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Geschützte Fotos verwendet


22.03.2006 18:47 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



hallo,
ich betreibe eine nichtkommerzielle website auf der man kostenlos desktop hintergrundbilder von stars und mehr oder weniger berühmten models downloaden kann.
nach 3 jahren habe ich nun erstmal ein schreiben eines anwaltes der fotografin von zwei der angebotenen bilder erhalten.
ich werde vom anwalt aufgefordert kosten in höhe von ca 1500 euro zu tragen, was für mich verheerend wäre, da ich selbst nur azubi bin.
diese fotos habe ich selbst von anderen desktop wallper seiten zusammengetragen und sozusagen nur eine neue kollektion erstellt.
die selben bilder werden auf zahlreichen ähnlichen seiten im internet kostenlos angeboten.
abgesehen davon verwundert es mich etwas, dass nach 3 jahren nichts ähnliches von den anwälten der wirklich prominenten menschen von denen ich bilder anbiete kam, sondern erst nun dieses schreiben.

wie soll ich mich weiter verhalten?

macht es sinn sich direkt an die fotografin zu wenden?

was habe ich jetzt zu befürchten?


vielen dank schon einmal im voraus
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Leider sieht es nach Ihren Schilderungen nicht gerade „rosig“ für Sie aus.
Grundsätzlich steht das Urheberrecht an Fotos dem Schöpfer und damit dem Fotografen zu. Dass diese Fotos gerade prominente Menschen zeigen, ist hinsichtlich des Schutzes, den der Fotograf (hier: die Fotografin) genießt, nicht erheblich. Hier geht es nicht um etwaige Ansprüche der Abgebildeten, sondern um Ansprüche des „Künstlers“.

II. Zwar haben Sie (wahrscheinlich) mit der Zusammenstellung einer „Kollektion“ auch ein Werk von schöpferischer Höhe geschaffen, das ebenfalls Urheberrechtsschutz genießt. Jedoch hätten Sie vor einer Veröffentlichung und Verbreitung die Erlaubnis der Fotografin einholen müssen, vgl. § 23 Urhebergesetz (UrhG).

III. Durch die Verbreitung der Bilder haben Sie gegen § 97 Abs. 1 UrhG verstoßen, da Sie die Rechte der Fotografin („Verbreitungsrecht“) durch die Veröffentlichung auf Ihrer Homepage verletzt haben. Diese hat nun gegen Sie jedenfalls einen Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung. Dafür ist ein sogenanntes „Verschulden“ Ihrerseits nicht erforderlich.
Sollten Sie bei der Veröffentlichung/Verbreitung vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben, so steht der Fotografin auch ein Schadenersatzanspruch gegen Sie zu. (Sie haben nicht mitgeteilt, ob die Fotografin hier Schadensersatzansprüche geltend macht. Dies sollten Sie ggf. nach nachtragen.)

IV. Diese Ansprüche können im Rahmen einer „Abmahnung“ durchgesetzt werden. Da Sie gegen urheberrechtliche Bestimmungen verstoßen haben, sind Sie prinzipiell auch verpflichtet, insoweit die Anwaltskosten zu tragen.

V. Ich kann leider nicht feststellen, dass Ansprüche der Fotografin bereits verjährt sind. Die Verletzungshandlung war solange akut, wie Sie die Bilder auf der Homepage angeboten haben. (Darüber hinaus könnten Sie auch die allgemeinen Verjährungsregeln - vorbehaltlich näherer Angaben durch Sie - (noch) nicht entlasten.)

VI. Fraglich ist jedoch, welche Höhe der Anwaltskosten hier gerechtfertigt ist. Entscheidend ist der sogenannte Streitwert. Sie haben nicht mitgeteilt, welchen Streitwert der Anwalt annimmt. (Auch dies sollten Sie ggf. noch nachholen.
Zur Höhe des Streitwertes sollten Sie der Gegenseite jedoch mitteilen, dass es sich bei Ihrer Homepage um eine private handelt und Sie nicht in Gewinnerzielungsabsicht gehandelt haben. Ferner sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie Azubi sind und deshalb wirtschaftlich nur eingeschränkt leistungsfähig sind. Diese Umstände können Sie dem bevollmächtigten Anwalt, aber auch der Fotografin selbst mitteilen.

VII. Sie sind leider in der schwächeren Position. Den Forderungen der Gegenseite werden Sie (grds.) nachkommen müssen. Da Sie zu den einzelnen geltend gemachten Positionen der Gegenseite nichts mitgeteilt haben, kann ich dazu auch nichts Konkretes ausführen.
Sprechen Sie die Gegenseite auf die unter VI. erwähnten Gesichtspunkte an. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, auf die Höhe der Ansprüche einzuwirken. Machen Sie der Gegenseite klar, das bei Ihnen nicht viel zu holen ist. So haben Sie die Chance, die Höhe der Ansprüche zu drücken.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.03.2006 | 18:18

hallo, und danke für die schnelle antwort ich habe ihnen das schreiben vom anwalt mal unter folgenden links hochgeladen:
http://www.*****.pdf
http://www.*****.pdf
http://www.*****.pdf

was können sie mir diesbezüglich raten, wie ich am "günstigsten" aus der sache herauskomme?

macht es noch sinn sich an die fotografin direkt zu wenden oder sollte ich lieber meine situation dem anwalt schildern und auf sein entgegenkommen hoffen?

nochmals vielen dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.03.2006 | 09:06

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Sie werden durch die Forderungen des Gegenanwalts nicht unerheblich in die Mangel genommen.

Gerade der geltend gemachte Schadensersatz und dabei insbesondere der Passus, dass ein weitergehender Schadensersatzanspruch durch die Fotografin nach erfolgter Auskunft von Ihnen festgesetzt werden kann, kann für Sie eine u.U. gravierende weitere finanzielle Verpflichtungen bedeuten. Dagegen sollten Sie sich aber mit Argumenten wehren, da der Schadensersatzanspruch ein „Verschulden“ voraussetzt.

Mit der Fotografin selbst sollten Sie sich nicht in Verbindung setzen, sondern - wie von der Gegenseite gewünscht - nur mit dem Anwalt.

In der Sache sollten Sie sich aber nicht selbst vertreten. Suchen Sie unverzüglich das örtliche Amtsgericht auf und sprechen dort bei der Beratungshilfestelle vor. Nehmen Sie dazu Unterlagen Ihren Verdienst betreffend mit. In Ihrer Sache geht es - grob verallgemeinert - noch um eine Sache des Zivilrechts, für die Sie prinzipiell Beratungshilfe in Anspruch nehmen können. Lassen Sie sich von dem Rechtspfleger der Beratungshilfestelle einen „Berechtigungsschein“ ausstellen. Mit diesem Schein können Sie einen Anwalt Ihrer Wahl aufsuchen, der Sie dann in der Sache „kostenlos“ (maximal 10 EUR „Schutzgebühr“) berät und vertritt.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

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