Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gerichtsverhandlung Betrug

04.05.2010 20:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Abend,

ich versuche meinen Fall möglichst kurz und übersichtlich zu Schildern, im Ihnen einen Einblick in meine Lage zu gewähren.

Ich habe eine Ladung zur Hauptverhandlung wegen Betruges erhalten.
Es handelt sich hierbei um eine Summe von rnd. 10.000 Euro und es ist meine erste Verhandlung - Vorstrafen bestehen somit nicht.

Ich habe zum "Tatzeitpunkt" einen gewerblichen PKW-Handel via Internet geführt (welcher aus wirtschaftlichen Gründen bereits aufgelöst wurde). Es wurde also ein Neufahrzeug für einen Kunden bestellt und eine Anzahlung in Höhe von ca. 10.000 Euro geleistet.

Als es zur entsprechenden Restzahlung nebst Zusendung der Fahrzeugdokumente kommen sollte (wie vertraglich vereinbart), wollte der Kunde vom Kauf zurücktreten, da ich selber die Dokumente erst nach der Zahlung erhalte bzw weitersenden kann.

Zeitgleich wurde mein Konto vom Finanzamt mit circa 8.000 Euro gepfändet, ergo konnte ich die Summe nicht an den Kunden zurückzahlen - wie es vereinbart war.
Im Anschluss musste ich mein Gewerbe abmelden und arbeite nun wieder als Angestellter, meine Bemühungen um einen Kredit zur Rückzahlung blieben erfolglos.

Ich arbeite derzeit mit rund 200 - 240 Stunden (a 5€) pro Monat extrem viel um mich über Wasser zu halten.

Nun plagen mich einige Fragen;
- Welches Strafmaß könnte auf mich zukommen? Ich bin 23 Jahre alt.
- Inwiefern bleibt mir bei einer Haftstrafe Zeit zwischen dem Urteil und dem Haftantritt noch diverse Vorbereitungen (z.B. Wohnung ggf. auflösen, die Familie auf die Haft hinzuweisen ect.) zu treffen? Oder wird die Vollstreckung des Urteils (ggf. als U-Haft wegen Fluchtgefahr?) direkt im Anschluss der Verhandlung durchgeführt?
- Da ich mir keinen RA leisten kann und das Gericht mir keinen Verteidiger stellt (Vorraussetzungen nach §140 StPO liegen nicht vor) bin ich ebenfalls Ratlos - können Sie mir in 2 - 3 Sätzen sagen, ob eine Verteidigung überhaupt notwendig ist bzw wie eine solche Verhandlung abläuft?
- Ich verdiene derzeit rund 800 - 1000 Euro netto p.M., eine Rückzahlung der Schulden ist somit eher schwierig, zumal noch andere Gläubiger da sind. Wirkt sich das negativ auf das Urteil aus? Oder gar vorteilhaft da ich mich bemühe, einigermaßen Geld zu bekommen und durch die viele Arbeit (= >200 Stunden p.M.) ein geregeltes Leben habe?

Für Ihre Bemühungen bin ich äußerst dankbar - damit ich nicht gänzlich verzweifeln muss.

Ebenfalls möchte ich mich für die niedrige Angebotssumme entschuldigen, jedoch ist derzeit mehr einfach nicht möglich.

-- Einsatz geändert am 04.05.2010 20:55:39

Sehr geehrter Fragesteller,


zunächst darf ich darauf hinweisen, dass ohne konkrete Akteneinsicht keinerlei genaue Aussage über die zu erwartende Strafe gemacht werden kann.

Die Aussagen können daher nur im Rahmen des gesetzlichen Rahmens abgegeben werden. Ebenso unbekannt ist, ob irgendwelche Voreintragungen/Bewährungsstrafen gegen Sie vorliegen.


Grundsätzlich ist der Betrug strafbar gem. § 263 StGB.

Auf Betrug steht eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe.

