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Geschäftsschädigung


04.03.2007 12:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Sehr geehrte Experten/innen,

mein Projektleiter hat eine Dokumentation, die ich erstellt habe, sinnverstellend geändert, ohne diese Änderungen als solche kenntlich zu machen. Meine Aussage war, daß interne Mängel vorliegen, der Projektleiter hat dies geändert auf externe Mängel (d. h. vom Kunden zu verantworten).

Der Projektleiter hat diese Dokumentation dem Kunden in einem persönlichen Termin als "Dokumentation von XXX" (= ich) präsentiert, ebenfalls ohne auf die durchgeführten Änderungen hinzuweisen. Ich habe daraufhin den Kunden über die tatsächlich von mir in der besagten Dokumentation gemachten Aussagen aufgeklärt.

Mir wird nunmehr geschäftsschädigendes Verhalten vorgeworfen, da ich dem Kunden interne Mängel publik gemacht habe. Für diese internen Mängel und für die unauthorisierte Änderung meiner Dokumentation liegen mir gerichtsfeste Beweise vor.

Welche Maßnahmen seitens des Arbeitgebers, wie Abmahnung, fristgerechte Kündigung, fristlose Kündigung, Schadenersatz, sind ggfs. juristisch durchsetzbar bzw. kann ich meinerseits das Verhalten des Projektleiters zum Anlaß für eine fristlose Kündigung nehmen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Die Frage, welche Maßnahmen juristisch durchsetzbar sind, hängt davon ab, welches Verhalten korrekt gewesen wäre.

Grundsätzlich sind Sie Ihrem Arbeitgeber gegenüber weisungsgebunden und zur Loyalität verpflichtet. Sie haben (dies unterstelle ich anhand Ihrer Angaben) keine direkte Rechtsbeziehung zum Kunden, sondern wurden von Ihrem Arbeitgeber mit dem Projekt betraut. Deshalb ist Ihr Projektleiter zeichnungsbefugt und kann Ihre Arbeit gegenüber dem Kunden verändert weiter geben. Im Außenverhältnis zum Kunden gilt die Arbeit als Dokumentation Ihres Arbeitgebers.

Dabei ist mir bewußt, dass Ihr Ruf in Ihrer Branche vermutlich auch davon abhängt, dass ein Kunde Ihnen eine bestimmte Dokumentation (und damit eine Befähigung) zuordnet. Gleichwohl muss zunächst innerhalb der jeweiligen Rechtsverhältnisse eine Lösung gesucht werden.

Deshalb hätten Sie zunächst Ihren Projektleiter auffordern müssen, die inhaltliche Veränderung gegenüber dem Kunden klar zu stellen. Ob Sie sogar einen Anspruch darauf gehabt hätten, dass Ihr Arbeitgeber dem Kunden zumindest Ihre von der tatsächlich erstellten Dokumentation abweichende Einschätzung übermittelt, hängt von den Umständen des Einzelfalls und der jeweiligen Branche ab.

Insofern war Ihr Wunsch, beim Kunden nicht als "unfähig" dazustehen, zwar verständlich, kollidiert jedoch mit den vorrangigen Interessen des Arbeitgebers. Lediglich im Falle einer Gesetzesverletzung oder der Gefahr strafbaren Handelns dürften Sie Ihrem Arbeitgeber "in den Rücken fallen".

Eine Abmahnung halte ich für denkbar. Sofern keine weiteren Umstände hinzutreten, dürfte es für eine arbeitgeberseitige Kündigung jedoch nicht reichen. Ob eine Schadensersatzforderung in Frage kommt, kann aufgrund der vorliegenden Informationen nicht beurteilt werden.

Ob Sie den Vorfall zum Anlass für eine eigene fristlose Kündigung nehmen können, hängt davon ab, welche Konsequenzen es für Sie gehabt hätte, wenn der Fehler unwidersprochen in der Dokumentation geblieben wäre, also inwieweit Ihr Ruf in der Branche geschädigt worden wäre.

Sofern Sie mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen des Arbeitgebers konfrontiert werden oder tatsächlich eine eigene Kündigung erwägen, sollten Sie sich nochmals ausführlich von einem Rechtsanwalt vor Ort beraten lassen, um alle damit verbundenen Risiken zu besprechen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de

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