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Geschäftsführende GmbH einer vermögensverwaltenden KG?

| 10.03.2014 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Zur Erlangung des Status einer vermögensverwaltenden KG haben wir die Komplementären per Gesellschaftsvertrag von der Geschäftsführung ausgeschlossen.
Zur Geschäftsführung ist eine GmbH berufen, die gleichzeitig Kommanditistin der KG ist.

Wird durch den Verzicht auf eine natürliche Person als geschäftsführende Kommanditistin die KG "gewerblich" oder ist der Ersatz durch eine GmbH unschädlich für den Status "vermögensverwaltend"?

Einsatz editiert am 10.03.2014 14:01:04

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Wird durch den Verzicht auf eine natürliche Person als geschäftsführende Kommanditistin die KG "gewerblich" oder ist der Ersatz durch eine GmbH unschädlich für den Status "vermögensverwaltend"?":

Klare Antwort: Ja, die Personengesellschaft wird durch den Verzicht auf eine natürlich Person als Kommanditisten und Geschäftsführer gewerblich.

Das juristische Fachwort hierfür lautet: "gewerbliche Prägung". Die Rechtsgrundlage findet sich in § 15 III Nr. 2, nachzulesen hier:

<a target="_blank" href="http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__15.html" rel="nofollow">http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__15.html</a>

Danach gilt:

Auch wenn eine Personengesellschaft keine gewerbliche Tätigkeit ausübt, gilt sie nach § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG als gewerblich geprägt, wenn

- ausschließlich Kapitalgesellschaften persönlich haften und

- nur diese Gesellschafter oder Personen zur Geschäftsführung befugt sind.

Genau dies ist bei Ihnen ausweislich des angegebenen Sachverhalts der Fall.

Anders wäre dies unter Umständen, wenn neben der GmbH eine weitere nicht gewerblich tätige Person zur Geschäftsführung befugt wäre.

Um die gewerbliche Prägung einer GmbH & Co KG, die vermögensverwaltend tätig ist, zu vermeiden, kann ggf. auch ein Kommanditist zur Geschäftsführung berufen werden.

Dann läge eine sogenannte "Zebragesellschaft" vor, die jedenfalls auf gesellschaftlicher Ebene vermögensverwaltend tätig sein könnte. Es würde dann für jeden Gesellschafter einzeln geschaut, wie dessen Einkünfte zu bewerten sind. Dabei hätte die GmbH dann immer gewerbliche Einkünfte, ohne dass dies aber auf den Status "vermögensverwaltend" für die GmbH & Co.KG Auswirkung hätte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 10.03.2014 | 15:53

Vielen Dank für die Antwort.

Wenn folglich GmbH und eine natürliche Person, beide als Kommanditisten die Geschäftsführung innehaben. Ist es dann relevant, wenn die natürliche Person zwar alle Handlungsvollmachten besäße jedoch nur die GmbH die Geschäftsführung lebt?

Und was noch wichtiger ist: Sollte die nat. Person von dem Recht des vorzeitigen Ablebens Gebrauch machen, wird die KG dann automatisch gewerblich oder gibt es dann eine Übergangsvorschrift zur Bestellung einer neuen nat. Person?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.03.2014 | 16:50

Danke für die Nachfrage!

ich muss meine Antwort an einer Stelle ergänzen, da mir am Sachverhalt etwas aufgefallen ist:

Die "gewerbliche Prägung" tritt nur ein, wenn die in der Anwort beschriebenen Voraussetzungen des § 15 EStG vorliegen. Ich hatte fälschlicherweise gelesen, bei Ihrer KG sei die einzige GmbH Komplementärin. Sie hatten aber geschrieben, die GmbH sei Kommanditistin. Entschuldigen Sie, dass habe ich falsch gelesen. Es gibt nach alledem also mindetens 2 GmbH, eine Komplementärin, und eine Kommanditistin? Anders wäre der Sachverhalt nicht zu verstehen, denn wenn ledigliche eine GmbH Kommanditistin wäre, handelte es sich nicht um eine GmbH & Co.KG.

Davon ausgehend, dass es mindestens eine GmbH als Kommanditistin und eine GmbH als Komplementärin gibt, gilt aber die selbe Bewertung:

Ist Geschäftsführerin einzig eine GmbH und ist persönlich haftende Gesellschafterin ebenfalls einzig eine GmbH, dann wird die KG gewerblich geprägt.

Sie sollten also in jedem Fall eine natürlich Person mit Geschäftsführerbefugnissen ausstatten.

Eine Befugnis zur Geschäftsführung reicht aus, diese muss wohl nicht tatsächlich ausgeübt werden, so jedenfalls die herrschende Meinung. Die Befugnis muss sich aber aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben.

Eine Übergangsfrist gibt es nicht. Sie sollten also im Gesellschaftsvertrag unbedingt eine Regelung aufnehmen, die einen unmittelbaren Geschäftsführerersatz bewirkt.















Bewertung des Fragestellers 11.03.2014 | 14:26

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"Das nachfolgende Urteil wurde nicht berücksichtigt.
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