Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Geschäftsführergehalt 0 Euro in Elterngeldzeit - Aber GF arbeitet für GmbH/UG weiter

| 10.06.2021 23:37 |
Preis: 85,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Ich würde gerne zu folgenden interessanten fiktiven Fall eine rechtliche Bewertung bekommen.

Beispiel:

Ich bin geschäftsführender 100-prozentiger Gesellschafter einer UG. Die UG erwirtschaftet 10.000 Euro im Monat an Gewinn vor Steuern. Es gibt keine Angestellten.
Ich möchte nun als GF 12 Monate Elternzeit nehmen. Im letzen Kalenderjahr habe ich genug verdient, sodass sich mein Elterngeld Anspruch auf den Höchstsatz von 1800 € beläuft.

Mein Bruttoeinkommen als GF der letzten 10 Monate vor Geburt aktuell liegt bei nur 325 € pro Monat. Meinen Lebensunterhalt bestreite ich aus privaten Immobilieneinnahmen, welche ja nicht relevant für das Elterngeld sind.

Hier die Fragen:

In der Elterngeldzeit möchte ich weiter mit der UG Geld verdienen und bis zu 30 Wochenstunden arbeiten. Wenn ich mir 0 Euro Gehalt auszahle, würde ich volles Elterngeld bekommen, korrekt ?

Wenn ja: Würde das eine missbräuchliche Steuergestaltung darstellen ? (Für wen, FA oder Elterngeldstelle ?)

Wenn ja: Was müsste gemacht werden um dem Vorwurf der missbräuchliche Steuergestaltung zu entkräften ?
z.b. Wäre eine weitere Reduzierung des geringen GF Gehalt von 325 Euro auf z.b. 245 Euro ausreichend, welche dann natürlich mit dem Elterngeld verrechnet werden muss. ?
Oder z.b. Jemand einstellen der meine Arbeit für mich macht ? Was muss diese Person verdienen um die 10.000 Euro für die UG zu erwirtschaften. Bitte Konkrete Zahlen.
Oder z.b. Eine Subunternehmer beauftragen die Arbeit zu erledigen ? Andere Firma oder Freelancer.

Wenn nein: Können Sie eine Gestaltung aufzeigen, welche aus Ihrer Sicht rechtlich sauber ist:
Das Ziel sollte sein. Die UG verdient Geld und der GF kann möglichst viel der 1800 Euro behalten.

Viele Grüße

13.06.2021 | 19:03

Antwort

von


(197)
Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Frage auf der Grundlage Ihrer Angaben im Rahmen dieser Erstberatung beantworten:

Aus Ihrer Frage geht hervor, dass Sie Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung sowie Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit als GmbH-Geschäftsführer erzielen. Ich bin ein wenig irritiert darüber, dass Sie einerseits angeben "im letzten Kalenderjahr" genug verdient zu haben, um einen rechnerischen Elterngeldanspruch in Höhe von 1.800 EUR zu erzielen, aber auch angeben als GmbH-GF in der Vergangenheit lediglich 325 EUR erhalten zu haben. ich gehe deshalb davon aus, dass Sie - zumindest in der Vergangenheit - noch einer anderen Tätigkeit nachgegangen sind. Da Sie zudem vom "letzten Kalenderjahr" sprechen, weise ich vorsorglich darauf hin, dass es - wenn nicht über gewerbliche Einkünfte, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder aus selbstständiger Tätigkeit erzielen - nicht das letzte Veranlagungsjahr (2020) maßgeblich ist, sondern die unmittelbar vor der Geburt des Kindes liegenden 12 Kalendermonate.

Als alleiniger geschäftsführender Gesellschaft einer GmbH müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Angaben hinsichtlich des Einkommens besonders geprüft werden. Dies hängt schlicht damit zusammen, dass Sie Ihr Gehalt grundsätzlich selbst bestimmen können. Wenn Sie weiterhin 325 EUR als GF-Vergütung erhalten, reduziert sich Ihr Elterngeldanspruch auf rd. 1.665 EUR; es erfolgt keine 1:1 Verrechnung.

Vor diesem Hintergrund rate ich Ihnen, Ihr Geschäftsführergehalt unangepasst zu lassen. Es ist ohnehin ein sehr niedriges Entgelt, welches hinterfragt werden dürfte. Da dies aber beriets in der Vergangenheit gezahlt wurde, haben Sie ein gutes Argument.

Problematischer ist, dass Sie nur 30 Stunden/Woche arbeiten dürfen. Unterstellt Ihnen die zuständige Behörde, dass Ihre tatsächliche Arbeitszeit darüber liegt, bringt dies den gesamten Elterngeldanspruch in Gefahr. Der Focus sollte deshalb darauf liegen plausibel darzulegen, dass Ihre Arbeitszeit nicht darüber liegt. Ich rate deshalb dazu, dass Sie für die Zeit des Elterngeldbezugs Unterstützung anheuern, um plausibel zu machen, dass Sie Ihre Arbeitszeit einerseits reduziert haben, die Umsätze der Gesellschaft aber nicht sinken.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 15.06.2021 | 11:42

Vielen Dank für die klare Antwort. An einer Stelle würde ich nochmal Nachfragen wollen.

Wenn ich nun 325 EUR als GF-Vergütung erhalte, ergibt es ja zusammen mit dem Elterngeld 1665 EUR.
Soweit so klar.

Nun zur Frage:
Dürfte ich dann in dieser Zeit bis zu 30/Stunden die Woche für die GmBH weiterarbeiten, wenn ich mir die 325 EUR auszahle ? (Ohne das die Höhe des Elterngelds beeinflusst wird). Die GmbH würde weiterhin 10.000 Euro im Monat an Gewinn vor Steuern erwirtschaften. Anhand der Rechnungen die ich an meine Kunden schreibe wäre ersichtlich wieviel Stunden ich im in dem Zeitraum gearbeitet haben, da ich Stundensätze in Rechnung stelle. Dabei würde ich natürlich darauf achten, das ich nicht mehr als 30 Stunden in Rechnung stelle.

Wäre das so in Ordnung, oder müsste die Lösung weiterhin sein, das ich einen Subunternehmer beauftrage, der die Arbeit für meine Kunden macht ?

Vielen Grüße



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.06.2021 | 12:01

Sehr geehrter Fragsteller,

da sehe ich grundsätzlich kein Problem. Sie haben vorher 325 EUR erhalten und erhalten sie auch danach. Sie haben an dieser Stelle ganz offensichtlich keine Verschiebung vorgenommen. Wichtig ist in der Tat, dass Sie Ihre Zeiten hinsichtlich der 30-Stunden-Grenze dokumentieren; berücksichtigen Sie dabei bitte auch administrative Geschäftsführeraufgaben. Wenn Sie exakt 30 Stunden Ihrer operativen Tätigkeit abrechnen, würde schon ein
kleiner administrativer Handgriff, den man einem Geschäftsführer immer unterstellen muss, genügen um die Grenze zu überschreiten.

Allein die Tatsache, dass Sie mittelbar über Ihre Gesellschaft ein größeres Einkommen erzielen, ist unerheblich. Dieses Einkommen wurde ja auch bei der Berechnung des Elterngeldes unberücksichtigt gelassen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.06.2021 | 12:04

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Vielen Dank für die sehr klare Beantwortung meiner Frage

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Michael Krämer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.06.2021
5/5,0

Vielen Dank für die sehr klare Beantwortung meiner Frage


ANTWORT VON

(197)

Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Zivilrecht, Strafrecht, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Sozialrecht, Immobilienrecht, Versicherungsrecht