geschäftsführer zudem Geschäftsführer und Gesellschafter einer befreundeten GmbH&Co.KG sind. Das Unternehmen wird nun liquidiert und es kam eine Aufforderung zur Tilgung der Restverbindlichkeit in Höhe meines Gesellschafteranteils. Mehr als die Hälfte der offenen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten an das andere Unternehmen der Geschäftsführer.

Meine Frage ist nun ob diese geforderte Zahlung tatsächlich von mir zu leisten sind?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Die Verpflichtung der Gesellschaft besteht in der vollständigen Einzahlung der Stammeinlage.

Eine Nachschusspflicht besteht bei der GmbH nicht. Soweit Sie Ihre Stammeinlage erbracht haben, haben Sie Ihre Verpflichtung als Gesellschafter erfüllt.

2. Ein Nachschuss zum Ausgleich noch vorhandene Verbindlichkeiten, die das Eigenkapital übersteigen, kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen.

Eine Verpflichtung besteht nicht. Vielmehr ist bei einer sich hieraus andeutenden Überschuldung ein Insolvenzantrag zu stellen.

Sicherlich können die Gesellschafter eine Kapitalerhöhung vornehmen, um einen Insolvenzantrag zu vermieden. Hierfür bedarf es allerdings eines Gesellschafterbeschluss mit einer 3/4 Mehrheit, soweit der Gesellschaftsvertrag nichts anderes vorsieht.

Die Kapitalerhöhung ist aber nur in der Höhe vorzunehmen in deren Höhe Verbindlichkeiten der GmbH zu regulieren sind. Fremdverbindlichkeiten einer anderen Gesellschaft sind hiermit nicht auszugleichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2016 | 23:02

Kann, wenn die Gesellschafter der liquidierten GmbH eine Kapitalerhöhung beschließen, ich zu anderen Verbindlichkeiten belangt werden? Im konkreten Fall sind ca. 80% der Gesamtverbindlichkeiten der Gesellschaft (GmbH&Co.KG) der anderen Gesellschafter zugeordnet; 20% sind sonstige Verbindlichkeiten der liquidierten Gesellschaft (GmbH) zugeordnet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2016 | 23:27

Vielen Dank für die Rückfrage.

Bei meinem Ausführungen hatte ich nicht ausgeführt, dass keine Verpflichtung der Gesellschafter besteht an einer Kapitalerhöhung mitzuwirken.

Wenn Sie sich gegen eine Kapitalerhöhung entscheiden, was in dieser Fallkonstellation geboten ist, tragen die teilnehmenden Gesellschafter die Kapitalerhöhung. Ihr Gesellschaftsanteil wird sich dann entsprechend reduzieren, aber es besteht keine Zahlungspflicht.

Insoweit sollten Sie Ansprüche auf einen Nachschuss zurückweisen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.12.2016 | 23:33


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