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Geschäftsführertätigkeit (GmbH) über Beratervertrag - Scheinselbständigkeit?

03.09.2014 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,

ich bin z.Zt. Angestellter in einer Unternehmensgruppe. Zukünftig werde ich stattdessen Geschäftsführer bei einer anderen Tochtergesellschaft innerhalb derselben Gruppe sein.

Zudem bin ich 100% Gesellschafter / Geschäftsführer einer GmbH (am Markt aktiv und Umsätze mit diversen Kunden, welche in Summe die Einkünfte aus dem Angestelltenverhältnis übersteigen, keine weiteren Angestellten z.Zt.).

In dieser Konstellation überlege ich, wie die Vergütung für die Tätigkeit als GF innerhalb der Gruppe für beide Seiten steuerlich vorteilhaft gestaltet werden kann. Meine Idee ist, hierfür einen Beratungsvertrag zwischen meiner GmbH und der GmbH der Unternehmensgruppe zu schließen (statt den Weg eines dort angestellten GF zu wählen). Der Umfang wäre definiert (z.B. 16 Manntage / Monat) zu einem festen Honorar. Dieses Honorar würde maximal 20% des Gesamtumsatzes meiner GmbH ausmachen. Mein Gehalt würde ich mir über meine eigene GmbH auszahlen.

Meine Frage ist, ob hier die Gefahr einer "Scheinselbständigkeit" besteht (trotz meiner GmbH als Auftragnehmer, welche auch weitere, höhere Einnahmen aus anderen Geschäftsbeziehungen hat). Der Ausschluss der Gefahr einer möglichen "Scheinselbständigkeit" dürfte insb. für die Unternehmensgruppe wichtig sein. Wie müsste ggf. der Beratervertrag gestaltet werden, um dies sicher auszuschließen?

Besten Dank im Voraus!

PS: Bei der IHK Berlin im Merkblatt Scheinselbständigkeit habe ich folgende Textpassage gefunden:

----
1.1.4 Bedeutung der Rechtsform (GmbH, GbR etc.)
Ist der Auftragnehmer eine Gesellschaft (z. B. GmbH, KG oder OHG), schließt dies ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis grundsätzlich aus. Der Ausschluss eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses wirkt jedoch nur auf die Beurteilung der Rechtsbeziehungen zwischen dem Auftragnehmer und dem Auftraggeber, nicht jedoch auf die Frage, ob die in der Gesellschaft Tätigen Arbeitnehmer dieser Gesellschaft sein können.

Dasselbe gilt, sofern es sich bei dem Auftragnehmer um eine Einmann-GmbH handelt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sofern Sie einen Vertrag zwischen Ihrer GmbH und Ihrem jetzigen Arbeitgeber mit dem Inhalt abschließen, dass Sie fortan als selbstständiger Berater mit fest definierten Stunden und Honorar anstatt als angestellter Geschäftsführer tätig werden, bestehen akute Zweifel an einer echten Selbstständigkeit.

Zwar mögen Sie die Hauptumsätze Ihrer GmbH mit anderen Aufträgen erwirtschaften, allerdings sprechen andere Kriterien für eine Scheinselbstständigkeit. Auch als Geschäftsführer/Berater sind Sie in die Arbeitsorganisation Ihres jetzigen Arbeitgebers eingebunden, unterstehen einem Weisungsrecht durch die Gesellschafter Ihres Arbeitgebers. Zudem bestehen Anwesenheitspflichten und Sie treten nach außen nicht durch Ihre GmbH auf, sondern werden dort ausschließlich in fremden Namen Ihres Arbeitgebers tätig.

Ihre zukünftige Tätigkeit als Berater entspräche, dem äußeren Erscheinungsbild, nach exakt der Tätigkeit eines angestellten Geschäftsführers. Zudem beschäftigten Sie als Einmann-GmbH keine weiteren sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter, was von den Sozialleistungsträgern auch als Indiz einer eventuellen Scheinselbstständigkeit gewertet werden kann. Als Berater/Geschäftsführer im Auftragsverhältnis tragen Sie zudem nicht die wirtschaftlichen Risiken der von Ihnen betreuten Tochtergesellschaft. Die Haftung bleibt weiterhin bei den Gesellschaftern Ihres Arbeitgebers. Nicht zuletzt lässt Ihr Arbeitgeber diese Tätigkeit üblicherweise und auch bisher von eigenen Mitarbeitern ausführen.

Grundsätzlich besteht also die Gefahr einer Scheinselbständigkeit, eine bestimmt Gestaltung des Beratungsvertrages wird hieran nichts ändern, da es darauf ankommt, "was tatsächlich gelebt wird".

Da es sich hinsichtlich des Hinweises der IHK Berlin nur um eine grundsätzliche Annahme handelt, kann diese durch Vorliegen entsprechender Merkmale einer Scheinselbstständigkeit entkräftet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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