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Gemeinsames Haus, Kredit und Scheidung

26.07.2008 19:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Dame oder Herr,

folgende Problematik stellt sich mir:

Ich habe meine Mann 1998 geheiratet, dieser hat 2002 von seinen Eltern ein Grundstück inkl. Haus mit Restschuld (ca. 60.000 Euro) geschenkt bekommen (notariell beglaubigt). Im gleichem Atemzug hat er mir dann das Grundstück inkl. Haus zu 50% geschenkt (auch notariell beglaubigt, inkl. 50% der Restschuld). Wir stehen seit dem beide im Grundbuch. 2003 haben wir dann angefangen das Haus komplett umzubauen, dazu haben wir beide zusammen einen Kredit in Höhe von 200.000 Euro aufgenommen. Seine Eltern haben ein Wohnrecht auf Lebenszeit (notariell beglaubigt) und zahlen seit dem monatlich etwa 1000 Euro was einer Miete gleichzusetzen ist (diese 1000 Euro gehen direkt in die Tasche meines Mannes, sind also nicht schriftlich festgehalten, ohne Mietvertrag). Diese Summe wird seitdem zur Kredittilgung benutzt plus zusätzlich 1000 Euro die von unserem Gemeinschaftskonto gingen.

Einnahmen
Ehemann aus nicht selbständiger Arbeit 2500 Euro Netto (Beamter), ich 1100 Netto (Angestellte).

Seit 2005 leben wir getrennt und ich bin mit unserem gemeinsamen Kind (8 Jahre) in eine Mietwohung gezogen (diese bezahle ich selbst). Ich erhalte keinen Trennungunterhalt, dafür verzichtet mein Mann auf Geld von mir für die Kredittilgung. Unterhalt für das Kind zahlt er regelmäßig. Kann mir das später zum Verhängnis werden?

Mittlerweile ist mein noch Ehe-Mann nicht mehr in der Lage den Kredit rechtzeitig zu bezahlen und die Bank wendet sich an mich. Ich kann natürlich diese Summen nicht aufbringen, da ein großer Teil meines verfügbaren Geldes für die Miete + Kind benutzt werden (glücklicherweise wohne ich mittlerweile mit meinem neuen Freund zusammmen, der die Hälfte der Miete übernimmt und auch mit im Mietvertrag steht).

Leider kann ich nicht problemlos mit meinem Ehemann über diesen Sachverhalt sprechen (er hat kein gutes Gefühl zum Geld, hat auch schon öfter mehrere 10.000 Euro bei Online Kasinos verspielt, Spielsucht). Ich habe angst das er mittlerweile wieder unter Spielsucht leidet und deshalb die Kredite nicht bezahlen kann.

Wenn ich mit ihm darüber spreche, hat er schon angedeutet die Schenkung rückgängig zu machen, das ich dann auf dem Kredit sitzenbleibe ohne überhaupt noch das Grundstück und Haus zu besitzen. Kann er dieses tun? Bleibt mir dann nur zur Anrechnung die Wertsteigerung die durch den Ausbau erzielt wurde?

Die Scheidung steht denmächst an, ein Wertausgleich wurde bis jetzt nicht durchgeführt. Dieses war auch nicht angestrebt, wir hatten mündlich vereinbart, dass er im Haus bleibt, es behält und dafür alle Verpflichtungen der Bank gegenüber übernimmt. Soll oder Muss ich einen Wertausgleich anstreben, wie soll ich weitervorgehen?

Mein liebstes Ziel wäre es komplett mit Null aus der Sache rauszukommen, auf das Haus und Grundstück lege ich keinen Wert, möchte bloß keine Kreditverpflichtungen mehr und nicht angst haben müssen, das dieser nicht bezahlt wird.

Können Sie mir Tipps geben was ich als nächstes machen soll?

Vielen vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

ich bedanke mich für das Einstellen Ihrer Frage, welche ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung des gebotenen Einsatzes zusammenfassend wie folgt beantworten möchte:

Da es Ihr Hauptanliegen zu sein scheint, aus dem Kreditvertrag ausgetragen zu werden, sollten Sie zur Auflösung der Miteigentümergemeinschaft, welche zwischen Ihnen und Ihrem Ehemann besteht, die Teilungsversteigerung des Grundstückes nebst Haus beantragen. Das Haus würde dann im Wege der öffentlichen Versteigerung verkauft werden, der Erlös geht an die Bank zur Tilgung Ihrer Schulden. Da erfahrungsgemäß der Erlös jedoch nicht ausreichen wird, um den Kredit vollständig zu tilgen, würden Sie gegenüber der Bank trotzdem weiterhin zur Zahlung verpflichtet bleiben, als Gesamtschuldner mit Ihrem Ehemann. Dies bedeutet, dass die Bank wahlweise Sie oder Ihren Ehemann in Anspruch nehmen kann. Eventuelle Vereinbarungen, welche Sie im Innenverhältnis mit Ihrem Ehemann getroffen haben, werden die Bank nicht interessieren.

