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Gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung - Strafmaß und Verteidigung?

01.07.2011 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Anwälte,

Von der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg (Aktenzeichen 206 Js ... jug) wird den Angeschuldigten folgendes zur Last gelegt:

1. Am 23.01.2011 gegen 3.10 Uhr kam es in der Discothek 'BLABLA' zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Angeschuldigten D. und dem Anschgeschuldigten P. sowie dem Zeugen G. Nachdem der Angeschuldigte S. (meine Wenigkeit) hinzukam, folgte zunächst ein Wortwechsel im Verlaufe dessen der Angeschuldigte D. den Angeschuldigten S. verletzte, indem er diesem ohne rechtfertigenden Grund mit der Faust ins Gesicht schlug. der Angeschuldigte S. erlitt hierdurch, wie von dem Angeschuldigten D. zumindest vorhergesehen und billigend in Kauf genommen, einen Riss in der Oberlippe - Nicht in der Anklageschrift enthalten, aber bei der Polizei vorgelegt: (+ Fußprellung, 3 Tage arbeitsunfähig)

Strafantrag wurde durch den Angeschuldigten S. form- und fristgerecht gestellt.

2.
Im Anschluss hieran begab sich der Angeschuldigte D. in den Ausgangsbereich der Discothek (Er und ich wurden von den Türstehern rausgeschmissen). Dort traf der Angeschuldigte D. erneut auf den Angeschuldigten S., der sich dort zusammen mit den Angeschuldigten P. und K. befand. Der Angeschuldigte K. ging hieraud unvermittelt auf den Angeschuldigten D. zu und stieß ihn mit beiden Händen, so dass der Angeschuldigte D. den Halt verlor und zu Boden fiel. Die Angeschuldigten P., S. und K. schlugen und traten daraufhin gemeinschaftlich gegen die Beine und den Körper des Angeschuldigten D.
Im Anschluss hieran wurden die beiden Parteien von den Türstehern kurzfristig getrennt. Wenig später schlug der immernoch aufgebrachte Angeschuldigte S. wiederum zweimal ohne rechtfertigenden Grund gegen den Kopf des Angeschuldigten D. Nachdem er diesen zu Boden gebracht hatte, kamen wiederum die Angeschuldigten P. und K. hinzu und schlugen und traten den Angeschuldigten D.

Der Angeschuldigte D. erlitt.... hierdurch (durch Schläge und Tritte): eine Schädelprellung, eine HWS-Distorsion, eine Torax-und Lendenwirbelprellung, eine Mittelhandprellung links und eine Knie-Distorsion beidseitig.

Strafantrag wurde durch den Angeschuldigten D. form- und fristgerecht gestellt.

Der Angeschuldigte D. wird daher beschuldigt : vorsätzliche Körperverletzung

Die Angeschuldugten P., K. und S. (ich) werden beschuldigt :
gefährliche Körperverletzung

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Wesentliches Ergebnis der Ermittlungen:

1. Die Angeschuldigten P(18 Jahre)., K(18 Jahre). und S(21 Jahre). waren zum Tatzeitpunkt Heranwachsende. Ob sie aufgrund ihrer geistigen und seelischen Entwicklung noch Jugendlichen gleichzustellen sind, muss in der Hauptverhandlung entschieden werden.

Der Angeschuldigte D(25 Jahre). war zum Tatzeitpunkt Erwachsener.

2. Der Angeschuldigte D. hat abgestritten, den Angeschuldigten S. geschlagen zu haben. Er wird jedeoch diesbezüglich durch die nachbenannten Beweismittel im Sinne der Anklage überführt werden. Insbesondere der Zeuge G. konnte angeben, dass der Angeschuldigte D. zuerst auf den Angeschuldigten S. losging. Auch die Zeugin R. kann bestätigen, dass die Aggression zunächst von dem Angeschuldigten D. ausging.

Betreffend den zweiten Sachverhalt hat der Angeschuldigte S. diesen grundsätzlich eingeräumt. der Angeschuldigte K. hat angegeben, dass er sich lediglich an einen Stoß gegen den Angeschuldigten D. erinnern kann, danach habe er keine Erinnerung mehr. Der Angeschuldigte P. hat keine Beteiligung an der Auseinandersetzung eingeräumt.

3. Atemalkoholtest:

- Angesch. P : 0,85 mg/l
- Angesch. K : 0,84 mg/l
- Angesch. S : 0,71 mg/l
- Angesch. D : 0,57 mg/l
- Zeuge G : 0,16 mg/l

4. Der Angeschuldigte S. ist bisher zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Zuletzt wurde das Verfahren wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis unter dem AZ..... am 29.09.2005 durch die Staatsanwaltschaft ... gem. $ 45 Abs. 3 JGG eingestellt

Der Angeschuldigte D. ist bisher einmal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Zuletzt wurde er am ...2007 beim Amtsgericht... unter dem AZ... wegen vorsätzlichen unerlaubten Führens einer Schusswaffe in Tateinheit mit unerlaubtem Führem einer Waffe bei öffentlichen Veranstaltungen zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen zu je 35 Euro verurteilt.

