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Gemietete Wohnung soll verkauft werden - Feuchtigkeitsschaden

| 16.03.2017 22:51 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Roger Neumann


Zusammenfassung: Wird ein Mieter von Kaufinteressenten nach Mängeln der Wohnung gefragt, so muss er diese Frage nicht beantworten. Wenn er die Frage gleichwohl beantwortet, muss er es wahrheitsgemäß tun und darf etwaige Mängel weder leugnen oder verharmlosen, noch ihren Umfang wahrheitswidrig übertrieben darstellen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der gemieteten Wohnung gibt es an einer Außenwand einen Schaden, der dazu führt dass das Mauerwerk komplett durchnässt wird bei Regen. Im Raum treten dabei Luftfeuchtigkeiten von über 80% auf. Der Schaden ist bereits im Auftrag des Vermieters durch einen Gutachter begutachtet worden und es wurde festgestellt, das es ein bauliches Problem ist und nicht durch falsche Lüftung des Mieters verursacht werden konnte.

Durch die hohe Feuchtigkeit ist die ganze Wand mit Schimmel überzogen. Oberflächliche Behandlungen der Wand (Schimmelentferner, Streichen, neu Tapezieren) bringen nur kurzfristige Besserung. Eine fachgerechte Sanierung durch den Vermieter zieht sich über mehrere Monate hin.

Nun soll die Wohnung verkauft werden und es finden Besichtigungen durch Makler + potentielle Käufer statt.

Wenn der Mieter nun nach Problemen mit Feuchtigkeit und/oder Schimmel gefragt wird, was darf der Mieter antworten?
- Darf er die Frage nach Feuchtigkeitsprobleme mit JA beantworten?
- Darf er die Frage nach Schimmel mit Ja beantworten?
- Darf er erklären, das der Schimmel durch ein bauliches Problem entsteht, der nicht im Einflussbereich des Mieters steht?

Das die Streitigkeiten wegen der ausstehnden Sanierung weder Makler noch potentiellen Käufer was angehen ist soweit klar. Die Frage ist einfach: Muss der Mieter für seinen Vermieter lügen damit der die Wohnung verkaufen kann? Oder soll der Mieter für jegliche Auskunft auf den Vermieter verweisen (was natürlich auch einen schlechten Eindruck macht).

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auf keinen Fall muss der Mieter „für seinen Vermieter" lügen. Im Gegenteil: wenn der Mieter falsche Angaben macht, kann er sich sogar gegenüber einem etwaigen Käufer der Wohnung schadensersatzpflichtig machen.

Die Frage nach den Feuchtigkeitsproblemen kann nach dem geschilderten Sachverhalt ohne weiteres mit „Ja" beantwortet werden.

Die Frage nach Schimmel kann mit „Ja" beantwortet werden, wenn im Moment der Fragestellung tatsächlich Schimmel vorhanden ist. Sollte durch entsprechende Behandlungen zumindest vorübergehend der Schimmel entfernt sein, so müsste die Frage mit entsprechender Einschränkung beantwortet werden, also etwa „es ist Schimmel vorhanden, den habe ich im Moment entfernt. Bisher ist aber jedes Mal nach kurzer Zeit wiedergekommen".

Es darf auch erklärt werden, dass der Schimmel ein bauliches Problem und ist und nicht auf Fehlverhalten des Mieters zurückzuführen ist. Ich empfehle aber, dies unter ausdrücklichem Hinweis auf das Gutachten klarzustellen, also beispielsweise zu sagen „laut vom Vermieter in Auftrag gegebenem Gutachten handelt es sich hierbei um ein bauliches Problem".

Der neutralste und für den Mieter unverfänglichste Umgang mit etwaigen Fragen zu dem Thema bestünde in der Tat da drin, solche Fragen nicht zu beantworten und auf den Vermieter zu verweisen, also etwa zu sagen „ich möchte mich zu diesem Thema nicht äußern, bitte wenden Sie sich dafür an den Vermieter".

Denn es ist zwar so, dass der Mieter grundsätzlich verpflichtet ist, Makler und Kaufinteressenten die Wohnung besichtigen zu lassen, er ist aber nicht verpflichtet, dabei einen besonders „guten Eindruck" machen. Natürlich sollte sich ein Mieter nicht ausgesprochen schlecht benehmen oder vorsätzlich versuchen den Verkauf einer Wohnung zu erschweren.

Die wahrheitsgemäße Beantwortung von Fragen oder eben der Verweis an den Vermieter sind aber auf jeden Fall zulässig.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 17.03.2017 | 20:57

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