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Geschäftsführer einer GmbH, Thema Nebenerwerb

| 10.07.2014 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.


Sehr geehrte Damen und Herren,
mein zukünftiger Geschäftspartner und ich planen, eine GmbH (erst GbR) zu gründen.
Er ist Fotograf und führt bereits ein heimisches Fotostudio. Ich als Grafik Designer / Art Director würde von Hannover nach Hamburg pendeln, um in einer gemeinsamen kleinen Agentur gemeinsame Projekte und Kunden zu betreuen.
Wir beide würden als Geschäftsführer fungieren und nach Bedarf Freelancer oder externe Berater für einzelne Projekte hinzuziehen.
Da grundsätzlich der Schwerpunkt der künftigen Projekte bei Grafik, Konzeption und Entwicklung liegt werde ich extrem gefordert und während der vollen Zeit in der Produktion tätig sein. Natürlich arbeitet er mit, jedoch durch seine Kernkompetenz nur teilweise oder halt bei Foto- und Filmaufträgen, die aber nicht für jeden Kunden anfallen.
Er möchte seine Selbständigkeit jedoch nicht ganz aufgeben, da er das Photostudio als Teil seines Wohnhauses behalten möchte und steuerlich durch einen gewissen Mindestumsatz belegen muss. Es fällt ihm emotional nicht leicht, seine lange aufgebaute Tätigkeit als selbständiger Fotograf aufzugeben.
Wir möchten uns nicht über Arbeitsstunden und geleistete Aufwände streiten und so frage ich mich, wie man diesen Nebenerwerb im Geschäftsführer Vertrag das festlegt, sodass es für beide OK und gleichwertig behandelt wird. Man stele sich vor, dass das gemeinsame Business nicht so gut läuft, er aber sein persönliches Standbein einfach ausweitet.
Ich möchte eine faire Regelung, die einerseits mich als Mit-Geschäftsführer schützt, möchte aber auch nicht, dass er sein Standbein und sein Fotoatelier für seine "kleinen" Fotoaufträge verliert / aufgeben muss.
Dennoch wird es schwer sein, subjektiv abzuschätzen, wann er wie für was arbeitet. Und eine Stundenkontrolle und "-überwachung möchten wir nicht.
Schließlich kann man seine und meine Tätigkeit nicht grundsätzlich 1:1 vergleichen.
Können Sie mir diesbezüglich helfen, resp. mich beraten?

Herzlichen Dank und liebe Grüße


Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich Ihnen aufgrund der von Ihnen angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Um Ihre geschäftlichen Ziele mit Ihrem Partner zu erreichen, können Sie entsprechende Gestaltungen im Gesellschafts- und Dienstvertrag vornehmen.
Insbesondere sollten Sie Regelungen zum Wettbewerbsverbot bzw. zu bestimmten Befreiungen davon treffen. Ebenso können Sie bestimmen, dass die Nebentätigkeit einen bestimmten Umfang nicht überschreiten darf. Damit verhindern Sie, dass er seine Geschäftsführerpflichten vernachlässigt und zugleich die meiste Zeit in sein eigenes Geschäft investiert. Zugleich lassen Sie sich gewisse Auskunfts- und Einsichtsrechte in die Geschäftstätigkeit Ihres Partners einräumen. Dann kann er Sie nicht umgehen.

Weiterhin ist es möglich, dass Sie bei der Ausgestaltung der Geschäftsführergehälter Regelungen über Provisionen treffen, um dann Ihre Mehrarbeit entsprechend zu entlohnen.

Unabhängig von der Gestaltung der Verträge könnte Ihr Geschäftspartner sein Unternehmen auch in die Gesellschaft einbringen. Dann könnte er es weiterführen und zugleich würde er Sie nicht umgehen. Sie hätten dann als Geschäftsführer entsprechenden Einblick. Durch entsprechende Vertragsgestaltungen könnten auch Haftungen beschränkt oder Steuervorteile geschaffen werden.

Um Ihnen eine bestmögliche Lösung vorschlagen zu können, bitte ich Sie, mit mir in Kontakt zu treten. Bitte klicken Sie dazu auf mein Bild und senden sie mir eine Email. Dann kann ich Ihnen nach Abklärung weiterer Fragen konkrete Hinweise zur Vertragsgestaltung geben.

