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Gemeinsames Sorgerecht abändern wegen Verdacht der Kindesentziehung


11.03.2007 15:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

Situation: ich wohne seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir haben ein Kind (3Jahre), und das gemeinsame Sorgerecht. Ich arbeite in dem Betrieb seiner Eltern. Gestern musste ich nach einer Ausseinandersetzung das Haus verlassen und das Auto abgeben. Die Eltern bedrohten mich in unserem Haus, ohne Rücksicht auf das Kind zu nehmen. Jetzt wohne ich vorübergehend (schon zum 2. MAl in dieser Beziehung) mit dem Kind bei meinen Eltern. Da ich auch nicht mehr in den Betrieb kann, werde ich mich um Arbeit und Wohnung kümmern müssen. Mein Kind muss ich morgen wieder in den Kindergarten schaffen. Jetzt habe ich Angst, dass von der Seite des Vaters jemand das Kind einfach wegholt. Ich rechne mit allem, da ich glaube, dass das ein Plan von Ihnen war; ich war in dem Betrieb für Sie (Er und seine Eltern) schon immer ein Dorn im Auge. Wie ist die Lage bei gemeinsamen Sorgerecht? Welche Rechte habe ich, wenn es jetzt bei mir wohnt? Der Vater konnte aus betrieblichen Gründen
sich kaum um das Kind kümmern. Ich bin die größte Zeit für es da gewesen.
Wie kann ich jetzt vorgehen? für schnelle Antwort bedanke ich mich schon jetzt.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Ratsuchende,

solange Sie das gemeinsame Sorgerecht haben, kann auch der Vater das Kind vom Kindergarten abholen.

Sie müssen daher eine Abänderung des gemeinsmen Sorgerechts anstreben. Das gemeinsame Sorgerecht hat solange Bestand, bis eine gerichtliche Abänderung vorliegt.

Um zu verhindern, dass das Kind vom Vater angeholt wird und Sie befürchten, dass dieser es auch nicht wieder zu Ihnen bringt, müssen Sie demgemäß eine gerichtliche Änderung der Sorgerechtsregelung herbeiführen.

Da in der Regel solche Verfahren in der Gesamtheit der Sorgerechtsänderung nicht von heute auf morgen von den Gerichten entschieden werden, sollten Sie folgendes tun.

Sie sollten morgen früh zum für Sie zuständigen Familiengericht gehen. Dort sollten Sie zunächst einen Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts stellen. Damit das Gericht auch schnell entscheidet, müssen Sie auch eine Entscheidung im Wege der sogenannten Einstweiligen Anordnung stellen.

Diese Anträge können Sie zunächst allein stellen. Sie müssen Ihre Anträge begründen. Beim Gericht wird Ihnen in der Regel auch bei der Formulierung geholfen.

Bei der Begründung müssen Sie darlegen, dass Sie begründete Befürchtungen haben, dass Ihnen das Kind entzogen werden könnte.

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teilbereich der elterlichen Sorge. Erfahrungsgemäß übertragen die Gerichte zunächst eher nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Damit wäre Ihnen auch zumindest vorübergehend geholfen.

Wenn Sie diese Entcheidung vom Gericht haben, können Sie diese auch im Kindergarten vorlegen und der Vater darf dann das Kind nicht abholen. Ihnen steht dann allein das Recht zu entscheiden, wo sich das Kind aufhalten darf.

Daneben sollten Sie dann mit einem Kollegen oder einer Kollegin die Abänderung der Sorgerechtsentscheidung anstreben. Daher sollten Sie morgen auch zu einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin vor Ort gehen.

Anders könnte der Fall dann zu beurteilen sein, wenn nur Sie allein die sogenannte Sorgerechtserklärung abgegeben haben. Nur in diesem Fall könnten Sie dies Erklärung widerrufen. Dieses muss dann auch in der Form geschehen, in der Sie die Erklärung abgegeben haben. Liegen hingegen die Erklärungen beider Elternteile vor, müssen Sie wie oben ausgeführt die gerichtliche Entscheidung herbeiführen.

Wenn Sie der Auffassung sind, der Vater würde das Kind abholen, können Sie überlegen, das Kind zunächst für einige Tage nicht in den Kindergarten zu geben.

Sollten Sie dennoch das Kind in der Kindergarten geben wollen, können Sie den Betreuerinnen aufgeben, das Kind nicht an den Vater oder auch die Großeltern herauszugeben. Letztendlich wird dieses aber problematisch, zumindest hinsichtlich des Vaters, solange dieser noch mit Ihnen gemeinsam das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 11.03.2007 | 19:12

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. ich werde morgen zum Familiengericht gehen. Wie lange dauert es, bis ich diese Entscheidung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht über einstweilige Anordnung habe? er könnte ja morgen das gleiche tun. Und wird er außerdem davon unterrichtet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.03.2007 | 19:30

Sehr geehrte Ratsuchende,


sofern Sie die Dringlichkeit überzeugen darlegen können, kann das Gericht ohne Anhörung sofort entscheiden - dieses ist aber ein Ausnahmefall.

In der Regel wird der Vater gehört werden, so dass dann innerhalb von zwei Wochen die Entscheidung vorliegen müsste.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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