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Geschwisterfeststellung


| 22.05.2006 08:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Hallo,
ich habe hier eine Frage zum Thema Erbrecht für einen echten "Profi".
Verstorbener hinterließ 2 Töchter von 2 verschiedenen Müttern, beide unehelich. Vom Nachlaßgericht wurde das Vermögen zu jeweils 50 % aufgeteilt. Nun drängt sich der Verdacht auf (durch aufgefundene Briefe und Berichte von "Freunden" des Verstorbenen) dass eine der Töchter nicht die leibliche sondern die Tochter des Bruders des Verstorbenen ist. Dieser lebte seinerzeit in Scheidung (Mitte der 70er Jahre) und war wohl bestebt eine evtl. Vaterschaft nicht erkennen zu lassen (hatte schon 3 eheliche Kinder). Der Verstorbene hatte die Vaterschaft auf Drängen des Jugendamtes hin anerkannt und die Möglichkeit dass sein Bruder der Vater sein könne nicht erkannt.
Gibt es eine Möglichkeit zur Feststellung der Vaterschaft einen Geschwistergentest durchzusetzen? Es geht nicht um die Erbschaft an sich, aber die Gesamtsituation ist sehr belastend, ich möchte einfach wissen ob sie meine Halbschwester ist oder nicht. Auf ein dementsprechendes Anschreiben mit der Bitte um einen Gentest hat sie nicht reagiert.
Ich hoffe ich habe das Problem verständlich dargestellt.
Herzlichen Dank im voraus

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Guten Morgen,

ich kann Ihnen leider in dieser Situation keine Hoffnung machen.

Sie können die gesetzliche Vermutung der Abstammung -und damit das Erbrecht- nur durch eine Anfechtung der seinerzeitigen Vaterschaftsanerkennung beseitigen. Anfechtungsberechtigt sind nach § 1600 BGB nur der Scheinvater, das Kind und die Kindesmutter.

Dieses Anfechtungsrecht ist ein höchstpersönliches Recht, d.h. es ist nicht vererbbar. Dies war früher anders, ist aber durch den Gesetzgeber schon vor vielen Jahren geändert worden. Grund ist auch, daß der Gesetzgeber Klahrheit in den familienrechtlichen Beziehungen haben wollte.

Dies bedeutet leider, daß das Anfechtungsrecht mit dem Tode Ihres Vaters untergegangen ist und nicht auf die Erben -also Sie- übergeht. Damit sind allein anfechtungsberechtigt die Kindesmutter und das Kind. Möglichkeiten, diese zu einer Anfechtung zu zwingen, haben Sie nicht. Wenn die beiden nicht anfechten wollen, laufen Sie leider ins Leere.

Achten Sie bitte vorsorglich auf die Anfechtungsfristen. Die Anfechtung der Vaterschaft kann nur binnen zwei Jahren (§ 1600 b BGB) erklärt werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von Umständen erfährt, die gegen die angenommene Vaterschaft sprechen. Ob diese Frist bereits abgelaufen ist, kann ich Ihrer Schilderung nicht entnehmen. Wenn vorher keine Zweifel vorlagen, würde diese Frist erst mit der Auffindung der Unterlagen beginnen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2006 | 09:17

Sehr geehrter Herr Weiß,

herzlichen Dank für die schnelle und prompte Bearbeitung. Eine Antwort in diese Richtung habe ich befürchtet. Gesetztenfalls meine Schwester willigt in einen Gentest ein und es stellt sich heraus, dass sie nicht die Tochter des Verstorbenen ist, könnte ich dann die Mutter meiner Schwester und den mutmaßlichen Vater wegen Betruges verklagen? Offensichtlich war ihnen der Umstand bekannt und mein Vater zahlte Alimente, bzw. das Erbe wäre "erschlichen". Hinweise auf die Nicht-Vaterschaft habe ich seit ca. Nov. 05, mein Vater verstarb 02.05.

Nochmals herzlichen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2006 | 09:22

Guten Morgen,

wenn Sie die Vaterschaftsfeststellung durch eine wirksame Anfechtung seitens Ihrer Schwester beseitigen können, ist die Tür offen für Schadensersatzansprüche, wobei angesichts der Dauer sicherlich einige Ansprüche verjährt sein werden. Sie müßten allerdings bei Geltendmachung dieser Ansprüche belegen können, daß die Gegenseite tatsächlich vorsätzlich falsche Angaben hinsichtlich der Vaterschaft gemacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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