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Zur Aburteilung ist nach §§ 7- 13 StPO, §§ 39, 42 JGG das Amtsgericht ... - Jugendrichter- zuständig

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Nun zu meiner Frage (Angeschuldigter S.) :

1. Wie hoch steht die Chance, dass man mich nach Jugendstrafrecht bzw. Erwachsenenstrafrecht verurteilt?

2. Wie könnte in Anblick auf die Anklageschrift die Verurteilung aussehen ? (Habe noch einen persönlichen Entschuldigungsbrief an den Angeklagten D. geschrieben, den ich dann auch dem Richter vorlegen werde)

3. Welche Probleme könnte ich in dem Fall mit meiner Zuverlässigkeitsüberprüfung gemäß § 7 Luftsicherheitsgesetz bekommen und ist es ratsam mir jetzt schon einen Anwalt zu nehmen um das Problem mit der ZÜP jetzt schon aufzudecken?

4. Wie sollte ich mich ohne Anwalt in der Hauptverhandlung am Besten zeigen , um die Strafe so gering wie möglich zu halten?


Ich hoffe Sie können mir ein paar meiner Fragen beantworten, da ich zur Zeit echt nicht weiß, was ich machen soll, bzw. wie damit meine berufliche Zukunft am Flughafen (Deshalb auch die ZÜP) aussehen wird.
Leider kann ich mir zur Zeit keinen Anwalt leisten, deshalb meine Fragen hier im Forum

Vielen lieben Dank

Likeiloveu

-- Einsatz geändert am 01.07.2011 19:52:56
Eingrenzung vom Fragesteller
01.07.2011 | 19:50
01.07.2011 | 20:42

Antwort

von


(265)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zu Ihrer ersten Frage:
Da Sie Heranwachsender sind, kommt es auf die Sie betreffenden begleitenden Umstände an. Es wird geprüft, ob Sie aufgrund Ihrer sittlichen Reife eher als Jugendlicher oder als Erwachsener zu behandeln sind. Da ich Sie nicht kenne und mir auch Ihre sonstige Lebensgestaltung unbekannt ist, kann ich eine derartige Einschätzung naturgemäß nicht treffen. Erfahrungsgemäß kommt es aber oft vor, dass auch ein 21-Jähriger noch nach Jugendstrafrecht beurteilt wird. Selbstverständlich wäre dies für Sie sehr positiv.

Zu Ihrer zweiten Frage:
Aufgrund der Anklageschrift besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass Sie wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, §§ 223, 224, 25 Abs. 2 StGB verurteilt werden. Sollten Sie nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, kommt hier zum einen ein Jugendarrest von bis zu vier Wochen in Betracht. Es kommen aber auch andere Sanktionsmöglichkeiten in Betracht. Aufgrund der Gesamtumstände halte ich jedoch einen Jugendarrest für gut möglich.
Sollten Sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, kommt eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von mind. 6 Monaten in Betracht. Eine Geldstrafe ist bei der gef. Körperverletzung nicht mehr möglich.

Zu Ihrer dritten Frage:
Dies könnte zu ernsthaften Problemen führen, da die Strafe in das Bundeszentralregister eingetragen werden wird. Dies kann dazu führen, dass Ihnen die Zuverlässigkeit nicht attestiert wird. In diesem Punkt sollten Sie sich individuell anwaltlich beraten lassen. Eine genaue Einschätzung kann erst nach Einsicht der entsprechenden Unterlagen getroffen werden.

Zu Ihrer vierten Frage:
Nach erster Einschätzung scheint die Beweislage für Sie ungünstig zu sein. Sollten Sie merken, dass eine Verteidigung aussichtslos ist, sollten Sie geständig sein und Reue zeigen. Sie sollten auch daran denken, noch vor der Hauptverhandlung dem Opfer ein Schmerzensgeld zukommen zu lassen, um Ihren guten Willen und Ihr Bedauern zu bekunden.

Abschließend noch ein Tipp:
Es besteht die Möglichkeit der Bestellung eines Pflichtverteidigers. Sie sollten sich diesbezüglich bei dem zuständigen Amtsgericht erkundigen bzw. zumindest einen Erstberatungstermin bei einem Berufskollegen wahrnehmen. Hinsichtlich Ihrer beruflichen Zukunft steht viel auf dem Spiel.

Sollten Sie eine Vertretung in dieser Angelegenheit wünschen, so können Sie sich gerne an meine Kanzlei wenden.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute in dieser Sache!

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen nicht ersetzen. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Über eine Bewertung würde ich mich sehr freuen.

Rein vorsorglich erlaube ich mir aufgrund entsprechender Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit auf dieser Plattform den allgemeinen, aber eindringlichen Hinweis, dass der für die Beantwortung dieser Frage ausgelobte Einsatz unbedingt sofort zu entrichten ist. Eine Rücklastschrift bzw. eine Nichtzahlung wird strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, denn der Tatbestand des Eigehungsbetrugs wäre durch bewusstes Inkaufnehmen von Rücklastschriften erfüllt.


Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


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