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Gemeinsames Haus, wie weiter bei Trennung?

12.08.2009 18:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie um Hilfe bitten zu folgender Sachlage:

Ich bin seit 2 Jahren verheiratet ohne güterrechtliche Vereinbarung. Mein Mann,und ich leben seit 8 Jahren mietfrei in der Wohnung meiner Eltern. Seit 3 Jahren planen und bauen wir an unserem eigenen Haus.

- Grundstück gehört mir, überschrieben von meinen Eltern an mich nach der Heirat

- Darlehensvertrag läuft auf beide, unterzeichnet nach der Heirat

- Abzahlung des Darlehens durch meinen Mann

- Wir arbeiten beide sehr viel an dem Haus, wobei mein Mann wesentlich mehr Zeit in die Arbeit am Haus investiert, ich den Haushalt der bestehenden Wohnung am Laufen halte.

Bei einer möglichen Trennung liegt mir sehr viel an einer fairen Lösung.

Wie sieht die Rechtslage aus und welche Möglichkeiten würde man haben eine friedlichen Weg zu finden.


Vielen Dank und einen schönen Abend.

Sehr verehrte Fragestellerin,

ohne Ehevertrag leben sie beide im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Wenn die Ehe jetzt scheitern sollte, so sähe sie Sache grob umrissen wie folgt aus:

1.

Das Grundstück fällt dann in den Zugwinnausgleich, wenn Sie es von Ihren Eltern abgekauft haben sollten. Dann wäre der Wert des Grundstückes Ihrem Endvermögen zu addieren.

Wurde Ihnen das Grunstück geschenkt, so wäre es nach § 1374 Abs. 2 Ihrem Anfangsvermögen zuzurechnen, wäre damit dem Zugewinnausgleich grundsätzlich entzogen.


2.

Sie haften ggü. der Bank als Gesamtschuldner. Dies würde sich durch eine Trennung nicht ändern, solange Sie nicht durch Verhandlung mit der Bank eine Änderung in diesem Punkt erreichen können.


3.
Der Umstand, dass Ihr Mann die gesamte Ratenzahlung übernimmt, kann im Rahmen der Berechnung seines Endvermögens in vollem Umfang vermögensmindernd berücksichtigt werden, wenn sie beide sich im Verfahren so einigen. Ansonsten können gesamtschuldnerische Verbindlichkeiten beim Endvermögen nur mit der Quote abgesetzt werden, die im Innenverhältnis auf den jeweiligen Ehegatten entfällt, bei ihnen jeweils zur Hälfte. Hat Ihr Mann während der Ehe aber auch Ihre Hälft mitgezahlt, so kann der diese Summe grundsätzlich nicht von Ihnen im Wege des Gesamtschuldnerausgleiches zurück fordern, da die Rechtsprechung davon ausgeht, dass mangels anderweitiger Regelung zwischen den Ehegatten die Zahlung für den anderen einen spezifischen Beitrag zur ehelichen Lebensgemeinschaft darstellen, somit nicht herauszugeben ist. Dies ist vergleichbar damit, dass Sie von Ihrem Mann kein Entgelt für Ihre Haushaltstätigkeit bei Scheitern der Ehe fordern können, da dies eben Ihr Beitrag zur Verwirklichung der ehelichen Lebensgemeinschaft darstellt.


4.

Im Ergebnis steht Ihr Mann aufgrund der Tatsache, dass er nicht Eigentümer des Grundstückes ist, allerdings die Raten komplett zahlt und einen Ausgleich von Ihnen im Falle der Scheidung nur in engen Grenzen verlangen kann, obwohl er auch weiter für den Kredit haftet, im Falle der Scheidung weniger günstig da.


5.

Ein Weg wäre hier eine Scheidungsfolgenvereinbarung, vermöge derer sie beide sich über die Berücksichtigung des Grundstückes und der Darlehensverbindlichkeiten beim Zugewinnausgleich einigen, so dass im Falle der Scheidung Aufwendungen und gemeinsam gebildetes Vermögen in ein für beide annehmbares Ausgleichsverhältnis gebracht werden. Die Scheidungsfolgenvereinbarung bedarf in dieser Form der notariellen Beurkundung. In diese Vereinbarung können sie sich auch gleich über Ansprüche bzgl. des Versorgungsausgleich und mögliche Unterhaltsregelungen einigen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschafft zu haben. Bei Unklarheiten fragen Sie nach.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

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