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Gemeinsamer Hauskredit nach Scheidung


| 30.08.2017 18:11 |
Preis: 50,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Stieftochter hat von ihren Eltern ein Haus überschrieben bekommen. Der Wert laut Schätzung liegt zwischen 240 - 260 000 EUR. mit Grundstück.
Nachdem sie dieses Gebäude modernisieren, renovieren und um eine Wohnung erweitern möchte, hat sie von ihrer Bank
einen Baukredit von 225 000 + Zinsen, angeboten bekommen. Meine Stieftochter ist Allein-Verdienerin, d.h sie bringt das Haus, das Eigenkapital sowie die volle Finanzierung alleine auf. Sie steht bisher auch als alleinige Besitzerin im Grundbuch.
Die Bank möchte nun beide Ehepartner als Kreditnehmer haben. Der Ehemann hat kein eigenes Einkommen.

Welchen Anspruch in Bezug auf das Haus, hat der Ehemann im Falle einer Scheidung, speziell, wenn auch er als Kreditnehmer bei der Bank unterschrieben hat. Da das Gebäude nach Fertigstellung der Bauarbeiten laut Schätzung zwischen
600 - 700 000 EUR wert ist, würden wir gerne wissen welche finanziellen Folgen dieser gemeinsame Kreditantrag für meine Stieftochter und deren Kinder haben könnte und welche Forderungen im Falle einer Scheidung auf Sie zukommen könnten. Ist auch der Verlust des Hauses, falls die Auszahlung des Zugewinns eingefordert werden sollte, denkbar. Wir sind für alle Hinweise sehr dankbar, um unangenehmen Überraschungen rechtzeitig vorbeugen zu können.

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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Sofern die Eheleute keinen Ehevertrag haben oder noch abschließen, leben sie um gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, § 1363 Abs. 1 BGB.

Das Vermögen des Mannes und das Vermögen der Frau werden nicht gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten; dies gilt auch für Vermögen, das ein Ehegatte nach der Eheschließung erwirbt. Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielen, wird jedoch ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet.

Im Falle einer Scheidung wird das Haus zum Anfangsvermögen der Stieftochter gerechnet, vgl. § 1374 BGB und zwar mit dem Wert bei Übertragung auf sie, also rund 240TEuro.

Der Wert des Hauses bei Auflösung der Zugewinngemeinschaft wird dem Endvermögen zugerechnet, vgl. § 1375 BGB. Mit welchem Betrag das zu erfolgen hat, kann heute nicht abgesehen werden. Abzuziehen sind die zu dem Zeitpunkt noch bestehenden Verbindlichkeiten.

Sofern dieser Wert dann höher als die 240TEuro ist, liegt auf Seiten der Stieftochter ein positiver Zugewinn vor, der auszugleichen ist.

Da der Ehemann Ihrer Stieftochter kein eigenes Einkommen und wahrscheinlich auch kein Vermögen hat, wird sein Zugewinn 0 sein, was dazu führt, dass er, vereinfacht gesprochen, 50 % der Wertsteigerung des Hauses während der Ehezeit zu beanspruchen haben wird.

Von daher besteht durchaus ein beträchtliches Risiko für die Stieftochter, das durch eine entsprechende ehevertragliche Regelung im Vorfeld abgewendet werden sollte.
Durch einen solchen Ehevertrag kann dieser drohende Zugewinnausgleichsanspruch modifiziert und/oder sogar ganz abgewendet werden.

Es ist von daher dringend zu empfehlen, einen Notar aufzusuchen, um einen solchen Ehevertrag vorzubereiten und abzuschließen.

Die gemeinsame Unterzeichnung des Darlehensvertrages hat in diesem Zusammenhang eine eher untergeordnete Bedeutung, denn das dient eigentlich nur im Außenverhältnis der Bank. Im Innenverhältnis obliegt die finanzielle Belastung allein der Stieftocher, die gegen Zugewinnausgleichsansprüche im Falle einer Scheidung abgesichert werden muss.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 12.09.2017 | 19:37


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"Eine schnelle und sehr kompetente Antwort. Wir hoffen, dass wir durch diese fachlichen Informationen,
einen potentiellen Verlust des Hauses, im Kontext eines Zuggewinnausgleichs im Falle einer Scheidung,
rechtzeitig abwenden konnten. Der Hinweis auf die Notwendigkeit einen nachträglich zu erstellenden notariellen Ehevertrag
zu machen. um den zu erwartenden Zugewinn von mehreren hundert tausenden EURO ( 50%) auszuschließen,war dabei besonders hilfreich. Das diese rechtliche Möglichkeit, gleichzeitig auch noch einen besonderen Schutz für den Ehemann darstellt, da er , wenn dieser nicht Kreditnehmer ist, weder im Rahmen einer Grundschuldeintragung für das vorgesehene Umbau- und Restaurierungsprojekt haftet, noch sein Erbe (Haus) gefährdet ist, was einen gemeinsamen Ehevertrag auch nachträglich für beide Eheleute sinnvoll macht.

Gerne wieder"
FRAGESTELLER 12.09.2017 5/5.0
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