Daher wäre es wirtschaftlich sinnvoller, das Haus im Wege eines freihändigen Verkaufs zu veräußern, das heisst, Sie und Ihr Mann sollten versuchen, einen geeigneten Käufer für das Haus zu finden, so dass Sie mit der Kaufsumme zumindest den Kredit tilgen können.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass Ihr Mann Ihnen Ihren Anteil (50%) abkauft, was jedoch angesichts der finanziellen Lage Ihres Mannes wenig Sinn machen wird.

Insgesamt sollten bzw. müssen Sie versuchen, mit Ihrem Ehemann eine Einigung dahingehend zu finden, was mit Ihrem Grundstück geschehen soll, denn wenn weder Sie noch er die Raten zahlen kann, wird Ihr Haus früher oder später sowieso durch die Bank versteigert werden.

Abgesehen davon haben Sie während der Zeit des Getrenntlebens einen Anspruch auf Trennungsunterhalt gegenüber Ihrem Ehemann. Da dieser nur bis zur Rechtskraft einer Scheidung besteht, sollten Sie diesen Anspruch schnellstmöglich geltend machen bzw. überprüfen lassen, ob aufgrund Ihrer Einkommens - und Vermögensverhältnisse der Höhe nach ein solcher Anspruch besteht. Nach rechtskräftiger Scheidung besteht möglicherweise ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt.
Da Sie schildern dass Ihre Scheidung demnächst ansteht, gehe ich davon aus, dass Sie anwealtlich vertreten sind, sollte dies nicht der Fall sein, rate ich Ihnen dringend, sich umgehend an einen Anwalt Ihres Vertrauens zu wenden, damit Sie nicht "mit leeren Händen" aus der Sache herausgehen. Bei Bedarf dürfen Sie selbstverständlich gerne mit meiner Kanzlei Kontakt aufnehmen, auch die räumliche Entfernung würde einer Mandatsübernahme nicht im Wege stehen.

Ob es Ihnen gelingen kann, komplett mit Null aus der Sache heraus zu gelangen, kann von hier aus ohne nähere Prüfung der Sachlage nicht beurteilt werden, Sie sollten aber jedenfalls in Betracht ziehen, einen Anspruch auf Zugewinnausgleich geltend zu machen. Daher noch einmal meine dringende Empfehlung, nicht ohne anwaltlichen Beistand in das Scheidungsverfahren zu gehen!

Ich hoffe, dass meine Ausführungen Ihnen zunächst ein wenig weitergeholfen haben, bei bedarf nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Für eine weitergehende Beratung/Vertretung stehe ich Ihnen im Wege der Mandatierung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 26.07.2008 | 20:37

Hallo Frau Müller,

vielen Dank für Ihre Antworten.

Können Sie mir zu der Frage der Schenkungsrücknahme noch eine Antwort geben. Ich möchte wissen, ob dies bloß eine leere Drohung ist. Gerne kann ich meinen Einsatz auch erhöhen (wie auch immer das geht). Ich habe hier noch keine Erfahrungswerte.

Viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.07.2008 | 06:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Eine Rückabwicklung einer Schenkung ist nur unter engen gesetzlichen Voraussetzungen möglich, z.B. bei Nichtvollziehen einer Auflage oder bei Verarmung des Schenkers. Beides wird bei Ihnen nicht der Fall sein. Daneben besteht die Möglichkeit des Widerrufs der Schenkung wegen groben Undanks (bei Ihnen ebenfalls nicht einschlägig).

Sollte es sich dagegen bei der Zuwendung Ihres Ehemannes um eine sogenannte unbenannte Zuwendung handeln,läge rechtlich gesehen gar keine Schenkung vor, die Zuwendung könnte nur güterrechtlich ausgeglichen werden. Also besteht aus keinem Grund die Möglichkeit einer "Schenkungsrücknahme" durch Ihren Ehemann, so dass Sie sich diesbezüglich keine Gedanken machen müssen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen ein wenig Klarheit geschafft, und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

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