Ansonsten können Sie gerne auch die Nachfragefunktion verwenden.
Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und verbleibe

mit besten Grüßen

Stefanie Lindner, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2014 | 13:42

Sehr geehrte Frau Lindner,

erstmal nutze ich gerne die Möglichkeit der direkten Nachfrage.
Gibt es die Möglichkeit, vertraglich ein prozentuales Engagement für die GmbH festzulegen (z.B.: 60% / 3 Arbeitstage) wovon die übrige Zeit für die eigene Selbständigkeit genutzt werden kann.
So könnte im Gegenzug bei hohem Arbeitsaufkommen entsprechend eine zusätzliche Vergütung erfolgen und auch das jeweilige "eigene Business" kann im festgelegten Rahmen ausgeführt werden.
Was muss dabei beachtet werden?
Könnte man dies auch zeitlich staffeln? Resp. dass man nach einer festgelegten Zeit (z.B. 2 Jahre) das Modell prüft und u.U. durch die gute Auftragslage die Nebenerwerbe streicht oder von der jeweiligen Seite sogar Arbeitskraft hinzugebracht wird.
Was gilt es bei möglichen Exit-Szenarien zu beachten? Bei mehreren gleichgestellten Parteien und unterschiedlichen Entwicklungen gibt es womöglich auch nach großartigstem Sonnenschein mal eine ordentliche Regenperiode ;-)

Liebe Grüße und besten Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2014 | 16:31

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Ich beziehe mich dabei auf eine GmbH und deren Geschäftsführer.
Für die GbR, die Sie ggf. zuvor gründen wollen, gelten andere Regeln.

Die Bestellung des Geschäftsführers (GF) als organschaftlicher Vertreter ist vom Anstellungsverhältnis zu unterscheiden. Das Anstellungsverhältnis ist in der Regel ein Dienstvertrag/ Geschäftsbesorgungsvertrag, so dass die $$ 611 ff. / $ 675 BGB gelten.
Diesen können Sie nahezu frei gestalten.
Der GF muss stets alles tun, was den Gesellschaftszweck fördert und alles unterlassen, was dem zuwiderläuft.
Grundsätzlich kann der Dienstvertrag des GF so gestaltet sein, dass er nur 20 Wochenstunden für die GmbH tätig ist. Voraussetzung ist dabei aber, dass diese nicht vernachlässigt und geschädigt wird.
Wenn Sie beide z.B. je eine 50% - Beteiligung an der Gesellschaft haben, ist es möglich, dass die Geschäftsführung zeitlich aufgeteilt ist.
Wichtig ist, dass die Geschäftsführerbezüge angemessen sind.
Sie müssen dabei allerdings aus steuerrechtlicher Sicht beachten, dass Sie die GF-Bezüge vertraglich richtig gestalten, damit die zusätzlichen Zahlungen an den GF nicht als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet werden. Diese Gefahr besteht, wenn Sie beide zu 50% beteiligt und zugleich GF sind, also Gesellschafter-GF.
Wenn Sie unterschiedliche Kapitalbeteiligungen wählen, z.B. Sie halten 70% und Ihr Partner 30%, dann wird Ihr Partner u.U. sozialversicherungspflichtig, wenn der Gesellschaftsvertrag nicht entsprechende Regelungen enthält.

Um das Ganze zu erproben, können Sie befristete Dienstverträge wählen. Häufig werden befristete Anstellungsverträge mit Verlängerungsklausel geschlossen.
Danach tritt automatisch eine Verlängerung des auf bestimmte Dauer geschlossenen Anstellungsvertrages ein, wenn er nicht spätestens innerhalb einer bestimmten Frist vor Vertragsablauf von einer der Parteien gekündigt wird.
Wenn danach andere Regelungen getroffen werden sollen, kündigen Sie und ändern die Bestimmungen.

Sie fragen nach Exit-Szenarien:

Es ist durchaus möglich, die Bestellung des GF zu widerrufen und den Anstellungsvertrag zu kündigen. In Bezug auf eine mögliche Kündigung sind entsprechende Regelungen im Anstellungsvertrag zu treffen.

Im Rahmen eines Zerwürfnisses ist auch stets zu bedenken, dass im Gesellschaftsvertrag Regelungen für den Fall getroffen werden, dass ein Gesellschafter ausscheidet.

Ich hoffe, ich habe Ihnen eine erste Orientierungshilfe gegeben.

Viele Grüße

Stefanie Lindner

Bewertung des Fragestellers 10.07.2014 | 11:58

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