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Generalunternehmervertrag verzögerte Fertigstellung

28.12.2012 13:30 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ich habe einen Generalunternehmervertrag zur Erstellung einer Eigentumswohnung mit einem Generalunternehmer geschlossen. Die Wohnung sollte zum 31.01.2012 fertig sein. Wir wohnen seit 19.08.2012 in der Wohnung, leider ist sie immernoch nicht fertig, auch der Hausflur ist noch Baustelle sowie die Garage und der Keller fehlen noch, auch gibt es keinen Eingangstüren und keinen Fahrstuhl. Laut dem Vertrag kann man den GU in Verzug setzen mit 0,2% der Nettoschlussrechnungssumme je Kalendertag insgesamt jedoch höchstens 10% der nach Schlußrechnung maßgeblichen Nettoschlussrechnungssumme. Habe ich daraus noch Ansprüche oder sind die verwirkt, da ich seit August in der Bausetlle wohne? Wie hoch sind die Ansprüche, der Vertrag beläuft sich auf 113.000 Euro.Weiterhin würde ich gern wissen ob ein Elektriker Anspruch hat auf erbrachte Zusatzleistungen welche nie in Auftrag gegeben wurden bzw. vorab durch ein Angebot dargestellt und dann angenommen worden sind.
Vielen Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrter Ratsuchender,


Sie haben den empfohlenen Richtpreis in Hinblick auf den Fragenkatalog erheblich unterschritten und dadurch bei der Frage der Dringlichkeit / Detailtiefe fast die niedrigste Variante gewählt. Ich darf um Beachtung beim Lesen der Antwort und Ihrer Bewertung bitten.

Nun zur Antwort Ihrer Fragen:


allein das Wohnen in der Baustelle führt nicht zu einem Verwirkungs-, bzw. Ausschlusstatbestand, zumal es ja um fehlende Fertigstellung handelt.

Daher werden Sie den Grunde nach - wenn der Vertrag es denn wirklich so hergibt - Ersatzansprüche auch jetzt noch geltend machen können.



Die Höhe der Ansprüche kann ohne genaue Prüfung des gesamten Vertrages nicht ermittelt werden. Dazu reichen die bisherigen Informationen nicht aus, im Rahmen der hiesigen ERSTberatung eine solche Berechnung vornehmen zu können.

Der Vertrag muss insgesamt geprüft werden. Nach der derzeitigen Sachverhaltsdarstellung UND VORBEHALTLICH einer notwendigen Vertragsprüfung werden es 10% der nach Schlußrechnung maßgeblichen Nettoschlussrechnungssumme sein, so dass diese auch zu prüfen wäre.


Arbeiten, die Sie nicht in Auftrag gegeben haben, werden Sie auch nicht zahlen müssen. Hierbei ist zu beachten, dass Sie Vertragspartner des Generalunternehmers sind, nicht der von den von ihm beauftragten Subunternehmern.

Sofern Sie nicht also gesonderte Vereinbarungen getroffen haben, bestehen keine vertragliche Zahlungsansprüche dieser Handwerker.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

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