Strafmindernd kann sich auf jedenfall eine Kooperation bzw. ein Geständnis in der Verhandlung auswirken. Ebenso strafmildernd ist, bereits im Vorfeld Wiedergutmachung in Form von Zahlungen an den Geschädigten ( auch kleine Beträge sind zu berücksichtigen) zu leisten.


Sollte gegen Sie eine Haftstrafe ohne Bewährung verhängt werden ( eher unwahrscheinlich, sofern keine Vorstrafen etc. vorliegen) werden, so ist zwischen dem Urteil und dem Haftantritt in der Regel 2-3 Monate Zeit. Sollte allerdings gegen Sie eine Haftstrafe ohne Bewährung als Urteil ergehen n, so empfiehlt sich auf jeden Fall in Berufung zu gehen, um ggfs. in der zweiten Instanz ein milderes Urteil zu erlangen.

Die Tatsache, dass Sie wieder einer festen Beschäftigung nachgehen ist ein Indiz für einen positiven Lebenswandel und spricht für eine günstige Sozialprognose. Allerdings sollten Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bemühen, den Schaden des Fahrzeug-Käufers schnellstmöglich abzubezahlen.


Bei Rückfragen darf ich Sie bitten, die kostenlose Nachfragefunktion zu nutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Michael Bauer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2010 | 21:51

Sehr geehrter Herr Bauer,

vielen Dank für Ihre zeitnahe Antwort und die beruhigung, dass eine Haftstrafe ohne Bewährung zumindest unwahrscheinlich erscheint, zumal meineswissens keinerlei Voreintragungen bestehen.

Jedoch blieb eine Frage unbeantwortet;
Wird nicht in der Hauptverhandlung ein Verteidiger benötigt? Und was hat es mit der Ablehnungsbegründung "dass keine Vorraussetzungen des §140 StPO vorliegen" auf mein Gesuch einen Pflichtverteidiger zu stellen auf sich?

Ansich stellt sich für mich der Fall nicht als Betrug dar, da der Handel hätte abgeschlossen werden können und die Rückzahlung durch eine Pfändung des Kontos durch das Finanzamt sowie meiner späteren/aktuellen finanziellen Lage unmöglich wurde. Verstehe ich Sie also richtig, dass es vorteilhaft wäre ein Geständnis auf Betrug abzulegen?
Eine Kooperation im Sinne davon, dass ich schnellstmöglich den Schaden des Käufers abbezahlen will sehe ich als selbstverständlich. Leider ist die Verhandlung bereits am kommenden Montag, daher bleibt für vorab-Zahlungen keine Zeit.

Mit freundlichen Grüßen
X X

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2010 | 22:59

Ihre Nachfrage beantworte ich wiefolgt:

- ein Verteidiger ist in Ihrem Fall nicht zwingend notwendig (Pflichtverteidiger gibt es im Regelfall nur dann, wenn eine Haftstrafe ohne Bewährung droht bzw. ein Bewährungswiderruf droht)
-weisen Sie das Gericht daraufhin, dass Sie zu keinem Zeitpunkt das fremde Geld nutzen wollten, um damit eigene Schulden zu bezahlen ( evtl. geht das Gericht dann davon aus [ je nach Aktenlage] dass überhaupt kein Betrug vorliegt) schildern Sie dem Gericht, dass Sie zu kenem Zeitpunkt den Vorsatz hatten, den Autokäufer zu schädigen und sich das Geld anzueignen
-mit Geständnis ist iin Ihrem Fall konkret gemeint, den Sachverhalt so zu schildern, wie er sich zugetragen hat ( das bedeutet: Nichts dazuerfinden, keine Details weglassen)


Ich hoffe Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben.


Mit freundlichen Grüßen aus Augsburg


Michael Bauer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70152 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort und die Argumentation des Anwaltes hat mir gut gefallen. Ich denke, dass ich ihn mit einem Mandat beauftragen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort. So gut, dass ich mit dem Anwalt meine Rechte in der Angelegenheit durchsetzen lassen werde. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Endlich mal ein Anwalt der eine eigene Meinung hat und nicht nur mit Allgemeinplätzen rumdruckst! ...
FRAGESTELLER