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Gemeinsames Sorgerecht nach 7Jahren

| 08.10.2013 17:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Aljoscha Winkelmann


Der Vater meines Kindes möchte gemeinsames Sorgerecht nun in die Wege leiten... Es hat ihn bis jetzt ( sie ist 7 ) nie gestört das ich die alleinsorge habe.... Auch der Umgang zu ihr war nie problemlos....er hat sich oft monatelang nicht gemeldet oder wenn er mal kommen wollte kam er oft nicht ohne abzusagen und sie stand total aufgelöst vor der Tür und wartete.das schlimmste für sie was passiert ist, ist das er sie nachts allein in seiner Wohnung gelassen hat-sie wurde wach-hat fürchterlich geweint. Am nächsten Tag kam sie total verstört nach Hause. Auch der kiga hat letztes Jahr dazu ein schreiben fertig gestellt wo ganz klar drinsteht das sie sich immer mehr von anderen abkapselte und ihr das nicht guttut...da ich der Ansicht war das das absolut nicht mehr zu ihrem wohl geht war ich mit ihr beim Jugendamt, sie hat klar in deutlich gesagt das sie nicht mehr zu ihm will...da war nix zu machen....als die Frau vom Jugendamt sagte: du darfst mit 6jahren noch kein eigenen Willen haben und du musst zu ihm war sie völlig fertig... Sie hat nur noch geweint.... Der Kontakt ging gezwungenermaßen also weiter ein wenig besser aber auch mit Problemen....nun hat er seit drei Monaten eine Freundin und seitdem geht es endlich mal alles gut. Sie dürfen das Kind sehen wann sie möchten ich stehe da nicht im weg. Nun war er beim Jugendamt und will gemeinsames Sorgerecht... Ich aber absolut nicht weil ich der Meinung bin das es nicht ihr wohl ist. Finde das was passiert ist eine erhebliche seelische kindeswohlgefährdung ist...und das es nur solange gut gehen würde bis er die Freundin nicht mehr hat. Wie stehen seine Chancen?

Einsatz editiert am 08.10.2013 17:31:53

147/13
Sehr geehrte Fragestellerin/sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage
Gemeinsames Sorgerecht nach 7Jahren

08.10.2013 17:23 | Preis: 50,00 € |
Familienrecht
beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und nach den mir vorliegenden Informationen wie folgt:

Zunächst gehe ich hier von einem nichtehelichen Kind aus, d.h. Sie waren bei der Geburt d Kindes nicht mit dem Vater verheiratet.
Das Familiengericht kann auf Antrag auch den nichtehelichen Vater gegen den Willen der Mutter ganz oder teilweise an der elterlichen Sorge beteiligen, soweit dies nicht dem Kindeswohl widerspricht (negative Kindeswohlprüfung). (vgl. Handbuch des Fachanwalts Familienrecht v. Gerhardt/von Heintschel-Heinegg/Klein,9. Auflage 2013, 4. Kapitel Sorgerecht, Umgangsrecht, Herausgabe des Kindes/ A. Sorgerecht Rn 165, 166, 166a)

Gerhardt/von Heintschel-Heinegg gehen in dem o.g. Handbuch des Fachanwalts Familienrecht davon aus, dass die gerichtliche Anordnung der gemeinsamen elterlichen Sorge auf Antrag des Vaters lediglich in den Fällen auszusprechen ist, in welchen es bei Begründung der gemeinsamen Sorge dem Wohl des Kindes am besten entspricht bzw. seinem Wohl dient (vgl. Handbuch des Fachanwalts Familienrecht v. Gerhardt/von Heintschel-Heinegg/Klein,9. Auflage 2013, 4. Kapitel Sorgerecht, Umgangsrecht, Herausgabe des Kindes/ A. Sorgerecht Rn 166a/ vgl. auch BVerfGE 127, 132 = FamRZ 2010, 1403 [BVerfG 21.07.2010 - 1 BvR 420/09].).
Das Amtsgericht Pankow/Weißensee, hat in eine Beschl. vom 16.11.2011 - 27 F 9425/10 als Maßstäbe, ob die gemeinsame elterlichen Sorge dem Kindeswohl entspricht, herangezogen, ob der Vater „wesentliche Erziehungsleistungen" erbringt. Der Vater in dem Fall vor dem Amtsgericht Pankow/Weißensee, hatte- anders als in Ihrem Fall - mit den beiden jüngeren Söhnen nicht nur regelmäßigen Umgang während des Jahres, er verbrachte auch nahezu die gesamten Schulferien mit seinen Söhnen. Anders als in Ihrem Fall hatte die Mutter dem Vater die gemeinsamen Söhne für die gesamten Sommerferien anvertraut (ohne sich große Sorgen zu machen). Auch dies scheint in Ihrem Fall anders, da sich ja einmal, als Sie dem Vater da Kind anvertraut haben, dieser es alleine gelassen hat.

Auch scheint das Kind nicht unbedingt den Kontakt zum Vater zu suchen.

Das KG, hat in einem Beschl. vom 11.3.2011 - 17 UF 54/11 wegen fehlende Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit beider Eltern die Möglichkeit, gemäß den Übergangsregelungen des BVerfG den nichtehelichen Vater am Sorgerecht zu beteiligen, abgelehnt.Wie die Kooperations- und Kommunikation zwischen Ihnen beiden ist, kann ich jedoch nicht beurteilen.

Es ist nach Ihrer Schilderung hier eher davon auszugehen, dass bei einem Antrag des Vaters auf gemeinsam Sorgerecht, das Gericht einem Antrag NICHT stattgegeben würde. Dabei bitte ich jedoch zu berücksichtigen, dass ich keine nähere Kenntnis von den Verhältnissen zwischen Ihnen beiden sowie den genauen Wünschen Ihres Kindes, ob es mit dem Vater Kontakt haben will od. nicht und wenn ja, in welchem Umfang, habe.

Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben sowie die Aussagen von Zeugen und die Wertung anderer Beweismittel und weiterer Informationen können möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.
Letztlich weise ich darauf hin, dass der Umfang meiner Beratung ebenfalls durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt ist.]

Mit freundlichen Grüßen

Aljoscha Winkelmann (Rechtsanwalt)

Ergänzung vom Anwalt 09.10.2013 | 11:46

Schildern Sie dem Jugendamt im Einzelnen einfach genau das, was Sie mir geschildert haben. Es würde mich sehr wundern, wenn ein Gericht die gemeinsamen Sorge als dem Wohl des Kindes am besten entsprechend bzw. seinem Wohl dienlich ansieht.
Denn, (jedenfalls als er keine Freundin hatte, so Ihre SChilderung), hat der Vater
- "(sich( monatelang nicht gemeldet oder wenn er mal kommen wollte kam er oft nicht ohne abzusagen"
-die kita "hat letztes Jahr dazu ein schreiben fertig gestellt wo ganz klar drinsteht das sie sich immer mehr von anderen abkapselte und ihr das nicht guttut",
- Ihr Kind "nachts allein in seiner Wohnung gelassen"
- und letztlch
hat es ihn bis jetzt ( sie ist 7 ) nie gestört dasS Sie die alleinsorge haben.

Für ich ist nicht ersichtlich - und dies müsste er erstmal beweisen - warum nunmehr vor diesem Hintergrund es besser wäre, wenn Sie nur noch beide zusammen über die Belange des Kindes entscheiden sollen dürfen.

RA Winkelmann

Bewertung des Fragestellers 08.10.2013 | 18:39

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"Super schnelle Antwort. Hoffe nun wird der jugendamtstermin morgen erfolgreich :) danke "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.10.2013 5/5,0
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